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WordPress Staging erstellen: Änderungen sicher mit Softaculous testen

Lesezeit ca.: 9 Minuten

Änderungen an einer produktiven WordPress-Website können immer Auswirkungen auf Design, Funktionen oder Erreichbarkeit haben. Besonders bei grösseren WordPress-Updates, neuen Plugins, Theme-Wechseln oder umfangreichen Anpassungen ist es deshalb sinnvoll, Änderungen zunächst in einer Staging-Umgebung zu testen.

Mit Softaculous kannst du in deinem CURIAWEB Hosting aus einer bestehenden WordPress-Website eine separate Staging-Installation erstellen. Diese Testumgebung basiert auf deiner aktuellen Website, läuft jedoch getrennt von der produktiven Installation. Du kannst dort Änderungen ausprobieren, ohne unmittelbar die öffentlich erreichbare Website zu verändern.

Kurz erklärt: Eine Staging-Website ist eine separate Testkopie deiner produktiven WordPress-Website. Änderungen werden zunächst dort durchgeführt und können nach erfolgreicher Prüfung mit Softaculous gezielt auf die Live-Website übertragen werden.

Was ist eine WordPress-Staging-Umgebung? #

Eine Staging-Umgebung ist eine Arbeitskopie deiner Website. Sie enthält grundsätzlich dieselben Bestandteile wie die Ausgangsinstallation: WordPress, Datenbank, Themes, Plugins, Einstellungen, Beiträge, Seiten und Mediendateien.

Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Besucher weiterhin deine normale Website sehen, während du Änderungen auf der Staging-Version vorbereitest und testest.

Angenommen, deine Website ist unter folgender Adresse erreichbar:

deine-domain.ch

Die Staging-Version könnte beispielsweise unter einer separaten Adresse beziehungsweise einem Unterverzeichnis eingerichtet werden:

deine-domain.ch/staging

Welche Adresse tatsächlich verwendet wird, legst du bei der Erstellung der Staging-Installation fest.

Warum sollte ich Änderungen nicht direkt auf der Live-Website testen? #

Kleinere Änderungen an einem Text oder Bild lassen sich normalerweise problemlos direkt in WordPress durchführen. Anders sieht es bei technischen Änderungen aus.

Ein Plugin-Update kann beispielsweise mit einem anderen Plugin kollidieren. Ein Theme-Update kann individuelle Anpassungen beeinflussen. Eine neue PHP-Version kann veralteten Programmcode sichtbar machen. Änderungen an WooCommerce, einem Page Builder oder der WordPress-Konfiguration können ebenfalls unerwartete Auswirkungen haben.

Bei einer produktiven Website bemerken solche Probleme im schlimmsten Fall nicht nur du, sondern auch deine Besucher oder Kunden.

Mit einer Staging-Umgebung kannst du Änderungen zunächst ausprobieren und kontrollieren, ob die Website danach weiterhin korrekt funktioniert.

Wann ist WordPress Staging besonders sinnvoll? #

Eine Testumgebung empfiehlt sich insbesondere vor Änderungen, die mehrere Bereiche deiner Website betreffen oder deren Auswirkungen sich nicht sicher vorhersagen lassen.

  • grösseren WordPress-Updates,
  • Updates wichtiger Plugins,
  • Installation neuer oder technisch komplexer Plugins,
  • Theme-Wechseln oder umfangreichen Theme-Updates,
  • Änderungen mit Elementor oder anderen Page Buildern,
  • Änderungen an WooCommerce und dem Checkout,
  • Wechsel der PHP-Version,
  • umfangreichen Änderungen am Design,
  • Änderungen an individuellem PHP-, CSS- oder JavaScript-Code,
  • Fehlersuche bei Plugin- oder Theme-Konflikten.

Faustregel: Wenn eine Änderung deine Website im Fehlerfall teilweise oder vollständig ausser Betrieb setzen könnte, teste sie nach Möglichkeit zuerst in einer Staging-Umgebung.

Voraussetzungen für Staging mit Softaculous #

Die bestehende WordPress-Installation muss Softaculous bekannt sein. WordPress-Websites, die über Softaculous installiert wurden, werden normalerweise automatisch in der Installationsübersicht angezeigt.

Wenn deine Website ursprünglich manuell installiert oder zu CURIAWEB migriert wurde, kann es erforderlich sein, die vorhandene WordPress-Installation zunächst in Softaculous zu importieren.

Wenn du WordPress neu einrichten möchtest, findest du den vollständigen Ablauf in unserer Anleitung WordPress mit Softaculous installieren.

