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cPanel-Dateimanager verwenden

Lesezeit ca.: 17 Minuten

Mit dem Dateimanager in cPanel kannst du Dateien und Ordner deines Webhostings direkt im Browser verwalten. Du kannst damit beispielsweise Website-Dateien ansehen, hochladen, bearbeiten, verschieben, kopieren oder löschen, ohne ein separates FTP-Programm installieren zu müssen.

Der Dateimanager ist ein leistungsfähiges Werkzeug. Gleichzeitig arbeitest du damit direkt an den Dateien deiner Website. Unüberlegte Änderungen an wichtigen Dateien können deshalb dazu führen, dass eine Website nicht mehr korrekt funktioniert.

In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du den Dateimanager bei CURIAWEB verwendest, wie du dich in der Verzeichnisstruktur zurechtfindest und welche Bereiche du nur mit Vorsicht verändern solltest.

Wichtig: Erstelle vor größeren Änderungen an Website-Dateien möglichst eine Sicherung. Besonders Änderungen an Konfigurationsdateien, PHP-Dateien oder .htaccess können unmittelbare Auswirkungen auf die Erreichbarkeit deiner Website haben.

Was kannst du mit dem cPanel-Dateimanager machen? #

Der Dateimanager bietet viele typische Funktionen einer Dateiverwaltung direkt über den Browser.

Du kannst damit unter anderem:

  • Dateien und Ordner anzeigen
  • neue Dateien und Verzeichnisse erstellen
  • Dateien hochladen und herunterladen
  • Dateien umbenennen
  • Dateien und Ordner kopieren oder verschieben
  • Text- und Konfigurationsdateien bearbeiten
  • Dateien löschen
  • Dateiberechtigungen kontrollieren
  • Archive erstellen oder entpacken

Für viele kleinere Arbeiten ist der Dateimanager deshalb schneller als eine separate FTP-Verbindung.

Wann solltest du den Dateimanager verwenden? #

Der Dateimanager eignet sich besonders für einzelne oder überschaubare Änderungen.

Typische Beispiele sind:

eine einzelne Datei hochladen, eine Konfigurationsdatei kontrollieren, eine Datei umbenennen oder ein ZIP-Archiv entpacken.

Wenn du dagegen regelmäßig sehr viele Dateien zwischen deinem Computer und dem Server übertragen möchtest, kann ein FTP-Programm komfortabler sein.

Wie du dafür ein FTP-Konto einrichtest, zeigen wir später unter FTP-Konto in cPanel erstellen.

1. Dateimanager in cPanel öffnen #

Melde dich bei deinem CURIAWEB-cPanel an.

Scrolle auf der Startseite zum Bereich Dateien und klicke auf Dateimanager.

Der Dateimanager öffnet anschließend die Verzeichnisstruktur deines Hosting-Accounts.

2. Aufbau des Dateimanagers verstehen #

Der Dateimanager besteht grundsätzlich aus einer Verzeichnisnavigation und einer Ansicht der Dateien beziehungsweise Ordner im aktuell geöffneten Verzeichnis.

Über die linke beziehungsweise entsprechende Verzeichnisnavigation kannst du zwischen den Ordnern wechseln.

Im Hauptbereich siehst du die Inhalte des aktuell ausgewählten Verzeichnisses.

Je nach cPanel-Oberfläche stehen zusätzlich über die obere Werkzeugleiste oder Kontextmenüs verschiedene Aktionen zur Verfügung.

Das Home-Verzeichnis #

Dein cPanel-Account besitzt ein eigenes Home-Verzeichnis.

Innerhalb dieses Bereichs befinden sich nicht nur öffentlich erreichbare Website-Dateien, sondern auch weitere Verzeichnisse, die beispielsweise für E-Mail, Konfigurationen, Protokolle oder andere Hosting-Funktionen verwendet werden können.

