Du hast eine neue Seite veröffentlicht, aber sie erscheint nicht bei Google? Oder eine bisher indexierte Seite ist plötzlich nicht mehr auffindbar?
Dann solltest du nicht sofort davon ausgehen, dass Google deine Website „abgestraft“ hat. Zwischen dem Veröffentlichen einer Seite und ihrer Aufnahme in den Google-Index liegen mehrere technische Schritte.
Google muss eine URL zunächst entdecken, sie crawlen können, ihren Inhalt verarbeiten und anschließend entscheiden, ob und unter welcher URL der Inhalt indexiert wird.
In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du systematisch herausfindest, warum eine wichtige Seite nicht indexiert ist und welche Ursachen tatsächlich behoben werden müssen.
Kurz erklärt: „Nicht indexiert“ ist nicht automatisch ein Fehler. Entscheidend ist, ob die betreffende URL überhaupt in den Google-Index gehört. Eine Weiterleitung, eine absichtlich entfernte Seite oder ein Duplikat soll beispielsweise normalerweise nicht zusätzlich als eigenständige URL indexiert werden.
Was bedeutet „indexiert“? #
Wenn Google eine Webseite indexiert, wurde ihr Inhalt verarbeitet und die Seite in den Google-Index aufgenommen.
Eine indexierte Seite kann grundsätzlich in den Google-Suchergebnissen erscheinen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sie für jede Suchanfrage rankt oder überhaupt nennenswerten Suchtraffic erhält.
Seite veröffentlicht
↓
Google entdeckt URL
↓
Google crawlt URL
↓
Google verarbeitet Inhalt
↓
Indexierungsentscheidung
↓
Seite kann im Google-Index landen
↓
Seite kann für passende
Suchanfragen erscheinen
Crawling, Indexierung und Ranking unterscheiden #
Diese drei Begriffe werden häufig miteinander verwechselt.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Crawling | Google ruft eine URL beziehungsweise Ressource ab |
| Indexierung | Google verarbeitet den Inhalt und kann ihn in den Suchindex aufnehmen |
| Ranking | Google entscheidet, ob und an welcher Stelle ein indexierter Inhalt für eine konkrete Suchanfrage erscheint |
Eine Seite kann also gecrawlt, aber nicht indexiert sein.
Und eine indexierte Seite kann bei einer bestimmten Suchanfrage so weit hinten erscheinen, dass du sie bei einer manuellen Suche kaum findest.
„Ich finde meine Seite bei Google nicht“ bedeutet nicht automatisch „nicht indexiert“ #
Wenn du deine Seite für ein bestimmtes Keyword nicht findest, kann sie trotzdem im Google-Index vorhanden sein.
Das Problem kann dann das Ranking und nicht die Indexierung sein.
Deshalb solltest du den Indexierungsstatus einer konkreten URL nicht allein mit einer normalen Google-Suche beurteilen.
Den Indexierungsstatus mit der URL-Prüfung kontrollieren #
Öffne deine Property in der Google Search Console und verwende oben die URL-Prüfung.
Gib die vollständige URL ein.
Beispiel:
Die Search Console zeigt dir anschließend Informationen darüber, wie Google diese URL behandelt.
Falls du die Search Console noch nicht eingerichtet hast, findest du die Anleitung unter Google Search Console einrichten und Website bestätigen.
URL-Prüfung und Seitenindexierungsbericht erfüllen unterschiedliche Aufgaben #
Für eine einzelne konkrete URL ist die URL-Prüfung besonders wichtig.
Der Bericht zur Seitenindexierung liefert dagegen einen Überblick darüber, welche bekannten URLs indexiert oder aus welchen Gründen nicht indexiert wurden.
Eine konkrete URL untersuchen
→ URL-Prüfung
Website insgesamt untersuchen
→ Seitenindexierungsbericht
Nicht jede URL deiner Website muss indexiert sein #
Das Ziel einer Website sollte nicht lauten:
100 % aller bekannten URLs müssen indexiert sein.
Viele Websites erzeugen URLs, die Google zwar kennt, die aber nicht als eigenständige Suchergebnisse benötigt werden.
Dazu können beispielsweise gehören:
Duplikate
Weiterleitungs-URLs
bestimmte Filter-URLs
interne Suchseiten
bewusst ausgeschlossene Seiten
entfernte Inhalte
technische URLs
Wichtig ist vielmehr, dass deine relevanten kanonischen Seiten indexierbar sind und von Google sinnvoll verarbeitet werden können.
Grundregel: Untersuche nicht einfach die Anzahl „nicht indexierter Seiten“. Prüfe zuerst, ob sich darunter URLs befinden, die tatsächlich in Google erscheinen sollen.