WordPress-Staging mit Softaculous erstellen #

Die Staging-Umgebung wird über Softaculous in cPanel eingerichtet. Du musst die WordPress-Dateien oder Datenbank dafür nicht manuell kopieren.

  1. Melde dich im CURIAWEB Kundencenter an.
  2. Öffne unter deinen Services das betreffende Hosting-Paket.
  3. Öffne über „Login zu cPanel“ deine Hosting-Verwaltung.
  4. Starte Softaculous Apps Installer beziehungsweise den WordPress Manager by Softaculous.
  5. Öffne die Übersicht deiner vorhandenen WordPress-Installationen.
  6. Wähle die produktive WordPress-Website aus, für die du eine Testumgebung erstellen möchtest.
  7. Wähle die Funktion „Staging“.
  8. Bestimme Domain beziehungsweise Verzeichnis für die Staging-Installation.
  9. Kontrolliere die Angaben sorgfältig.
  10. Starte die Erstellung der Staging-Umgebung.

Softaculous erstellt anschliessend die benötigte Kopie der WordPress-Installation. Je nach Umfang deiner Website und Anzahl der Dateien kann dieser Vorgang etwas Zeit benötigen.

Wenn du nicht weisst, wie du vom Kundenkonto direkt zu cPanel gelangst, findest du den Ablauf in unserer Anleitung Single Sign-On: cPanel direkt aus dem CURIAWEB Kundencenter öffnen.

Wichtig: Kontrolliere vor dem Erstellen der Staging-Installation das ausgewählte Zielverzeichnis. Verwende kein Verzeichnis, in dem sich bereits eine andere Website oder wichtige Dateien befinden.

Was kopiert Softaculous in die Staging-Umgebung? #

Eine WordPress-Website besteht aus Dateien und einer Datenbank. Softaculous berücksichtigt beim Erstellen der Staging-Umgebung beide Bestandteile.

Zur Kopie gehören damit grundsätzlich auch:

  • WordPress selbst,
  • installierte Themes,
  • installierte Plugins,
  • Beiträge und Seiten,
  • WordPress-Einstellungen,
  • Benutzerkonten,
  • Mediendateien,
  • Plugin- und Theme-Einstellungen,
  • sowie weitere in der WordPress-Datenbank gespeicherte Informationen.

Die Staging-Website entspricht damit zum Zeitpunkt ihrer Erstellung weitgehend dem Zustand der produktiven Website.

Live-Website und Staging entwickeln sich danach getrennt #

Dieser Punkt ist wichtig: Nach der Erstellung sind Live-Website und Staging-Website zwei getrennte WordPress-Installationen.

Wenn du danach beispielsweise auf der Live-Website einen neuen Beitrag veröffentlichst, wird dieser nicht automatisch in die bereits bestehende Staging-Installation übertragen. Dasselbe gilt in umgekehrter Richtung.

Je länger du mit einer Staging-Umgebung arbeitest, desto stärker können sich deshalb beide Installationen voneinander unterscheiden.

Besonders wichtig bei dynamischen Websites: Bei WooCommerce-Shops, Mitgliederseiten, Buchungssystemen, Foren oder anderen Websites mit laufend neuen Benutzerdaten solltest du beim späteren Übertragen der Staging-Version besonders vorsichtig sein. Die Live-Datenbank kann inzwischen neue Bestellungen, Kunden oder andere Daten enthalten.

Änderungen auf der Staging-Website testen #

Nach der Erstellung kannst du dich im WordPress-Adminbereich der Staging-Installation anmelden und dort deine Änderungen durchführen.

Teste nach technischen Änderungen nicht nur die unmittelbar bearbeitete Funktion. Prüfe auch wichtige Bereiche der gesamten Website.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Startseite und wichtige Unterseiten,
  • Navigation und Menüs,
  • Darstellung auf Desktop und Smartphone,
  • Kontaktformulare,
  • WordPress-Login,
  • Plugins und deren Funktionen,
  • Theme und Layout,
  • interne Links,
  • HTTPS und SSL,
  • sowie gegebenenfalls Warenkorb und Checkout.

Wenn du ein neues Plugin ausprobieren möchtest, erklären wir Installation und Aktivierung ausführlich im Artikel Was ist ein WordPress-Plugin und wie installiert man ein Plugin?.

Staging-Websites vor Suchmaschinen schützen #

Eine Staging-Website ist normalerweise nicht für Besucher oder Suchmaschinen bestimmt. Sie enthält häufig dieselben oder sehr ähnliche Inhalte wie deine Live-Website.