Achtung: Nicht jedes Verzeichnis im Home-Bereich gehört zu deiner öffentlich sichtbaren Website. Lösche unbekannte Ordner niemals nur deshalb, weil du ihren Namen nicht kennst.

Was ist public_html? #

Für die Hauptdomain eines klassischen cPanel-Accounts befindet sich der öffentlich erreichbare Webinhalt häufig im Verzeichnis:

public_html

Dateien innerhalb des Dokumentenstamms können – abhängig von Domainzuordnung und Serverkonfiguration – über das Web erreichbar sein.

Eine Datei wie:

public_html/test.html

kann beispielsweise unter einer entsprechenden URL der Website erreichbar sein.

Wichtig: Speichere keine vertraulichen Sicherungsdateien, Passwortlisten oder andere sensible Daten ungeschützt im öffentlich erreichbaren Webverzeichnis.

Mehrere Domains können unterschiedliche Dokumentenstämme verwenden #

Wenn mehrere Domains in einem cPanel-Account eingerichtet sind, muss nicht jede Domain denselben Dokumentenstamm verwenden.

Eine zusätzliche Domain kann beispielsweise auf ein eigenes Unterverzeichnis zeigen.

Bevor du Dateien einer bestimmten Website veränderst, solltest du deshalb prüfen, welcher Dokumentenstamm dieser Domain zugeordnet ist.

Wie Domains in cPanel verwaltet werden, behandeln wir später unter Domain in cPanel hinzufügen und verwalten.

3. Durch Ordner navigieren #

Klicke auf einen Ordner, um dessen Inhalt anzuzeigen beziehungsweise ihn zu öffnen.

Wenn du beispielsweise die Dateien deiner Hauptwebsite suchst, navigierst du typischerweise zu:

public_html

Bei WordPress findest du dort beziehungsweise im jeweiligen Dokumentenstamm typischerweise Verzeichnisse wie:

wp-admin

wp-content

wp-includes

und Dateien wie:

wp-config.php

index.php

Diese Dateien gehören zur WordPress-Installation und sollten nicht wahllos verändert oder gelöscht werden.

4. Neuen Ordner erstellen #

Öffne zunächst das Verzeichnis, in dem der neue Ordner angelegt werden soll.

Wähle anschließend die Funktion zum Erstellen eines neuen Ordners.

Vergib einen eindeutigen Namen, beispielsweise:

downloads

und bestätige die Erstellung.

Der neue Ordner sollte anschließend im aktuellen Verzeichnis erscheinen.

Datei- und Ordnernamen sinnvoll wählen #

Für Dateien, die über eine Website verwendet werden, sind einfache und eindeutige Namen sinnvoll.

Vermeide unnötige Sonderzeichen oder schwer nachvollziehbare Bezeichnungen.

Ein Dateiname wie:

produkt-handbuch.pdf

ist beispielsweise übersichtlicher als:

Neues Dokument FINAL Version 3!!.pdf

5. Neue Datei erstellen #

Öffne den gewünschten Ordner und wähle die Funktion zum Erstellen einer neuen Datei.

Gib den vollständigen Dateinamen einschließlich Dateiendung an, beispielsweise:

test.txt

oder:

hinweis.html

Bestätige anschließend die Erstellung.

Achtung: Erstelle keine PHP-, Konfigurations- oder Systemdateien nach einer zufälligen Anleitung aus dem Internet, wenn du deren Funktion nicht kennst.

6. Datei auswählen #

Klicke im Hauptbereich des Dateimanagers auf die gewünschte Datei.

Je nach Oberfläche kannst du anschließend über die Werkzeugleiste oder über ein Kontextmenü verfügbare Aktionen auswählen.

Achte darauf, dass wirklich die richtige Datei markiert ist, bevor du eine Aktion wie Löschen, Verschieben oder Bearbeiten ausführst.

7. Datei ansehen #

Für bestimmte Dateitypen kannst du eine Datei direkt im Dateimanager anzeigen.

Das ist hilfreich, wenn du den Inhalt lediglich kontrollieren möchtest und keine Änderungen vornehmen willst.