Die wichtigsten Ursachen für fehlende Indexierung #
Wenn eine wichtige URL nicht indexiert ist, kommen unterschiedliche Ursachen infrage.
Zu den häufigsten gehören:
Google kennt die URL noch nicht
URL entdeckt, aber noch nicht gecrawlt
URL gecrawlt, aber derzeit nicht indexiert
noindex-Anweisung
robots.txt blockiert Crawling
URL leitet weiter
Canonical zeigt auf andere URL
Google wählt andere kanonische URL
404 oder Soft 404
Serverfehler
Zugriffsschutz
Duplikat
unzureichende interne Verlinkung
Die richtige Lösung hängt davon ab, welcher dieser Fälle tatsächlich vorliegt.
Fall 1: Google kennt die URL noch nicht #
Bei einer neuen Seite kann es vorkommen, dass Google die URL noch nicht entdeckt hat.
Google kann neue URLs unter anderem über interne und externe Links sowie XML-Sitemaps finden.
Wenn eine neue Seite weder sinnvoll intern verlinkt noch in einer Sitemap enthalten ist, kann ihre Entdeckung erschwert werden.
Neue Seiten sinnvoll intern verlinken #
Eine wichtige Seite sollte nicht isoliert auf deiner Website existieren.
Sie sollte über eine nachvollziehbare Seitenstruktur erreichbar sein.
Beispielsweise:
Startseite
↓
Kategorie
↓
Themenseite
↓
neuer Artikel
Interne Links helfen nicht nur Besuchern bei der Navigation, sondern auch Suchmaschinen beim Entdecken und Einordnen deiner Inhalte.
XML-Sitemap kontrollieren #
Eine XML-Sitemap kann Google wichtige URLs deiner Website mitteilen.
Prüfe deshalb, ob die betreffende URL in der richtigen Sitemap enthalten ist und ob Google auf diese Sitemap zugreifen kann.
Wie Sitemaps funktionieren und wie du sie in der Search Console einreichst, erklären wir unter XML-Sitemap: Was sie macht und wie du sie bei Google einreichst.
Wichtig: Eine URL in einer XML-Sitemap zu hinterlegen garantiert keine Indexierung. Die Sitemap hilft Google vor allem dabei, URLs zu entdecken und Informationen über sie zu erhalten.
Fall 2: „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“ #
Dieser Status bedeutet vereinfacht, dass Google die URL kennt, sie aber noch nicht gecrawlt hat.
Die Seite kann deshalb zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgrund ihres abgerufenen Inhalts indexiert werden.
Bei einzelnen neuen URLs kann zunächst schlicht Geduld erforderlich sein.
Wenn dagegen sehr viele wichtige Seiten dauerhaft in diesem Zustand verbleiben, solltest du die Website-Struktur genauer untersuchen.
Was solltest du bei „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“ prüfen? #
Bei wichtigen Seiten sind insbesondere folgende Fragen sinnvoll:
Ist die Seite neu?
Ist sie intern verlinkt?
Ist sie in der XML-Sitemap enthalten?
Ist sie öffentlich erreichbar?
Gibt es sehr viele unnötige URLs?
Ist die Seitenstruktur nachvollziehbar?
Kann Google die Website zuverlässig erreichen?
Die genaue Ursache lässt sich nicht allein aus der Statusbezeichnung ableiten.
Fall 3: „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ #
Dieser Status bedeutet, dass Google die URL bereits gecrawlt hat, sie derzeit aber nicht indexiert.
Das ist etwas anderes als „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“.
Gefunden – zurzeit nicht indexiert
Google kennt URL
↓
noch nicht gecrawlt
Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert
Google kennt URL
↓
Google hat URL gecrawlt
↓
derzeit nicht indexiert
„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ ist keine eindeutige Qualitätsdiagnose #
Es wäre falsch, diesen Status automatisch mit „schlechter Inhalt“ gleichzusetzen.
Google hat die Seite lediglich zum aktuellen Zeitpunkt nicht in den Index aufgenommen.
Bei einer wichtigen URL solltest du deshalb zunächst die gesamte technische und inhaltliche Situation untersuchen.
Prüfe unter anderem:
Ist die Seite tatsächlich eigenständig?
Überschneidet sie sich stark
mit anderen Seiten?
Ist sie intern sinnvoll verlinkt?
Ist sie für Nutzer relevant?
Ist der Hauptinhalt vollständig?
Gibt es technische Auffälligkeiten?
Welche kanonische URL erkennt Google?
Wichtig: Reagiere auf „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ nicht mit hektischen Textänderungen oder ständigem erneuten Einreichen. Zuerst sollte geklärt werden, ob die Seite technisch und inhaltlich überhaupt als eigenständige Index-URL sinnvoll ist.