Wird eine Testinstallation öffentlich indexiert, können unnötige zusätzliche URLs in Suchmaschinen auftauchen. Deshalb sollte eine Staging-Umgebung nicht als zweite öffentlich indexierbare Version deiner Website betrieben werden.

In WordPress findest du unter „Einstellungen“ > „Lesen“ eine Einstellung zur Sichtbarkeit für Suchmaschinen. Diese allein ist jedoch kein echter Zugriffsschutz.

SEO-Hinweis: Eine Staging-Website gehört grundsätzlich nicht in den Google-Index. Für Testsysteme kann zusätzlich ein technischer Zugriffsschutz sinnvoll sein, damit die Installation nicht frei öffentlich erreichbar ist.

Vorsicht mit Kontaktformularen und E-Mail-Versand #

Da die Staging-Website aus einer Kopie der produktiven Installation entsteht, werden normalerweise auch Einstellungen von Formular-, SMTP-, Newsletter- und anderen E-Mail-Plugins übernommen.

Ein Kontaktformular auf der Staging-Website könnte deshalb weiterhin Nachrichten versenden. Dasselbe gilt für automatische Benachrichtigungen verschiedener Plugins.

Prüfe deshalb, welche E-Mails während deiner Tests ausgelöst werden können. Besonders bei Websites mit Kundenkonten, Bestellsystemen oder automatisierten Nachrichten solltest du vermeiden, dass echte Empfänger versehentlich Testnachrichten erhalten.

Besondere Vorsicht bei WooCommerce-Staging #

Bei einem WooCommerce-Shop enthält die Staging-Datenbank möglicherweise Kundendaten, Bestellungen, Produkte, Gutscheine und Einstellungen von Zahlungs- oder Versanddiensten.

Eine solche Testumgebung sollte besonders sorgfältig abgesichert werden. Prüfe ausserdem vor Tests, ob Zahlungsanbieter auf einen Test- beziehungsweise Sandbox-Modus umgestellt werden können und ob automatische E-Mails deaktiviert werden sollten.

Achtung bei Shops: Führe auf einer Staging-Kopie keine unbeabsichtigten echten Zahlungen aus und versende keine Testbestellungen an reale Kunden. Kontrolliere Zahlungsanbieter und E-Mail-Versand, bevor du den Shop testest.

Was bedeutet „Push to Live“? #

Wenn deine Änderungen auf der Staging-Website erfolgreich getestet wurden, kannst du sie mit Softaculous wieder auf die produktive Website übertragen. Softaculous bezeichnet diesen Vorgang als „Push to Live“.

Dabei solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass jede Staging-Installation vollständig über die Live-Website geschrieben werden sollte. Softaculous bietet je nach Konfiguration Möglichkeiten, den Übertragungsvorgang zu steuern und festzulegen, welche Bestandteile übertragen werden.

Welche Variante richtig ist, hängt davon ab, was du auf der Staging-Website verändert hast.

Vor Push to Live unbedingt ein Backup erstellen #

Bevor du Änderungen von Staging auf die produktive Website überträgst, solltest du immer sicherstellen, dass eine aktuelle Sicherung der Live-Website vorhanden ist.

Das gilt selbst dann, wenn alle Tests auf der Staging-Version erfolgreich waren. Die produktive Website kann sich seit Erstellung der Testumgebung verändert haben, und erst der tatsächliche Übertragungsvorgang zeigt, wie sich die Änderungen in der Live-Umgebung verhalten.

Vor Push to Live: Erstelle beziehungsweise kontrolliere immer ein aktuelles Backup der produktiven WordPress-Website. Bei einem Fehler kannst du damit den vorherigen Zustand wiederherstellen.

Staging auf die Live-Website übertragen #

Wenn du die Änderungen getestet und ein aktuelles Backup sichergestellt hast, kannst du den Push-to-Live-Vorgang über Softaculous starten.

  1. Öffne in cPanel den WordPress Manager by Softaculous.
  2. Wähle deine Staging-Installation aus.
  3. Öffne die Funktion „Push to Live“.
  4. Prüfe die angebotenen Übertragungsoptionen.
  5. Kontrolliere sorgfältig, welche Dateien und Datenbankinformationen betroffen sind.
  6. Starte den Vorgang erst, wenn du die Auswahl geprüft hast.
  7. Warte, bis Softaculous den Vorgang vollständig abgeschlossen hat.

Unterbrich den Vorgang nicht unnötig und schliesse das Browserfenster nicht während eines laufenden Übertragungsprozesses.