Wenn du nur nach einer bestimmten Einstellung suchst, ist das reine Anzeigen häufig sicherer als sofort die Bearbeitungsfunktion zu öffnen.

8. Textdatei bearbeiten #

Wähle die gewünschte Datei und anschließend die Bearbeitungsfunktion.

Der cPanel-Editor öffnet den Inhalt im Browser.

Du kannst dort beispielsweise Änderungen an einer Text-, HTML- oder bestimmten Konfigurationsdatei vornehmen.

Speichere die Datei erst, nachdem du die Änderung noch einmal kontrolliert hast.

Praxis-Tipp: Kopiere bei wichtigen Konfigurationsdateien vor einer Änderung die Originaldatei oder lade sie herunter. So kannst du bei einem Fehler leichter zum vorherigen Zustand zurückkehren.

Bei PHP-Dateien besonders vorsichtig sein #

Bereits ein kleiner Syntaxfehler in einer PHP-Datei kann dazu führen, dass eine Website oder ein bestimmter Bereich nicht mehr funktioniert.

Wenn du beispielsweise eine Datei wie:

wp-config.php

änderst, solltest du exakt wissen, welche Zeile verändert werden muss.

Füge nicht mehrere Änderungen gleichzeitig ein, wenn du anschließend nicht mehr nachvollziehen kannst, welche davon einen Fehler verursacht.

9. Datei umbenennen #

Markiere die gewünschte Datei und wähle Umbenennen beziehungsweise die entsprechende Funktion.

Gib den neuen Namen ein und bestätige die Änderung.

Beispielsweise:

config.php

zu:

config-alt.php

Ein Umbenennen kann für die Fehlersuche nützlich sein, weil eine Datei dadurch deaktiviert beziehungsweise nicht mehr unter ihrem ursprünglichen Namen verwendet werden kann.

Achtung: Das Umbenennen einer Datei kann deren Funktion sofort unterbrechen. Verwende diese Methode nur, wenn du weißt, welche Abhängigkeiten bestehen.

Dateiendung nicht versehentlich verändern #

Beim Umbenennen solltest du auf die Dateiendung achten.

Aus:

index.php

sollte nicht versehentlich:

index

werden, wenn die Datei weiterhin als PHP-Datei benötigt wird.

Dasselbe gilt für Erweiterungen wie:

.html

.css

.js

.jpg

.webp

10. Datei kopieren #

Mit der Kopierfunktion kannst du eine Datei an einem zweiten Ort ablegen, ohne das Original zu entfernen.

Wähle die Datei, klicke auf die Kopierfunktion und gib das gewünschte Zielverzeichnis an.

Das ist beispielsweise praktisch, wenn du vor einer Änderung eine schnelle Sicherheitskopie einer einzelnen Datei erstellen möchtest.

Aus:

config.php

kannst du beispielsweise eine Kopie wie:

config-backup.php

erstellen.

Wichtig: Eine Kopie innerhalb des Webverzeichnisses ist kein vollständiges Backup deines Hosting-Accounts. Sie hilft nur bei kleineren Änderungen an einzelnen Dateien.

Backup-Dateien nicht dauerhaft öffentlich liegen lassen #

Wenn du Kopien von Konfigurationsdateien erstellst, solltest du sie nicht dauerhaft ungeschützt im öffentlich erreichbaren Verzeichnis liegen lassen.

Je nach Dateityp und Serververhalten können Backup- oder Textkopien sensible Informationen enthalten.

Entferne temporäre Kopien nach Abschluss der Arbeiten oder speichere sie an einem dafür geeigneten, nicht öffentlich erreichbaren Ort.

11. Datei verschieben #

Mit der Verschiebefunktion kannst du eine Datei oder einen Ordner an einen anderen Ort innerhalb deines Hosting-Accounts verschieben.

Markiere den gewünschten Eintrag und gib anschließend das Zielverzeichnis an.