Fall 4: Die Seite enthält noindex #
Mit einer noindex-Anweisung kann einer Suchmaschine mitgeteilt werden, dass eine Seite nicht in den Suchergebnissen erscheinen soll.
Eine entsprechende HTML-Anweisung kann beispielsweise so aussehen:
<meta name="robots" content="noindex">
Wenn Google diese Anweisung beim Crawling sieht, soll die Seite nicht indexiert werden.
Unbeabsichtigtes noindex bei WordPress #
Bei WordPress solltest du insbesondere nach Entwicklungs- oder Relaunch-Arbeiten kontrollieren, ob die Website versehentlich für Suchmaschinen ausgeschlossen wurde.
Auch SEO-Plugins können Einstellungen besitzen, mit denen einzelne Inhaltstypen oder Seiten auf noindex gesetzt werden.
Prüfe deshalb bei einer betroffenen URL sowohl die allgemeinen WordPress-Einstellungen als auch die Einstellungen des verwendeten SEO-Plugins.
noindex nicht entfernen, wenn es absichtlich gesetzt wurde #
Wenn eine Seite bewusst nicht in Google erscheinen soll, ist der Status „durch noindex ausgeschlossen“ kein Fehler.
Das kann beispielsweise für bestimmte interne oder technisch bedingte Seiten gewünscht sein.
Entferne noindex nur dann, wenn die betreffende URL tatsächlich indexiert werden soll.
Fall 5: robots.txt blockiert Google #
Eine robots.txt-Datei kann Suchmaschinen daran hindern, bestimmte URLs oder Bereiche zu crawlen.
Beispiel:
User-agent: *
Disallow: /privater-bereich/
Wenn eine wichtige öffentliche Seite versehentlich durch eine solche Regel blockiert wird, kann Google ihren Inhalt nicht normal crawlen.
Wie die Datei funktioniert, erklären wir unter robots.txt erklärt: Suchmaschinen-Crawler richtig steuern.
robots.txt und noindex sind nicht dasselbe #
Dieser Unterschied ist besonders wichtig.
robots.txt
→ steuert Crawling
noindex
→ steuert Indexierung
Wenn Google eine URL aufgrund der robots.txt nicht crawlen darf, kann Google auch eine noindex-Anweisung im HTML dieser Seite nicht lesen.
Eine robots.txt-Sperre ist deshalb nicht die richtige Standardmethode, um eine bereits bekannte URL zuverlässig aus den Suchergebnissen herauszuhalten.
Kann eine durch robots.txt blockierte URL trotzdem bei Google erscheinen? #
Unter bestimmten Umständen kann Google eine bekannte URL auch dann indexieren, wenn ihr Inhalt wegen einer robots.txt-Regel nicht gecrawlt werden darf.
Google kennt die URL beispielsweise möglicherweise über Links von anderen Seiten.
Das Suchergebnis kann dann nur eingeschränkte Informationen besitzen, weil Google den eigentlichen Seiteninhalt nicht abrufen konnte.
Merke: Möchtest du eine Seite aus dem Google-Index ausschließen, ist eine reine
robots.txt-Sperre nicht dasselbe wienoindex.
Fall 6: Die URL leitet weiter #
Wenn eine URL dauerhaft oder temporär auf eine andere URL weiterleitet, ist es normalerweise nicht das Ziel, die Weiterleitungs-URL zusätzlich als eigenständige Inhaltsseite zu indexieren.
Beispiel:
https://example.com/alter-artikel/
↓ 301
https://example.com/neuer-artikel/
In diesem Fall solltest du primär den Indexierungsstatus der Ziel-URL untersuchen.
Die Einrichtung permanenter Weiterleitungen erklären wir unter 301-Weiterleitung einrichten: URLs dauerhaft umleiten.
Weiterleitungsfehler können Indexierungsprobleme verursachen #
Nicht jede Weiterleitung funktioniert korrekt.
Problematisch können beispielsweise sein:
Weiterleitungsschleifen
zu lange Weiterleitungsketten
fehlerhafte Ziel-URLs
Weiterleitungen auf nicht erreichbare Seiten
Wenn Google einen Weiterleitungsfehler meldet, solltest du deshalb die komplette Weiterleitungskette prüfen.
Fall 7: Canonical verweist auf eine andere URL #
Mit einem Canonical-Hinweis kann angegeben werden, welche URL bei sehr ähnlichen oder doppelten Inhalten als bevorzugte Version betrachtet werden soll.