Warum ein vollständiger Datenbank-Push problematisch sein kann #

Angenommen, du hast vor drei Tagen eine Staging-Kopie eines WooCommerce-Shops erstellt. Während du dort ein neues Design entwickelst, bestellen Kunden weiterhin auf der produktiven Website.

Die Live-Datenbank enthält dadurch inzwischen neue Bestellungen und möglicherweise neue Kundenkonten, die zum Zeitpunkt der Staging-Erstellung noch nicht existierten.

Würdest du nun unüberlegt eine ältere Staging-Datenbank vollständig über die aktuelle Live-Datenbank schreiben, könnten zwischenzeitlich entstandene Daten betroffen sein.

Deshalb ist der Push-to-Live-Vorgang bei dynamischen Websites keine Funktion, die du ohne Prüfung einfach bestätigen solltest.

Einfach gesagt: Je mehr sich die Live-Website während deiner Arbeiten verändert, desto sorgfältiger musst du entscheiden, welche Bestandteile der Staging-Installation tatsächlich zurück auf die produktive Website übertragen werden sollen.

Nach Push to Live die Website erneut testen #

Auch wenn auf der Staging-Version alles funktioniert hat, solltest du die produktive Website nach dem Übertragen nochmals vollständig kontrollieren.

Prüfe insbesondere:

  • ob die Website erreichbar ist,
  • ob das Layout korrekt dargestellt wird,
  • ob Navigation und interne Links funktionieren,
  • ob Formulare funktionieren,
  • ob der WordPress-Adminbereich erreichbar ist,
  • ob Plugins fehlerfrei arbeiten,
  • ob SSL beziehungsweise HTTPS funktioniert,
  • und bei WooCommerce insbesondere Warenkorb und Checkout.

Bei wichtigen geschäftlichen Websites solltest du den Test nicht auf die Startseite beschränken. Kontrolliere die Funktionen, die für den Betrieb der Website tatsächlich relevant sind.

Staging oder Klonen: Welche Funktion brauche ich? #

Softaculous bietet sowohl Staging als auch Klonen. Beide Funktionen erstellen eine weitere WordPress-Installation, haben aber unterschiedliche Einsatzzwecke.

Staging verwendest du, wenn du Änderungen an einer bestehenden Website testen und diese später gezielt auf die Live-Website übertragen möchtest.

Klonen verwendest du eher dann, wenn du eine eigenständige Kopie einer Website benötigst, die unabhängig weiterverwendet werden soll.

Wie das Klonen funktioniert, erklären wir ausführlich in unserer Anleitung WordPress klonen: Website mit Softaculous kopieren.

Staging-Installation nach Abschluss löschen #

Wenn deine Änderungen erfolgreich auf die Live-Website übertragen wurden und du die Staging-Umgebung nicht mehr benötigst, solltest du prüfen, ob sie weiterhin bestehen bleiben muss.

Ungenutzte WordPress-Installationen benötigen Speicherplatz und müssen ebenfalls aktuell und sicher gehalten werden. Eine vergessene Testinstallation mit veraltetem WordPress, Plugins oder Themes kann langfristig ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellen.

Bevor du eine Installation über Softaculous löschst, kontrolliere jedoch sehr genau Domain und Installationspfad.

Nicht die Live-Website löschen: Kontrolliere vor dem Entfernen einer Staging-Installation immer Domain, URL und Installationsverzeichnis. Eine versehentlich gelöschte produktive Installation kann nur über ein vorhandenes Backup wiederhergestellt werden.

Zusammenfassung #

Mit der Staging-Funktion von Softaculous kannst du eine separate Testversion deiner WordPress-Website erstellen. Dadurch lassen sich WordPress-Updates, Plugins, Themes, Designänderungen und andere technische Anpassungen ausprobieren, bevor sie deine produktive Website beeinflussen.

Nach erfolgreichen Tests können Änderungen über „Push to Live“ auf die Live-Website übertragen werden. Dabei ist besonders bei WooCommerce-Shops und anderen dynamischen Websites Vorsicht notwendig, weil sich die produktive Datenbank seit Erstellung der Staging-Version verändert haben kann.

Erstelle vor einem Push to Live immer ein aktuelles Backup und kontrolliere die produktive Website anschliessend erneut. Eine nicht mehr benötigte Staging-Installation solltest du entfernen, damit keine veralteten oder unnötigen WordPress-Installationen auf deinem Hosting zurückbleiben.

Letzte Aktualisierung August 27, 2026
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