Bestimmte Dateien werden im cPanel-Dateimanager standardmäßig möglicherweise nicht angezeigt. Dazu gehören sogenannte versteckte Dateien beziehungsweise Dotfiles, deren Dateiname mit einem Punkt beginnt.
Ein besonders wichtiges Beispiel ist:
.htaccess
Wenn du eine solche Datei im Dateimanager nicht findest, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass sie nicht vorhanden ist. In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du versteckte Dateien im CURIAWEB-cPanel einblendest und was du prüfen solltest, wenn eine erwartete .htaccess-Datei trotzdem fehlt.
Kurz erklärt: Unter Linux-basierten Systemen werden Dateien und Verzeichnisse, deren Name mit einem Punkt beginnt, traditionell als versteckt behandelt. cPanel bezeichnet sie deshalb auch als dotfiles.
Welche Dateien können versteckt sein? #
Versteckte Dateien erkennst du normalerweise daran, dass ihr Name mit einem Punkt beginnt.
Typische Beispiele sind:
.htaccess
.well-known
.gitignore
Abhängig von der verwendeten Software können weitere versteckte Dateien und Verzeichnisse vorhanden sein.
Dass eine Datei versteckt ist, sagt nichts über ihre Wichtigkeit aus. Gerade Konfigurationsdateien können erhebliche Auswirkungen auf eine Website haben.
1. cPanel-Dateimanager öffnen #
Melde dich bei deinem CURIAWEB-cPanel an.
Öffne anschließend:
Dateien → Dateimanager
Wenn du mit dem Dateimanager noch nicht vertraut bist, findest du eine ausführliche Einführung unter cPanel-Dateimanager verwenden.
2. Einstellungen des Dateimanagers öffnen #
Klicke im Dateimanager oben rechts auf Einstellungen.
cPanel öffnet anschließend die Einstellungen für die Dateiansicht.
3. Versteckte Dateien aktivieren #
Aktiviere die Option:
Verborgene Dateien anzeigen (dotfiles)
Die genaue Übersetzung kann je nach Sprache der cPanel-Oberfläche leicht abweichen. Entscheidend ist die Option zum Anzeigen der dotfiles.
Speichere anschließend die Einstellung.
4. Dateiansicht kontrollieren #
Nach dem Speichern solltest du auch Dateien und Verzeichnisse sehen können, deren Namen mit einem Punkt beginnen.
Öffne nun den Ordner, in dem du die versteckte Datei erwartest.
Bei einer Website ist das beispielsweise deren Dokumentenstamm.
Für die Hauptdomain kann dies häufig sein:
public_html
Wichtig: Bei mehreren Domains kann jede Website einen anderen Dokumentenstamm verwenden. Wenn du
.htaccesssuchst, kontrolliere deshalb zuerst, ob du dich tatsächlich im Verzeichnis der richtigen Website befindest.
5. .htaccess suchen #
Wenn eine .htaccess-Datei vorhanden ist, sollte sie nach Aktivierung der versteckten Dateien im entsprechenden Verzeichnis sichtbar sein.
Bei einer WordPress-Installation kann sich eine relevante .htaccess-Datei beispielsweise im Hauptverzeichnis der Installation befinden.
Typischerweise findest du dort auch Dateien und Ordner wie:
.htaccess
index.php
wp-admin/
wp-content/
wp-includes/
wp-config.php
Die konkrete Struktur kann jedoch je nach Installation und Konfiguration abweichen.
Was ist eine .htaccess-Datei? #
.htaccess ist eine Konfigurationsdatei, die bei entsprechend konfigurierten Apache-basierten Webservern Einstellungen auf Verzeichnisebene beeinflussen kann.
Sie kann beispielsweise Regeln für:
- Weiterleitungen
- URL-Umschreibungen
- Zugriffsbeschränkungen
- bestimmte Webserver-Einstellungen
enthalten.
WordPress verwendet .htaccess in passenden Serverkonfigurationen unter anderem für seine Permalink- beziehungsweise Rewrite-Regeln.
Achtung: Eine fehlerhafte Änderung an
.htaccesskann dazu führen, dass einzelne Seiten oder die gesamte Website nicht mehr korrekt erreichbar sind. Ändere die Datei deshalb nicht ohne Sicherung.
Versteckte Dateien anzeigen verändert sie nicht #
Das Aktivieren von Verborgene Dateien anzeigen (dotfiles) verändert weder .htaccess noch andere Dateien.
Die Einstellung bestimmt lediglich, ob der Dateimanager solche Dateien in seiner Oberfläche anzeigt.
Du kannst die Anzeige deshalb aktivieren, ohne dadurch die Funktion deiner Website zu verändern.
.htaccess ist trotz aktivierter Anzeige nicht vorhanden #
Wenn du die Anzeige versteckter Dateien aktiviert hast und trotzdem keine .htaccess-Datei findest, solltest du nicht sofort davon ausgehen, dass ein Fehler vorliegt.
Prüfe zunächst, ob du dich im richtigen Verzeichnis befindest.