Beispiel:
<link
rel="canonical"
href="https://example.com/original/"
>
Wenn eine Seite auf eine andere URL als kanonische Version verweist, kann es vollkommen beabsichtigt sein, dass die aktuelle URL nicht separat indexiert wird.
Was bedeutet kanonische URL? #
Wenn derselbe oder sehr ähnliche Inhalt über mehrere URLs erreichbar ist, versucht Google eine repräsentative URL für diesen Inhalt zu bestimmen.
Diese wird als kanonische URL bezeichnet.
Beispielsweise könnten technische Varianten entstehen wie:
https://example.com/produkt/
https://example.com/produkt/?farbe=rot
https://example.com/produkt/?sortierung=preis
Ob solche URLs tatsächlich Duplikate sind, hängt vom jeweiligen Inhalt und System ab.
Vom Nutzer festgelegte und von Google ausgewählte Canonical-URL #
In der URL-Prüfung kann dir begegnen:
Vom Nutzer festgelegte kanonische URL
Google hat eine andere
kanonische URL ausgewählt
Ein Canonical-Hinweis ist ein starkes Signal, aber Google kann anhand verschiedener Signale eine andere URL als kanonische Version bestimmen.
Wenn Google eine unerwartete URL auswählt, solltest du deshalb die Gesamtheit der Signale prüfen.
Bei Canonical-Problemen auf widersprüchliche Signale achten #
Kontrolliere beispielsweise:
Canonical-Tag
interne Links
Weiterleitungen
XML-Sitemap
HTTP-/HTTPS-Varianten
www-/ohne-www-Varianten
inhaltliche Ähnlichkeit der Seiten
Wenn unterschiedliche Signale auf unterschiedliche URLs zeigen, erschwert dies eine eindeutige Interpretation.
Self-Canonical bei normalen Inhaltsseiten #
Bei einer eigenständigen indexierbaren Seite zeigt das Canonical häufig auf die eigene bevorzugte URL.
Beispiel:
Seite:
https://example.com/ratgeber/
Canonical:
https://example.com/ratgeber/
Das wird häufig als Self-Canonical bezeichnet.
Canonical ist keine Weiterleitung #
Ein Canonical-Hinweis und eine HTTP-Weiterleitung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
301-Weiterleitung
→ Browser und Suchmaschine
werden auf andere URL weitergeleitet
rel="canonical"
→ Seite bleibt erreichbar
→ signalisiert bevorzugte URL
für ähnliche / doppelte Inhalte
Verwende ein Canonical deshalb nicht einfach als Ersatz für eine notwendige Weiterleitung.
Fall 8: Google erkennt ein Duplikat #
Mehrere sehr ähnliche oder identische URLs müssen nicht alle separat indexiert werden.
Google kann solche Seiten gruppieren und eine kanonische Version auswählen.
Duplikate können beispielsweise durch:
URL-Parameter
Filter
Sortierungen
Druckversionen
technische Varianten
mehrere erreichbare URL-Versionen
entstehen.
Dass eine Duplikat-URL nicht separat indexiert wird, kann deshalb genau das gewünschte Verhalten sein.
Ähnliche Inhalte sind nicht automatisch problematische Duplikate #
Zwei Seiten dürfen dasselbe Thema berühren.
Problematisch wird es eher, wenn mehrere URLs praktisch denselben Zweck erfüllen und kaum eigenständigen Mehrwert besitzen.
Dann solltest du prüfen, ob wirklich mehrere indexierbare Seiten notwendig sind.
Fall 9: 404 – Seite existiert nicht #
Wenn eine URL nicht mehr existiert und keinen sinnvollen Ersatz besitzt, kann ein HTTP-Status 404 Not Found vollkommen korrekt sein.
Eine solche URL soll normalerweise nicht als bestehende Inhaltsseite im Google-Index verbleiben.
Problematisch ist ein 404 insbesondere dann, wenn:
die Seite eigentlich existieren sollte
interne Links darauf zeigen
sie noch in der Sitemap steht
die URL versehentlich geändert wurde
eine relevante alte URL
einen passenden Nachfolger besitzt
Die vollständige Diagnose behandeln wir unter 404-Fehler finden und beheben.
Fall 10: Soft 404 #
Bei einem Soft 404 liefert eine URL technisch möglicherweise einen erfolgreichen HTTP-Status, wirkt für Google inhaltlich aber wie eine nicht vorhandene oder nicht sinnvoll nutzbare Seite.
Ein typisches problematisches Prinzip wäre:
HTTP-Status:
200 OK
sichtbarer Inhalt:
"Diese Seite wurde nicht gefunden."
Für eine tatsächlich nicht vorhandene Seite sollte der Server normalerweise einen passenden Fehlerstatus zurückgeben.