Kontrolliere den Pfad sorgfältig, bevor du die Verschiebung bestätigst.

Wenn du eine Datei aus dem Dokumentenstamm der Website entfernst, kann sie unter ihrer bisherigen URL nicht mehr verfügbar sein.

Relative und absolute Pfade verstehen #

Bei Arbeiten mit Dateien begegnen dir häufig Pfadangaben.

Ein relativer Pfad kann beispielsweise lauten:

images/logo.webp

Ein serverseitiger vollständiger Pfad kann dagegen wesentlich länger sein und vom Home-Verzeichnis deines Hosting-Accounts ausgehen.

Wenn cPanel beim Kopieren oder Verschieben ein Zielverzeichnis anzeigt, solltest du deshalb darauf achten, ob du dich im erwarteten Verzeichnis befindest.

12. Datei hochladen #

Öffne zuerst den Ordner, in dem die Datei gespeichert werden soll.

Wähle anschließend die Funktion Hochladen.

Wähle die gewünschte Datei auf deinem Computer aus und warte, bis der Upload vollständig abgeschlossen ist.

Wechsle anschließend zurück zum Dateimanager und kontrolliere, ob die Datei im richtigen Verzeichnis vorhanden ist.

Das Hochladen und Bearbeiten von Dateien behandeln wir im nächsten Artikel noch ausführlicher unter Dateien in cPanel hochladen, herunterladen und bearbeiten.

Vorhandene Datei nicht versehentlich überschreiben #

Wenn im Zielverzeichnis bereits eine Datei mit demselben Namen existiert, solltest du vor dem Hochladen kontrollieren, ob sie ersetzt werden darf.

Das Überschreiben einer produktiven Datei kann unmittelbar Änderungen an deiner Website verursachen.

Achtung: Lade nicht einfach eine Datei mit identischem Namen hoch, wenn du die vorhandene Version noch benötigst. Sichere sie vorher oder benenne sie eindeutig um.

13. Datei herunterladen #

Markiere die gewünschte Datei und verwende die Download-Funktion.

Die Datei wird anschließend auf deinen Computer übertragen.

Das eignet sich beispielsweise, um vor einer Bearbeitung eine lokale Kopie einer Konfigurationsdatei zu sichern.

Mehrere Dateien besser als Archiv herunterladen #

Wenn du zahlreiche Dateien gleichzeitig herunterladen möchtest, kann es sinnvoll sein, sie zunächst in einem ZIP-Archiv zusammenzufassen.

Dadurch musst du nicht jede Datei einzeln herunterladen.

Wie du Archive direkt im Dateimanager erstellst und entpackst, zeigen wir unter ZIP-Dateien in cPanel komprimieren und entpacken.

14. Datei löschen #

Markiere die Datei beziehungsweise den Ordner, den du entfernen möchtest, und wähle Löschen.

Kontrolliere vor der Bestätigung noch einmal Name und Pfad.

Besonders bei ähnlich benannten Dateien kann eine falsche Auswahl schnell zu einem Ausfall führen.

Wichtig: Lösche keine Datei, wenn du ihre Funktion nicht kennst. Namen wie index.php, .htaccess, wp-config.php oder Verzeichnisse wie wp-content gehören bei WordPress zu wichtigen Bestandteilen der Website.

15. Papierkorb verstehen #

Abhängig von der cPanel-Konfiguration und der gewählten Löschoption können gelöschte Dateien zunächst in einem Papierkorb landen.

Das kann eine Wiederherstellung erleichtern, solange der Papierkorb noch nicht geleert wurde.

cPanel kann beim Löschen außerdem eine Option anbieten, den Papierkorb zu umgehen.

Verwendest du diese Möglichkeit, wird die Datei unmittelbar entfernt und kann nicht einfach über den Dateimanager-Papierkorb zurückgeholt werden.

Empfehlung: Umgehe den Papierkorb bei normalen Arbeiten nicht ohne konkreten Grund. Die zusätzliche Sicherheitsstufe kann bei einem versehentlichen Löschen sehr hilfreich sein.

