Über die Leseeinstellungen in WordPress legst du fest, welche Inhalte auf deiner Startseite erscheinen, wie viele Beiträge auf Blog- und Archivseiten angezeigt werden und welche Inhalte WordPress über seine Feeds bereitstellt. Ausserdem findest du hier eine wichtige Einstellung zur Sichtbarkeit deiner Website für Suchmaschinen.
Gerade nach einer neuen WordPress-Installation solltest du diesen Bereich kontrollieren. Eine falsch konfigurierte Startseite fällt meistens sofort auf. Eine versehentlich aktivierte Suchmaschinen-Sichtbarkeitseinstellung kann dagegen lange unbemerkt bleiben und die Indexierung deiner Website beeinträchtigen.
Wichtig: Prüfe vor dem öffentlichen Start deiner Website unbedingt die Einstellung zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit. Eine während der Entwicklung gesetzte Option zum Abhalten von Suchmaschinen sollte bei einer öffentlich auffindbaren Website nicht versehentlich aktiviert bleiben.
Wo findest du die Leseeinstellungen in WordPress? #
Melde dich zunächst im WordPress-Adminbereich an. Dieser ist normalerweise unter folgender Adresse erreichbar:
deine-domain.ch/wp-admin/
Öffne anschliessend im linken Menü:
Einstellungen > Lesen
Dort findest du die Einstellungen für die Darstellung deiner Startseite, die Anzahl von Beiträgen, Feeds und die Sichtbarkeit für Suchmaschinen.
Falls du deine WordPress-Grundkonfiguration noch nicht vollständig überprüft hast, empfehlen wir dir auch unsere Anleitungen zu den allgemeinen WordPress-Einstellungen und den Schreibeinstellungen in WordPress.
Was soll auf der WordPress-Startseite angezeigt werden? #
Eine der wichtigsten Einstellungen findest du unter Deine Homepage zeigt. WordPress bietet dir grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Deine letzten Beiträge
- Eine statische Seite
Welche Einstellung richtig ist, hängt davon ab, welche Art von Website du betreibst.
Option 1: Deine letzten Beiträge #
Wenn du Deine letzten Beiträge auswählst, zeigt WordPress auf der Startseite automatisch deine neuesten Blogbeiträge an.
Diese Variante eignet sich vor allem für Websites, bei denen aktuelle Beiträge den eigentlichen Hauptinhalt darstellen. Dazu können beispielsweise klassische Blogs, Nachrichten-Websites oder andere stark redaktionell ausgerichtete Projekte gehören.
Bei jedem neu veröffentlichten Beitrag aktualisiert WordPress die Liste automatisch. Der neueste Beitrag erscheint dabei normalerweise vor älteren Beiträgen.
Für eine klassische Unternehmenswebsite ist diese Einstellung dagegen meistens nicht die beste Wahl, weil dort üblicherweise eine individuell gestaltete Startseite verwendet wird.
Option 2: Eine statische Seite #
Für Unternehmenswebsites, Vereinsseiten, Restaurants, Dienstleister, Portfolios und viele andere Websites ist eine statische Startseite normalerweise die sinnvollere Variante.
Damit kannst du eine normale WordPress-Seite als Homepage festlegen und diese unabhängig von deinen Blogbeiträgen gestalten.
Du könntest beispielsweise eine Seite mit dem Titel Startseite erstellen und sie anschliessend unter:
Einstellungen > Lesen > Deine Homepage zeigt > Eine statische Seite
als Homepage auswählen.
Empfehlung: Für eine typische Unternehmens-, Vereins- oder Dienstleistungswebsite solltest du in der Regel eine statische Seite als Homepage verwenden. Dadurch kannst du die Startseite gezielt für dein Unternehmen, deine Leistungen und deine Besucher aufbauen.
Homepage und Beitragsseite sind zwei verschiedene Seiten #
Wenn du eine statische Homepage verwendest und gleichzeitig einen Blog betreiben möchtest, kannst du zusätzlich eine separate Beitragsseite festlegen.