Leere oder kaum nutzbare Seiten können ebenfalls problematisch sein #
Ein Soft-404-Problem muss nicht immer eine klassische „Seite nicht gefunden“-Meldung enthalten.
Auch URLs, deren eigentlicher erwarteter Inhalt fehlt und die kaum sinnvolle Informationen liefern, können entsprechend interpretiert werden.
Prüfe deshalb, ob die Seite für einen Besucher tatsächlich den Inhalt bereitstellt, den ihre URL und ihr Zweck erwarten lassen.
Fall 11: Serverfehler #
Wenn Google beim Abruf einer Seite einen Serverfehler erhält, kann die URL nicht normal verarbeitet werden.
Typische HTTP-Statuscodes aus diesem Bereich sind:
500 Internal Server Error
502 Bad Gateway
503 Service Unavailable
504 Gateway Timeout
Wenn solche Fehler bei wichtigen Seiten auftreten, solltest du die technische Ursache untersuchen.
Die Bedeutung der wichtigsten Statuscodes erklären wir unter HTTP-Statuscodes erklärt: 200, 301, 404, 403 und 500.
Vorübergehende und dauerhafte Serverprobleme unterscheiden #
Ein einzelner kurzfristiger Fehler bedeutet nicht automatisch, dass eine URL dauerhaft aus Google verschwindet.
Wiederkehrende oder länger anhaltende Serverprobleme können Crawling und Indexierung jedoch erheblich beeinträchtigen.
Wenn deine Website regelmäßig nicht erreichbar ist, sollte deshalb nicht nur die Search Console, sondern auch die tatsächliche Verfügbarkeit untersucht werden.
Fall 12: Zugriff auf die Seite ist geschützt #
Eine Seite, die nur nach Anmeldung erreichbar ist, kann Google nicht wie eine normale öffentlich zugängliche Webseite crawlen und indexieren.
Das betrifft beispielsweise:
passwortgeschützte Bereiche
interne Kundenbereiche
Staging-Websites mit Zugangsschutz
Inhalte hinter einem Login
Bei solchen Seiten kann die fehlende Indexierung vollkommen beabsichtigt sein.
Staging-Websites sollten nicht versehentlich indexiert werden #
Eine Entwicklungs- oder Staging-Website sollte normalerweise nicht als Konkurrenz zur produktiven Website in Google erscheinen.
Ein echter Zugriffsschutz ist für nicht öffentliche Entwicklungsumgebungen besonders sinnvoll.
Vor dem Livegang muss anschließend sichergestellt werden, dass die produktive Website öffentlich erreichbar und indexierbar ist.
Typischer Relaunch-Fehler: noindex bleibt aktiv #
Während einer Website-Entwicklung wird die Indexierung häufig bewusst verhindert.
Beim Livegang kann dann vergessen werden, diese Sperre auf der produktiven Website zu entfernen.
Nach einem Relaunch solltest du deshalb unbedingt kontrollieren:
noindex
robots.txt
Canonical
Weiterleitungen
HTTP-Status
XML-Sitemap
interne Links
Fall 13: Die URL liefert einen ungewöhnlichen HTTP-Status #
Eine Seite, die indexiert werden soll, sollte normalerweise erfolgreich und für Google erreichbar sein.
Prüfe deshalb den tatsächlichen HTTP-Status der URL.
Eine Seite kann im Browser scheinbar funktionieren und trotzdem technisch unerwartet reagieren.
Beispiele:
200 → erfolgreiche Antwort
301 → permanente Weiterleitung
403 → Zugriff verweigert
404 → nicht gefunden
500 → Serverfehler
Eine detaillierte Erklärung findest du unter HTTP-Statuscodes erklärt: 200, 301, 404, 403 und 500.
Fall 14: Die Seite besitzt zu wenig interne Einbindung #
Eine wichtige Seite sollte nicht nur über ihre Sitemap erreichbar sein.
Eine sinnvolle interne Verlinkung hilft dabei, die Seite in die Informationsarchitektur der Website einzuordnen.
Wenn ein Artikel nur über seine direkte URL erreichbar ist und nirgendwo sinnvoll verlinkt wird, solltest du prüfen, ob er tatsächlich ausreichend in die Website integriert ist.
Interne Links sollten thematisch sinnvoll sein #
Es geht nicht darum, möglichst viele interne Links auf jede Seite zu setzen.
Ein Link sollte Besuchern helfen, einen thematisch passenden nächsten Inhalt zu finden.
Eine nachvollziehbare Struktur ist wertvoller als künstliche Linkmengen.
Fall 15: Inhalt und Suchintention überschneiden sich stark #
Wenn mehrere eigene Seiten praktisch dieselbe Frage beantworten, kann unklar werden, welche davon die zentrale Seite für das Thema sein soll.