Papierkorb benötigt Speicherplatz #

Dateien im Papierkorb können weiterhin Speicherplatz innerhalb des Hosting-Accounts belegen.

Wenn du große Dateien gelöscht hast, der Speicherverbrauch aber kaum sinkt, solltest du deshalb prüfen, ob sich diese noch im Papierkorb befinden.

Leere den Papierkorb jedoch erst, wenn du sicher bist, dass die darin enthaltenen Dateien nicht mehr benötigt werden.

16. Gelöschte Datei wiederherstellen #

Wenn sich die Datei noch im Dateimanager-Papierkorb befindet, kannst du die entsprechende Wiederherstellungsfunktion verwenden.

Kontrolliere anschließend, ob die Datei wieder am richtigen ursprünglichen Ort vorhanden ist.

Wurde der Papierkorb bereits geleert beziehungsweise beim Löschen umgangen, ist eine Wiederherstellung über diesen Weg nicht mehr möglich.

17. Versteckte Dateien anzeigen #

Bestimmte wichtige Dateien beginnen mit einem Punkt und können standardmäßig ausgeblendet sein.

Ein bekanntes Beispiel ist:

.htaccess

Wenn du eine solche Datei nicht siehst, obwohl sie vorhanden sein sollte, musst du im Dateimanager gegebenenfalls die Anzeige versteckter Dateien aktivieren.

Die genaue Vorgehensweise behandeln wir unter Versteckte Dateien wie .htaccess in cPanel anzeigen.

Warum Dateien mit Punkt versteckt werden #

Unter Unix- und Linux-Systemen werden Namen, die mit einem Punkt beginnen, traditionell als versteckte Dateien beziehungsweise Verzeichnisse behandelt.

Das bedeutet nicht, dass diese Dateien unwichtig sind.

Im Gegenteil: Dateien wie .htaccess können zentrale Einstellungen einer Website enthalten.

18. Dateiberechtigungen kontrollieren #

Im Dateimanager kannst du die Berechtigungen von Dateien und Ordnern anzeigen beziehungsweise ändern.

Diese Berechtigungen bestimmen, welche Zugriffe für Besitzer, Gruppe und andere Benutzer erlaubt sind.

Typische Werte bei Webhosting-Dateien sind beispielsweise:

644

für viele normale Dateien und:

755

für viele Verzeichnisse.

Diese Werte sind jedoch keine universelle Regel für jede Situation.

Die Dateiberechtigungen behandeln wir ausführlich unter Dateiberechtigungen 644 und 755 in cPanel richtig einstellen.

Achtung: Setze Berechtigungen nicht pauschal auf 777, nur um ein Zugriffsproblem zu umgehen. Zu weitreichende Rechte können ein Sicherheitsrisiko darstellen und beheben die eigentliche Ursache häufig nicht.

19. Änderungsdatum und Dateigröße nutzen #

Die Dateiansicht enthält neben dem Namen häufig weitere Informationen wie Größe und Änderungszeitpunkt.

Diese Angaben können bei der Fehlersuche sehr hilfreich sein.

Wenn eine Website beispielsweise seit einer Änderung am Vormittag nicht mehr funktioniert, kannst du prüfen, welche Dateien ungefähr zu diesem Zeitpunkt verändert wurden.

Die Änderungszeit beweist nicht automatisch, dass eine Datei den Fehler verursacht hat, liefert aber einen sinnvollen Anhaltspunkt.

20. Dateien sortieren #

Je nach Dateimanager kannst du die Ansicht beispielsweise nach Name, Größe oder Änderungsdatum sortieren.

Das ist besonders praktisch, wenn du:

  • große Dateien suchst
  • kürzlich veränderte Dateien finden möchtest
  • eine bestimmte Datei alphabetisch suchst

Verwende diese Funktionen, bevor du dich manuell durch große Verzeichnisse arbeitest.