Ein typischer Aufbau wäre beispielsweise:
- Homepage: Startseite
- Beitragsseite: Blog
Deine Website könnte dann beispielsweise unter:
deine-domain.ch/
die normale Startseite anzeigen, während deine Blogbeiträge unter:
deine-domain.ch/blog/
aufgeführt werden.
Dafür erstellst du zunächst zwei Seiten, beispielsweise Startseite und Blog. Anschliessend weist du sie unter Einstellungen > Lesen den entsprechenden Funktionen zu.
Die Beitragsseite musst du nicht wie eine normale Seite befüllen #
Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, die als Beitragsseite festgelegte Seite wie eine normale WordPress-Seite gestalten zu wollen.
Wenn eine Seite in den Leseeinstellungen als Beitragsseite festgelegt wurde, verwendet WordPress diese als Platzhalter für die Beitragsübersicht. Die Darstellung der Beiträge wird dann hauptsächlich vom aktiven Theme beziehungsweise dessen Templates bestimmt.
Inhalte, die du direkt in den normalen Seiteneditor dieser Beitragsseite einträgst, werden deshalb je nach Theme nicht so dargestellt, wie du es von einer gewöhnlichen Seite erwarten würdest.
Hinweis: Möchtest du eine individuell gestaltete Blogübersicht erstellen, kann die Vorgehensweise je nach verwendetem Theme oder Page Builder anders aussehen. Die WordPress-Beitragsseite und eine frei gestaltete Seite mit einer eigenen Beitragsabfrage sind technisch nicht zwingend dasselbe.
Was passiert, wenn die gewünschte Seite nicht zur Auswahl steht? #
Wenn du eine bestimmte Seite nicht als Homepage oder Beitragsseite auswählen kannst, prüfe zuerst, ob diese Seite bereits erstellt und veröffentlicht wurde.
Neue Seiten erstellst du unter:
Seiten > Seite hinzufügen
Nachdem die Seite veröffentlicht wurde, kannst du wieder zu Einstellungen > Lesen wechseln und sie dort auswählen.
Wie Seiten grundsätzlich erstellt und verwaltet werden, erklären wir ausführlich in unserer Anleitung Neue Seiten in WordPress erstellen.
Blogseiten zeigen maximal #
Mit der Einstellung Blogseiten zeigen maximal bestimmst du, wie viele Beiträge WordPress auf einer Beitragsübersicht gleichzeitig anzeigen soll.
WordPress verwendet standardmässig häufig einen Wert von 10 Beiträgen.
Ob dieser Wert für deine Website sinnvoll ist, hängt vom Design und Umfang deiner Beiträge ab. Zeigt dein Theme grosse Beitragsbilder und umfangreiche Vorschauen, können weniger Beiträge pro Seite übersichtlicher sein. Bei einer kompakteren Darstellung können auch mehr Beiträge sinnvoll sein.
Du könntest beispielsweise einstellen:
10
Dann zeigt WordPress auf der entsprechenden Übersichtsseite maximal zehn Beiträge an, bevor ältere Beiträge über weitere Seiten der Pagination erreichbar werden.
Mehr Beiträge sind nicht automatisch besser #
Es kann verlockend sein, sehr viele Beiträge gleichzeitig auf einer Blogseite anzeigen zu lassen. Das ist jedoch nicht zwingend sinnvoll.
Jeder zusätzliche Beitrag kann je nach Theme weitere Texte, Bilder und andere Elemente laden. Eine extrem lange Beitragsübersicht kann dadurch unübersichtlich werden und die zu übertragende Datenmenge erhöhen.
Für viele Websites sind ungefähr 6 bis 12 Beiträge pro Übersichtsseite ein vernünftiger Ausgangspunkt. Entscheidend sind aber dein Layout, die Länge der Vorschauen und die Bedürfnisse deiner Besucher.
Newsfeeds zeigen die letzten Einträge #
WordPress stellt standardmässig RSS- beziehungsweise Feed-Funktionen bereit. Über die Einstellung Newsfeeds zeigen die letzten bestimmst du, wie viele aktuelle Beiträge ein solcher Feed enthalten soll.