Beispielsweise:
/wordpress-schneller-machen/
/wordpress-beschleunigen/
/wordpress-ladezeit-verbessern/
Wenn alle drei Seiten nahezu denselben Inhalt und dieselbe Suchintention besitzen, sollte geprüft werden, ob wirklich drei eigenständige Seiten erforderlich sind.
Mehr Seiten bedeuten nicht automatisch mehr Sichtbarkeit.
Thin Content nicht mit einer bestimmten Wortzahl definieren #
Es gibt keine allgemeine Mindestwortzahl, ab der Google eine Seite automatisch indexiert.
Eine kurze Seite kann für eine klar begrenzte Frage vollkommen ausreichend sein.
Eine sehr lange Seite kann dagegen trotz tausender Wörter wenig eigenständigen Nutzen bieten.
Entscheidend ist deshalb nicht:
Wie viele Wörter hat die Seite?
Sondern eher:
Erfüllt die Seite ihren Zweck für den Besucher?
Indexierung kann nicht erzwungen werden #
Auch wenn eine Seite technisch einwandfrei erreichbar, indexierbar und in der Sitemap enthalten ist, besteht keine Garantie, dass Google sie indexiert.
Google entscheidet selbst, welche Inhalte in den Index aufgenommen werden.
Die Aufgabe des Website-Betreibers besteht deshalb darin, technische Hindernisse zu beseitigen und relevante, eigenständige sowie gut zugängliche Inhalte bereitzustellen.
Wichtig: „Indexierung beantragen“ bedeutet nicht „Indexierung erzwingen“. Google erhält dadurch eine Anfrage zur erneuten Prüfung beziehungsweise zum Crawling, aber keine Verpflichtung zur Aufnahme in den Index.
Wann solltest du „Indexierung beantragen“ verwenden? #
Die Funktion in der URL-Prüfung kann sinnvoll sein, wenn du beispielsweise:
eine wichtige neue Seite veröffentlicht hast
eine relevante Seite stark überarbeitet hast
einen technischen Indexierungsfehler behoben hast
eine versehentliche noindex-Anweisung
entfernt hast
Dann kannst du Google auf die Änderung aufmerksam machen.
Nicht ständig erneut Indexierung beantragen #
Wenn eine Seite nach einer Anfrage nicht sofort indexiert wird, bringt es normalerweise nichts, die Funktion immer wieder zu verwenden.
Prüfe stattdessen, ob weiterhin ein technisches oder strukturelles Problem besteht und gib Google anschließend Zeit zur erneuten Verarbeitung.
Live-URL testen #
Die URL-Prüfung kann einen Live-Test der aktuellen URL durchführen.
Das ist besonders hilfreich, wenn du einen Fehler inzwischen behoben hast, die Search Console aber noch Daten vom vorherigen Crawl zeigt.
Google hat Seite früher gecrawlt
↓
damals war noindex aktiv
↓
du entfernst noindex
↓
alter Bericht zeigt noch alten Zustand
↓
Live-URL testen
↓
aktuellen Zustand prüfen
Beachte jedoch, dass ein erfolgreicher Live-Test nicht automatisch bedeutet, dass die Seite anschließend indexiert wird.
Warum zeigt der Bericht noch einen alten Fehler? #
Search-Console-Berichte spiegeln nicht immer unmittelbar den aktuellen Zustand einer Website wider.
Wenn du einen Fehler erst nach Googles letztem Crawl behoben hast, kann der Bericht zunächst noch den früheren Zustand anzeigen.
Prüfe deshalb das Datum des letzten Crawls und vergleiche es mit dem Zeitpunkt deiner Änderung.
Google braucht Zeit #
Neue oder geänderte Seiten werden nicht zwangsläufig unmittelbar nach Veröffentlichung neu verarbeitet.
Wie schnell Google eine URL erneut besucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Eine feste Zusage wie:
Google indexiert jede neue Seite innerhalb von 24 Stunden.
wäre deshalb falsch.
Bei wichtigen Änderungen solltest du die URL technisch korrekt bereitstellen und anschließend die weitere Entwicklung beobachten.
Die Sitemap ist keine Warteschlange für Google #
Eine häufige Fehlannahme lautet:
URL in Sitemap = Google muss sie indexieren.
Das stimmt nicht.
Eine Sitemap ist ein Hilfsmittel zur URL-Entdeckung und liefert Google zusätzliche Informationen. Die eigentliche Indexierungsentscheidung bleibt davon getrennt.
Was solltest du bei einer neuen Website prüfen? #
Wenn eine komplette neue Website noch kaum bei Google erscheint, gehe strukturiert vor.