Was solltest du im WordPress-Verzeichnis nicht wahllos löschen? #

Bei einer WordPress-Installation solltest du insbesondere zentrale Dateien und Verzeichnisse nicht ohne konkreten Grund verändern oder löschen.

Dazu gehören beispielsweise:

wp-admin

wp-includes

wp-content

wp-config.php

index.php

.htaccess

Auch einzelne Plugin- und Theme-Dateien können für die Funktionsfähigkeit der Website relevant sein.

wp-content verstehen #

Im Verzeichnis:

wp-content

liegen bei WordPress unter anderem Plugins, Themes und Uploads.

Typische Unterverzeichnisse sind:

wp-content/plugins

wp-content/themes

wp-content/uploads

Gerade das Upload-Verzeichnis kann über Jahre sehr groß werden.

Lösche dort Bilder oder andere Medien nicht einfach im Dateimanager, wenn sie noch von WordPress-Inhalten verwendet werden.

Plugins über den Dateimanager deaktivieren #

Der Dateimanager kann bei einer Fehlersuche nützlich sein, wenn das WordPress-Backend nicht mehr erreichbar ist.

Durch das gezielte Umbenennen eines Plugin-Verzeichnisses kann ein problematisches Plugin beispielsweise vorübergehend deaktiviert werden.

Solche WordPress-spezifischen Reparaturmaßnahmen gehören jedoch in die entsprechenden WordPress-Anleitungen und sollten nicht wahllos durchgeführt werden.

.htaccess nicht ohne Sicherung bearbeiten #

Die Datei:

.htaccess

kann unter anderem Weiterleitungen, Zugriffseinstellungen oder WordPress-Permalink-Regeln enthalten.

Ein Syntaxfehler kann beispielsweise zu einem Serverfehler führen.

Erstelle deshalb vor einer Änderung eine Kopie.

Die Datei behandeln wir separat unter .htaccess erklärt und sicher bearbeiten.

Keine fremden Code-Snippets blind einfügen #

Im Internet findest du zahlreiche Anleitungen, die empfehlen, Code in:

.htaccess

wp-config.php

functions.php

oder andere Dateien einzufügen.

Übernimm solchen Code nur, wenn du verstehst, was er bewirkt und ob er für deine konkrete Server- beziehungsweise Website-Konfiguration geeignet ist.

Sicherheit: Führe keinen PHP-, Shell- oder Konfigurationscode aus einer unbekannten Quelle aus, nur weil er angeblich ein Problem „sofort behebt“.

Sensible Dateien nicht in public_html ablegen #

Das Webverzeichnis ist kein allgemeiner privater Dateispeicher.

Lege dort keine Dateien wie:

passwoerter.txt

kundenliste.csv

backup.sql

oder ungeschützte vollständige Website-Backups ab.

Abhängig von Dateityp und Serverkonfiguration könnten solche Dateien über das Web erreichbar werden.

SQL-Backups besonders schützen #

Ein Datenbankexport kann sensible Inhalte einer Website enthalten.

Dazu können Benutzerinformationen, Konfigurationen, Bestellungen oder andere Daten gehören.

Wenn du eine SQL-Datei vorübergehend auf den Server hochlädst, entferne sie nach Abschluss der notwendigen Arbeiten wieder aus öffentlich erreichbaren Bereichen.

Alte Website-Versionen nicht ungeschützt im Webverzeichnis lagern #

Auch Verzeichnisse wie:

alte-website

backup

wordpress-alt

innerhalb von public_html können problematisch sein.

Solche Kopien enthalten möglicherweise veraltete Software, Konfigurationen oder sensible Daten und können unter Umständen weiterhin über das Web erreichbar sein.

Wichtig: Eine alte Website-Kopie ist nicht automatisch sicher, nur weil kein Menü auf sie verlinkt. Wenn sie im öffentlich erreichbaren Dokumentenstamm liegt, kann sie weiterhin direkt aufgerufen werden.