Ein typischer Wert ist beispielsweise:
10
RSS-Feeds werden heute von normalen Website-Besuchern weniger sichtbar genutzt als früher, sind aber weiterhin Bestandteil von WordPress und können von Feed-Readern, Aggregatoren oder anderen Diensten verarbeitet werden.
Für jeden Beitrag in einem Feed anzeigen #
Für WordPress-Feeds kannst du festlegen, ob der ganze Text eines Beitrags oder nur ein Textauszug ausgegeben werden soll.
Die beiden Optionen sind:
- Ganzer Text
- Textauszug
Bei Ganzer Text kann der vollständige Beitragsinhalt im Feed bereitgestellt werden. Bei Textauszug enthält der Feed dagegen nur eine verkürzte Darstellung des Beitrags.
Für viele Websites ist Textauszug eine sinnvolle Einstellung. Leser erhalten einen Überblick über den Inhalt und können für den vollständigen Beitrag die Website aufrufen.
Info: Diese Einstellung betrifft den WordPress-Feed. Sie bestimmt nicht automatisch, ob dein Theme auf der normalen Blogseite vollständige Beiträge oder Auszüge darstellt.
Suchmaschinen-Sichtbarkeit: eine besonders wichtige Einstellung #
Am unteren Ende der Leseeinstellungen findest du den Bereich Sichtbarkeit für Suchmaschinen.
Dort befindet sich die Option:
Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren
Diese Einstellung verdient besondere Aufmerksamkeit.
Wenn sie aktiviert wird, weist WordPress Suchmaschinen darauf hin, dass die Website nicht indexiert werden soll. WordPress setzt dafür entsprechende technische Signale, die Suchmaschinen von der Aufnahme der Seiten in ihren Suchindex abhalten sollen.
Für eine öffentlich zugängliche Website, die über Google, Bing oder andere Suchmaschinen gefunden werden soll, sollte diese Option normalerweise nicht aktiviert sein.
Warnung: Wenn deine Website öffentlich erreichbar ist und in Suchmaschinen gefunden werden soll, kontrolliere unbedingt, dass „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ nicht aktiviert ist.
Ist diese Einstellung ein sicherer Zugriffsschutz? #
Nein. Die Option zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit ist kein Zugriffsschutz und macht deine Website nicht privat.
WordPress weist Suchmaschinen damit lediglich darauf hin, dass die Website nicht indexiert werden soll. Suchmaschinen entscheiden letztlich selbst, wie sie mit solchen Anweisungen umgehen.
Wer die Adresse deiner Website kennt, kann sie weiterhin im Browser aufrufen, sofern du keinen zusätzlichen Zugriffsschutz eingerichtet hast.
Wenn eine Entwicklungs- oder Testwebsite wirklich nicht öffentlich zugänglich sein soll, solltest du deshalb einen echten Zugriffsschutz verwenden und dich nicht ausschliesslich auf diese WordPress-Einstellung verlassen.
Wann kann das Abhalten von Suchmaschinen sinnvoll sein? #
Während der Entwicklung einer neuen Website kann es sinnvoll sein, Suchmaschinen vorübergehend von der Indexierung abzuhalten. Dadurch soll verhindert werden, dass unfertige Seiten oder Platzhalterinhalte frühzeitig in Suchergebnissen erscheinen.
Das Problem entsteht häufig beim späteren Go-live: Die Website wird veröffentlicht, aber die Einstellung bleibt versehentlich aktiviert.
Wenn deine Website nach dem Start nicht in Suchmaschinen erscheint, gehört die Einstellung unter Einstellungen > Lesen > Sichtbarkeit für Suchmaschinen deshalb zu den ersten Punkten, die du kontrollieren solltest.
Empfehlung: Nimm die Kontrolle der Suchmaschinen-Sichtbarkeit in deine Go-live-Checkliste auf. Dieser einzelne Haken ist schnell überprüft und sollte bei einer öffentlich indexierbaren Website nicht vergessen werden.