Kontrolliere insbesondere:
- die richtige Domain
- den Dokumentenstamm der Domain
- das Installationsverzeichnis der Website
- ob die Dateiansicht aktualisiert wurde
Nicht jede Website benötigt eine .htaccess-Datei #
Eine Website muss nicht zwingend eine .htaccess-Datei besitzen.
Ob sie benötigt und ausgewertet wird, hängt unter anderem von der verwendeten Webserver-Konfiguration und der Website-Anwendung ab.
Erstelle deshalb nicht vorsorglich eine leere .htaccess-Datei, nur weil du keine findest.
Wichtig: „Keine
.htaccesssichtbar“ und „.htaccessfehlt fehlerhaft“ sind nicht dasselbe. Prüfe zuerst, ob die betreffende Website überhaupt eine solche Datei benötigt.
.htaccess bei WordPress fehlt #
Wenn du WordPress verwendest und Probleme mit den Permalinks beziehungsweise Unterseiten hast, kann eine fehlende oder fehlerhafte .htaccess-Konfiguration eine mögliche Ursache sein.
WordPress kann seine Rewrite-Regeln unter geeigneten Voraussetzungen über die Permalink-Einstellungen aktualisieren.
Bevor du jedoch irgendwelche Regeln aus dem Internet in die Datei kopierst, solltest du die tatsächliche Ursache des Problems feststellen.
.htaccess nicht aus einer fremden Website kopieren #
Eine .htaccess-Datei kann individuell an eine Website angepasst sein.
Sie kann beispielsweise spezielle Weiterleitungen, Sicherheitsregeln oder anwendungsspezifische Einstellungen enthalten.
Kopiere deshalb nicht einfach die vollständige .htaccess einer anderen Website in deine eigene Installation.
Sicherheit: Übernimm keine unbekannten
.htaccess-Regeln aus Foren, KI-Antworten oder fremden Websites, ohne zu verstehen, was sie bewirken.
.htaccess vor Änderungen sichern #
Wenn du eine vorhandene .htaccess-Datei bearbeiten musst, solltest du zuerst eine Sicherung erstellen.
Du kannst die Datei beispielsweise auf deinen Computer herunterladen.
Alternativ kannst du für eine kurzfristige Sicherung eine Kopie erstellen.
Wie du Dateien herunterlädst und bearbeitest, erklären wir unter Dateien in cPanel hochladen, herunterladen und bearbeiten.
Die eigentliche Bearbeitung von .htaccess behandeln wir separat unter .htaccess erklärt und sicher bearbeiten.
Warum beginnt .htaccess mit einem Punkt? #
Der Punkt ist Bestandteil des Dateinamens.
Die Datei heißt tatsächlich:
.htaccess
und nicht:
htaccess
oder:
htaccess.txt
Das ist wichtig, wenn du eine solche Datei neu erstellst, umbenennst oder von deinem Computer auf den Server überträgst.
Auf .txt-Endung achten #
Insbesondere beim Erstellen einer Datei auf einem lokalen Computer kann es passieren, dass ein Texteditor unbemerkt eine Dateiendung ergänzt.
Aus:
.htaccess
kann dann beispielsweise:
.htaccess.txt
werden.
Für den Webserver sind dies zwei unterschiedliche Dateinamen.
Praxis-Tipp: Kontrolliere im cPanel-Dateimanager den vollständigen Dateinamen. Eine Datei namens
.htaccess.txtist nicht dasselbe wie.htaccess.
Versteckte Ordner ebenfalls sichtbar #
Die Einstellung betrifft nicht nur einzelne Dateien.
Auch Verzeichnisse, deren Namen mit einem Punkt beginnen, werden eingeblendet.
Ein Beispiel ist:
.well-known
Solche Verzeichnisse können von Webdiensten oder automatisierten Verfahren verwendet werden.
Lösche sie nicht nur deshalb, weil du sie nicht selbst angelegt hast.
.well-known nicht wahllos löschen #
Das Verzeichnis:
.well-known
kann für standardisierte Webmechanismen verwendet werden.
Abhängig von der Server- und Domainkonfiguration können darin beispielsweise Dateien für Verifizierungs- oder Validierungsprozesse liegen.
Wenn du seinen Zweck nicht kennst, solltest du es nicht verändern oder entfernen.
Weitere unbekannte Dotfiles #
Nach dem Aktivieren der versteckten Dateien kannst du möglicherweise Dateien sehen, die dir bisher nicht aufgefallen sind.
Das bedeutet nicht, dass diese neu erstellt wurden.
Sie waren möglicherweise bereits vorhanden und wurden lediglich vom Dateimanager ausgeblendet.
Grundregel: Eine unbekannte Datei ist kein Grund zum Löschen. Ermittle zuerst ihren Zweck.
Versteckte Dateien und Sicherheitsprobleme #
Die Tatsache, dass eine Datei im Dateimanager als „versteckt“ behandelt wird, stellt keinen Zugriffsschutz dar.
„Versteckt“ bedeutet in diesem Zusammenhang lediglich, dass sie in bestimmten Dateiansichten standardmäßig nicht angezeigt wird.
Es bedeutet nicht automatisch, dass die Datei über den Webserver nicht erreichbar ist oder keine sicherheitsrelevanten Inhalte enthalten kann.