Dateimanager oder FTP – was ist besser? #

Beide Methoden haben ihre Berechtigung.

Der cPanel-Dateimanager ist besonders praktisch für:

  • einzelne Änderungen
  • schnelle Uploads
  • Konfigurationsdateien
  • ZIP-Archive
  • Arbeiten ohne zusätzliches Programm

FTP beziehungsweise SFTP kann komfortabler sein, wenn du regelmäßig viele Dateien zwischen lokalem Computer und Server überträgst.

Welche Möglichkeiten für deinen Hosting-Account verfügbar sind, hängt von der jeweiligen Serverkonfiguration ab.

Dateimanager zeigt Datei nicht an #

Wenn du eine erwartete Datei nicht findest, prüfe zuerst, ob du dich tatsächlich im richtigen Verzeichnis befindest.

Kontrolliere außerdem:

  • ob die Datei versteckt ist
  • ob die richtige Domain beziehungsweise der richtige Dokumentenstamm geöffnet ist
  • ob der Dateiname anders geschrieben ist
  • ob die Datei eventuell verschoben wurde

Bei Dateien wie .htaccess solltest du insbesondere die Anzeige versteckter Dateien prüfen.

Website funktioniert nach einer Änderung nicht mehr #

Wenn unmittelbar nach einer Dateiänderung ein Fehler auftritt, solltest du zuerst die zuletzt durchgeführte Änderung überprüfen.

Hast du vor der Änderung eine Kopie erstellt, kannst du die vorherige Version wiederherstellen.

Verändere nicht sofort mehrere weitere Dateien, da die eigentliche Ursache sonst schwerer nachvollziehbar wird.

Praxis-Tipp: Eine Änderung durchführen, Website testen, erst danach die nächste Änderung vornehmen. So kannst du Fehler wesentlich einfacher zuordnen.

Website zeigt nach Bearbeitung einen 500-Fehler #

Ein 500 Internal Server Error kann unter anderem nach fehlerhaften Änderungen an Konfigurationsdateien auftreten.

Wenn der Fehler unmittelbar nach einer Änderung an .htaccess oder einer PHP-Datei aufgetreten ist, stelle zunächst den vorherigen Zustand wieder her.

Einen 500-Fehler behandeln wir später ausführlich unter 500 Internal Server Error beheben.

Website zeigt einen 403-Fehler #

Ein 403 Forbidden kann unter anderem mit Zugriffsregeln oder Dateiberechtigungen zusammenhängen.

Setze in diesem Fall nicht einfach alle Dateien und Ordner auf maximale Berechtigungen.

Die systematische Fehlersuche behandeln wir unter 403 Forbidden beheben.

Dateien vor Änderungen herunterladen #

Bei kleineren Änderungen ist eine einfache Vorgehensweise oft ausreichend:

  1. Betroffene Datei auswählen.
  2. Datei auf deinen Computer herunterladen.
  3. Änderung im cPanel-Editor durchführen.
  4. Website beziehungsweise Funktion testen.
  5. Bei einem Fehler die gesicherte Originaldatei wiederherstellen.

Damit hast du zumindest für diese einzelne Datei einen schnellen Rückweg.

Eine Dateikopie ersetzt kein vollständiges Backup #

Eine Website besteht häufig nicht nur aus Dateien.

Content-Management-Systeme wie WordPress verwenden zusätzlich eine Datenbank.

Eine Kopie von public_html allein ist deshalb nicht automatisch eine vollständige Sicherung einer dynamischen Website.

Wichtig: Datei-Backup und vollständiges Website-Backup sind nicht dasselbe. Für eine vollständige Wiederherstellung können zusätzlich Datenbanken und weitere Konfigurationsdaten notwendig sein.

Speicherplatz durch große Dateien kontrollieren #

Wenn dein Hosting-Account viel Speicher belegt, kann der Dateimanager bei der Suche nach ungewöhnlich großen Dateien helfen.