Warum erscheint meine Website trotz deaktivierter Option nicht sofort bei Google? #
Wenn die Option zum Abhalten von Suchmaschinen deaktiviert ist, bedeutet das nicht, dass deine Website sofort in den Suchergebnissen erscheint.
Suchmaschinen müssen deine Website zunächst entdecken, crawlen und entscheiden, welche Seiten in den Index aufgenommen werden. Dieser Vorgang kann Zeit benötigen.
Ausserdem gibt es zahlreiche weitere technische und inhaltliche Faktoren, die beeinflussen können, ob eine bestimmte URL indexiert wird. Die WordPress-Einstellung zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit ist deshalb nur ein Teil der technischen Voraussetzungen.
Eine XML-Sitemap und eine saubere interne Verlinkung können Suchmaschinen dabei helfen, die Struktur und Inhalte deiner Website zu entdecken.
Leseeinstellungen bei einer neuen Unternehmenswebsite #
Für eine typische WordPress-Unternehmenswebsite könnte eine sinnvolle Grundkonfiguration beispielsweise so aussehen:
- Deine Homepage zeigt: Eine statische Seite
- Homepage: deine individuell erstellte Startseite
- Beitragsseite: Blog oder News, sofern vorhanden
- Blogseiten zeigen maximal: etwa 6 bis 12 Beiträge, abhängig vom Layout
- Newsfeeds: beispielsweise 10 Einträge
- Feed-Darstellung: Textauszug
- Suchmaschinen abhalten: bei einer öffentlich indexierbaren Live-Website deaktiviert
Diese Werte sind keine zwingenden Vorgaben. Sie bilden jedoch einen sinnvollen Ausgangspunkt für viele Unternehmens-, Vereins- und Dienstleistungswebsites.
Änderungen speichern und Website kontrollieren #
Nachdem du deine Leseeinstellungen angepasst hast, klicke unten auf Änderungen speichern.
Öffne anschliessend deine Website in einem neuen Browser-Tab und kontrolliere insbesondere:
- Wird die gewünschte Startseite angezeigt?
- Ist die Blog- beziehungsweise Beitragsseite erreichbar?
- Werden die Beiträge wie erwartet dargestellt?
- Ist die Einstellung zur Suchmaschinen-Sichtbarkeit für den aktuellen Status deiner Website korrekt?
Falls du einen Cache verwendest, kann es bei Änderungen an der Darstellung notwendig sein, diesen zu leeren, bevor du das neue Ergebnis siehst.
Was solltest du als Nächstes konfigurieren? #
Nach den Leseeinstellungen solltest du die Diskussionseinstellungen in WordPress überprüfen. Dort bestimmst du unter anderem, ob Besucher Kommentare hinterlassen dürfen, wie Kommentare moderiert werden und welche Regeln WordPress für Diskussionen verwendet.
Danach folgen die Medieneinstellungen und insbesondere die Permalink-Einstellungen in WordPress. Die Permalink-Struktur solltest du bei einer neuen Website möglichst früh festlegen, weil sie die URLs deiner Inhalte beeinflusst.
Fazit #
Die Leseeinstellungen bestimmen einige zentrale Eigenschaften deiner WordPress-Website. Besonders wichtig sind die Auswahl zwischen einer dynamischen Beitragsübersicht und einer statischen Startseite sowie die korrekte Zuordnung einer separaten Beitragsseite.
Für eine klassische Unternehmenswebsite ist eine statische Homepage meistens die passende Wahl. Betreibst du zusätzlich einen Blog, kannst du dafür eine separate Beitragsseite festlegen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Einstellung „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Während der Entwicklung kann sie nützlich sein, bei einer öffentlich auffindbaren Live-Website sollte sie jedoch nicht versehentlich aktiviert bleiben.
Empfehlung: Kontrolliere die Leseeinstellungen spätestens vor dem Go-live deiner WordPress-Website. Prüfe dabei nicht nur die richtige Start- und Beitragsseite, sondern ausdrücklich auch die Sichtbarkeit für Suchmaschinen.