Website öffentlich erreichbar?
Search Console eingerichtet?
Domain korrekt bestätigt?
Startseite indexierbar?
noindex entfernt?
robots.txt korrekt?
XML-Sitemap erreichbar?
wichtige Seiten intern verlinkt?
HTTP-Status korrekt?
Canonical plausibel?
Sitemap bei Google eingereicht?
Beginne mit der Startseite und den wichtigsten Seiten, statt sofort jede technisch erzeugte URL zu untersuchen.
Was solltest du bei einer einzelnen fehlenden Seite prüfen? #
Wenn nur eine bestimmte wichtige Seite fehlt, ist die Diagnose enger.
URL-Prüfung öffnen
↓
kennt Google die URL?
↓
letzter Crawl?
↓
HTTP-Status?
↓
Indexierung erlaubt?
↓
robots.txt?
↓
Canonical?
↓
Weiterleitung?
↓
Sitemap?
↓
interne Links?
↓
Duplikat / Überschneidung?
↓
Inhalt tatsächlich eigenständig?
Was solltest du prüfen, wenn viele Seiten plötzlich verschwinden? #
Wenn nicht nur eine URL, sondern viele bisher indexierte Seiten gleichzeitig betroffen sind, solltest du zuerst nach einer gemeinsamen Ursache suchen.
Beispiele:
WordPress-Einstellung geändert
SEO-Plugin-Konfiguration geändert
noindex auf ganzen Inhaltstyp gesetzt
robots.txt geändert
Domain oder URL-Struktur geändert
Weiterleitungen fehlerhaft
Canonical-Konfiguration geändert
Serverprobleme
Relaunch durchgeführt
Eine plötzliche Veränderung vieler URLs spricht eher für ein gemeinsames technisches oder strukturelles Ereignis als für viele voneinander unabhängige Einzelprobleme.
Nach einem Relaunch besonders genau kontrollieren #
Bei einem Relaunch können sich URL-Strukturen, interne Links, Canonicals, Sitemaps und technische Einstellungen gleichzeitig ändern.
Kontrolliere deshalb nach dem Livegang insbesondere:
wichtige alte URLs
301-Weiterleitungen
neue Ziel-URLs
404-Fehler
noindex
robots.txt
Canonical
XML-Sitemap
interne Links
Search-Console-Berichte
Nicht alle alten URLs auf die Startseite umleiten #
Wenn alte Seiten entfernt oder verschoben wurden, solltest du relevante alte URLs auf möglichst passende neue Inhalte weiterleiten.
Eine pauschale Weiterleitung sämtlicher nicht mehr vorhandener URLs auf die Startseite ist keine saubere Lösung.
Existiert kein sinnvoller Ersatz, kann ein korrekter 404-Status angemessener sein.
Indexierungsprobleme priorisieren #
Bei größeren Websites können sehr viele nicht indexierte URLs auftauchen.
Arbeite deshalb nicht einfach die längste Liste ab.
Priorisiere:
1. Startseite
2. wichtige Leistungs- oder Produktseiten
3. zentrale Kategorien
4. wichtige Ratgeber und Artikel
5. andere strategisch relevante Seiten
6. technische und unwichtige URLs
nur prüfen, wenn notwendig
So konzentrierst du deine Arbeit auf URLs, deren Indexierung tatsächlich wichtig ist.
Ein Diagnosebeispiel #
Angenommen, folgende Seite soll bei Google erscheinen:
Die URL-Prüfung zeigt jedoch, dass sie nicht indexiert ist.
Ein sinnvoller Ablauf wäre:
1. Live-URL erreichbar?
→ ja
2. HTTP-Status?
→ 200
3. noindex?
→ nein
4. robots.txt blockiert?
→ nein
5. Canonical?
→ eigene URL
6. Weiterleitung?
→ nein
7. Sitemap?
→ enthalten
8. interne Links?
→ vorhanden
9. Google bereits gecrawlt?
→ ja
10. Status?
→ Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert
In diesem Fall wäre ein offensichtlicher technischer Blockierungsfehler zunächst nicht erkennbar.
Dann solltest du stärker prüfen, ob die Seite einen klaren eigenständigen Zweck besitzt, wie sie sich von ähnlichen Seiten unterscheidet und wie sie innerhalb der Website eingebunden ist.
Ein zweites Diagnosebeispiel #
URL soll indexiert werden
HTTP-Status:
200
URL-Prüfung:
Indexierung nicht erlaubt
Grund:
noindex erkannt
Hier ist die Ursache dagegen eindeutig.