Sortiere die Ansicht nach Dateigröße beziehungsweise kontrolliere besonders große Archive, Backups, Logdateien oder Medien.

Lösche große Dateien jedoch erst, nachdem du ihren Zweck geprüft hast.

Große ZIP-Backups nach Gebrauch entfernen #

Temporär erstellte Archive können erheblichen Speicherplatz benötigen.

Wenn du beispielsweise ein großes Website-Verzeichnis komprimierst und das Archiv anschließend herunterlädst, bleibt die ZIP-Datei weiterhin auf dem Server, bis du sie entfernst.

Prüfe deshalb nach Abschluss der Arbeiten, ob temporäre Archive noch benötigt werden.

Keine Systemverzeichnisse aufräumen #

Wenn du Speicherplatz freigeben möchtest, lösche nicht wahllos Verzeichnisse außerhalb deiner bekannten Website-Dateien.

Der cPanel-Account enthält technische Ordner, die von Hosting-, Mail- oder anderen Systemfunktionen verwendet werden.

Wenn du einen Ordner nicht kennst, prüfe seinen Zweck, bevor du ihn veränderst.

Empfohlene Vorgehensweise bei Änderungen im Dateimanager #

  1. Prüfe, ob du im richtigen Verzeichnis arbeitest.
  2. Identifiziere die richtige Datei eindeutig.
  3. Sichere wichtige Dateien vor einer Änderung.
  4. Ändere nur das, was tatsächlich notwendig ist.
  5. Speichere die Änderung.
  6. Teste die Website beziehungsweise Funktion unmittelbar.
  7. Bei einem Fehler stelle den vorherigen Zustand wieder her.
  8. Entferne temporäre Kopien und Archive nach Abschluss der Arbeiten.

Grundregel: Der Dateimanager gibt dir direkten Zugriff auf wichtige Website-Dateien. Arbeite deshalb gezielt und nachvollziehbar statt nach dem Prinzip „ausprobieren und schauen, was passiert“.

Wann solltest du den Support kontaktieren? #

Wenn du nicht sicher bist, welche Datei oder welches Verzeichnis geändert werden muss, solltest du nicht wahllos System- oder Website-Dateien löschen.

Für eine gezielte Analyse sind insbesondere folgende Angaben hilfreich:

  • betroffene Domain
  • betroffener Dateipfad
  • welche Änderung durchgeführt wurde
  • ungefähre Uhrzeit der Änderung
  • welcher Fehler anschließend auftritt
  • gegebenenfalls die genaue Fehlermeldung

Teile keine Passwörter oder Zugangsdaten innerhalb einer normalen Fehlerbeschreibung mit.

Zusammenfassung #

Den Dateimanager findest du in deinem CURIAWEB-cPanel unter Dateien → Dateimanager.

Damit kannst du Dateien und Ordner direkt im Browser erstellen, anzeigen, bearbeiten, hochladen, herunterladen, kopieren, verschieben und löschen.

Die öffentlich erreichbaren Dateien der Hauptwebsite befinden sich bei klassischen cPanel-Konfigurationen häufig unter public_html. Bei mehreren Domains können jedoch unterschiedliche Dokumentenstämme verwendet werden.

Erstelle vor Änderungen an wichtigen Dateien eine Sicherung und arbeite besonders vorsichtig mit Dateien wie .htaccess, wp-config.php sowie PHP-Dateien. Setze Dateiberechtigungen nicht pauschal auf 777 und lösche keine unbekannten Systemverzeichnisse.

Verwende den Papierkorb als zusätzliche Sicherheitsstufe und entferne temporäre Backups, Archive oder sensible Dateien nach Abschluss der Arbeiten aus öffentlich erreichbaren Verzeichnissen.

Für einzelne Änderungen ist der cPanel-Dateimanager ein sehr praktisches Werkzeug. Bei umfangreichen Dateiübertragungen kann dagegen eine FTP-Verbindung komfortabler sein.

Letzte Aktualisierung August 28, 2026
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