Keine Passwörter in versteckten Dateien speichern #
Speichere vertrauliche Informationen nicht allein deshalb in einer Datei, weil ihr Name mit einem Punkt beginnt.
Ein Name wie:
.passwoerter
ist kein Sicherheitsmechanismus.
Für sensible Daten sind geeignete Zugriffs- und Speichermechanismen erforderlich.
.htaccess versehentlich umbenannt #
Wenn eine Website unmittelbar nach dem Umbenennen von .htaccess anders reagiert, kann dies daran liegen, dass der Webserver die Datei unter ihrem neuen Namen nicht mehr als .htaccess verarbeitet.
Ein Name wie:
.htaccess-alt
kann bei der Fehlersuche bewusst verwendet werden, um die ursprüngliche Datei vorübergehend aus der Verarbeitung zu nehmen.
Danach solltest du jedoch genau wissen, wie der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird.
Website zeigt nach .htaccess-Änderung einen 500-Fehler #
Wenn unmittelbar nach einer Änderung an .htaccess ein 500 Internal Server Error erscheint, liegt der Verdacht nahe, dass eine neue oder geänderte Anweisung nicht verarbeitet werden kann.
Stelle in diesem Fall zunächst die zuvor gesicherte Version wieder her.
Wie du den Fehler anschließend systematisch untersuchst, behandeln wir unter 500 Internal Server Error beheben.
Website zeigt einen 403-Fehler #
Da .htaccess auch Zugriffsregeln enthalten kann, können bestimmte Konfigurationen zu einem 403 Forbidden beitragen.
Entferne jedoch nicht einfach die gesamte Datei, ohne ihre übrigen Funktionen zu berücksichtigen.
Die systematische Fehlersuche behandeln wir unter 403 Forbidden beheben.
Dateiberechtigungen nicht mit Sichtbarkeit verwechseln #
Ob eine Datei im cPanel-Dateimanager ausgeblendet wird und welche Dateiberechtigungen sie besitzt, sind zwei unterschiedliche Dinge.
Die Option Verborgene Dateien anzeigen verändert keine Berechtigungen.
Wenn eine Datei zwar sichtbar ist, aber nicht wie erwartet gelesen oder bearbeitet werden kann, können die Dateirechte separat relevant sein.
Mehr dazu findest du unter Dateiberechtigungen 644 und 755 in cPanel richtig einstellen.
Versteckte Dateien wieder ausblenden #
Wenn du die Dotfiles nach Abschluss deiner Arbeiten nicht dauerhaft sehen möchtest, kannst du die Einstellung wieder deaktivieren.
Öffne dazu erneut Einstellungen im Dateimanager und entferne die Option zum Anzeigen versteckter Dateien.
Die Dateien werden dadurch nicht gelöscht oder verändert. Sie werden lediglich wieder ausgeblendet.
Empfohlene Vorgehensweise #
- Öffne Dateien → Dateimanager.
- Klicke oben rechts auf Einstellungen.
- Aktiviere Verborgene Dateien anzeigen (dotfiles).
- Speichere die Einstellung.
- Öffne den Dokumentenstamm der richtigen Website.
- Prüfe, ob die erwartete versteckte Datei jetzt angezeigt wird.
- Erstelle vor einer Änderung an
.htaccesseine Sicherung.
Merke: Das Einblenden versteckter Dateien ist ungefährlich. Das Bearbeiten oder Löschen dieser Dateien kann dagegen erhebliche Auswirkungen auf deine Website haben.
Wann solltest du den Support kontaktieren? #
Wenn du eine bestimmte versteckte Datei erwartest, sie trotz aktivierter Dotfile-Anzeige aber nicht findest, solltest du zunächst den Dokumentenstamm der Domain kontrollieren.
Für eine weitere Analyse sind insbesondere folgende Angaben hilfreich:
- betroffene Domain
- Name der gesuchten Datei
- Verzeichnis, in dem du die Datei erwartest
- ob Verborgene Dateien anzeigen (dotfiles) aktiviert ist
- ob aktuell ein Website-Fehler auftritt
- gegebenenfalls die genaue Fehlermeldung
Teile keine Passwörter oder andere Zugangsdaten innerhalb einer normalen Fehlerbeschreibung mit.
Zusammenfassung #
Versteckte Dateien kannst du im CURIAWEB-cPanel über Dateien → Dateimanager → Einstellungen einblenden. Aktiviere dort die Option Verborgene Dateien anzeigen (dotfiles).
Danach werden auch Dateien und Verzeichnisse angezeigt, deren Namen mit einem Punkt beginnen. Ein wichtiges Beispiel ist .htaccess.
Wenn .htaccess trotz aktivierter Anzeige nicht vorhanden ist, kontrolliere zuerst den richtigen Dokumentenstamm. Nicht jede Website beziehungsweise Serverkonfiguration benötigt zwingend eine solche Datei.
Das Einblenden von Dotfiles verändert die Dateien nicht. Beim Bearbeiten solltest du dagegen vorsichtig sein und insbesondere .htaccess vor jeder Änderung sichern.