Wenn noindex versehentlich gesetzt wurde, muss diese Anweisung entfernt werden. Anschließend kannst du die Live-URL erneut prüfen und bei Bedarf eine erneute Indexierung anfragen.
Ein drittes Diagnosebeispiel #
alte URL:
/alter-ratgeber/
↓ 301
neue URL:
/neuer-ratgeber/
Die alte URL wird als Seite mit Weiterleitung nicht eigenständig indexiert.
Das ist grundsätzlich kein Fehler.
Prüfen solltest du stattdessen, ob die Weiterleitung korrekt funktioniert und ob die neue Ziel-URL indexierbar ist.
Häufige Fehler bei Indexierungsproblemen #
nicht indexiert mit nicht rankend verwechseln
100 % Indexierungsquote anstreben
jede ausgeschlossene URL als Fehler ansehen
Indexierung ständig erneut beantragen
Sitemap als Indexierungsgarantie verstehen
robots.txt und noindex verwechseln
robots.txt zum Entfernen aus Google verwenden
Canonical als Weiterleitung verstehen
jede Canonical-Abweichung blind ändern
404 grundsätzlich auf Startseite umleiten
Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert
automatisch mit schlechtem Inhalt gleichsetzen
nur Wortzahl als Qualitätsmaß verwenden
nach einem Relaunch noindex vergessen
Search-Console-Berichte
als Echtzeitdaten interpretieren
Schnelle Diagnose nach Search-Console-Status #
| Status / Situation | Was zuerst prüfen? |
|---|---|
| Google kennt URL nicht | interne Links, Sitemap, Erreichbarkeit |
| Gefunden – zurzeit nicht indexiert | Entdeckung vorhanden, Crawling und Website-Struktur prüfen |
| Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert | Eigenständigkeit, technische Signale, Canonical und Inhalt prüfen |
| Durch noindex ausgeschlossen | prüfen, ob noindex beabsichtigt ist |
| Durch robots.txt blockiert | Crawling-Regel kontrollieren |
| Seite mit Weiterleitung | Ziel-URL und Weiterleitung prüfen |
| Duplikat | Canonical und Zweck der URL prüfen |
| Soft 404 | Inhalt und tatsächlichen HTTP-Status prüfen |
| 404 | klären, ob Seite existieren beziehungsweise weiterleiten soll |
| Serverfehler | HTTP-Fehler und technische Ursache untersuchen |
Checkliste: Warum indexiert Google meine Seite nicht? #
Soll die URL überhaupt indexiert werden?
↓
URL-Prüfung öffnen
↓
Kennt Google die URL?
↓
Live-URL erreichbar?
↓
HTTP-Status 200?
↓
noindex vorhanden?
↓
robots.txt blockiert?
↓
Weiterleitung vorhanden?
↓
Canonical korrekt?
↓
Google wählt andere Canonical?
↓
Soft 404?
↓
Serverfehler?
↓
Seite öffentlich erreichbar?
↓
in XML-Sitemap enthalten?
↓
intern sinnvoll verlinkt?
↓
eigenständiger Inhalt?
↓
starke Überschneidung mit
anderen Seiten?
↓
Fehler beheben
↓
Live-URL erneut testen
↓
bei wichtiger Änderung
Indexierung beantragen
↓
Google Zeit zur Verarbeitung geben
↓
Status erneut kontrollieren
Zusammenfassung #
Wenn eine Seite nicht bei Google erscheint, solltest du zunächst unterscheiden, ob sie tatsächlich nicht indexiert ist oder lediglich für die von dir getestete Suchanfrage nicht sichtbar rankt.
Für eine konkrete URL ist die URL-Prüfung der Google Search Console das wichtigste Diagnosewerkzeug.
Eine fehlende Indexierung kann viele Ursachen haben: Google hat die URL möglicherweise noch nicht gecrawlt, eine noindex-Anweisung verhindert die Indexierung, die robots.txt blockiert das Crawling, die URL leitet weiter, Google betrachtet eine andere URL als kanonisch oder die Seite liefert einen Fehlerstatus.
Auch „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ bedeutet nicht automatisch, dass Google deinen Inhalt als schlecht bewertet. Technische Signale, Überschneidungen, Seitenstruktur und der eigenständige Zweck der URL sollten gemeinsam betrachtet werden.
Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass nicht jede bekannte URL indexiert sein muss. Duplikate, Weiterleitungs-URLs und absichtlich ausgeschlossene oder entfernte Seiten dürfen völlig korrekt außerhalb des Index bleiben.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Wie bekomme ich jede URL in Google?“, sondern: „Welche Seiten sollen für Nutzer über Google auffindbar sein – und gibt es bei genau diesen Seiten ein technisches, strukturelles oder inhaltliches Hindernis?“