Regelmässige Updates gehören zu den wichtigsten Aufgaben bei der Verwaltung einer WordPress-Website. Dabei geht es nicht nur um neue Funktionen. Aktualisierungen beheben Fehler, verbessern die Kompatibilität und schliessen vor allem bekannte Sicherheitslücken in WordPress, Plugins und Themes.
WordPress besteht dabei nicht nur aus dem eigentlichen WordPress-System, dem sogenannten WordPress Core. Eine typische Website verwendet zusätzlich ein Theme und mehrere Plugins. Alle diese Komponenten können unabhängig voneinander aktualisiert werden und sollten regelmässig überprüft werden.
In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du WordPress, Plugins und Themes sicher aktualisierst, wann automatische Updates sinnvoll sind, warum ein Backup vor grösseren Aktualisierungen wichtig ist und was du tun kannst, wenn nach einem Update Probleme auftreten.
Kurz erklärt: Verfügbare Updates findest du im WordPress-Dashboard unter Dashboard → Aktualisierungen. Vor grösseren Updates solltest du eine aktuelle Datensicherung besitzen. Aktualisiere WordPress, Plugins und Themes regelmässig und kontrolliere anschliessend, ob deine Website weiterhin korrekt funktioniert.
Warum sind WordPress-Updates so wichtig? #
Eine WordPress-Website besteht aus verschiedenen Softwarekomponenten, die laufend weiterentwickelt werden. Updates können unterschiedliche Verbesserungen enthalten:
- Schliessen bekannter Sicherheitslücken
- Beheben von Programmfehlern
- Verbesserungen bei Leistung und Stabilität
- Anpassungen an aktuelle PHP-Versionen und Webstandards
- Kompatibilitätsverbesserungen zwischen WordPress, Plugins und Themes
- neue oder überarbeitete Funktionen
Besonders Sicherheitsupdates sollten nicht unnötig lange aufgeschoben werden. Sobald eine Schwachstelle öffentlich bekannt ist, können veraltete Installationen gezielt angegriffen werden.
Eine dauerhaft ungepflegte WordPress-Installation ist deshalb ein vermeidbares Sicherheitsrisiko.
Was muss bei WordPress überhaupt aktualisiert werden? #
Im Alltag wird häufig einfach von einem „WordPress-Update“ gesprochen. Tatsächlich können jedoch mehrere unterschiedliche Komponenten betroffen sein.
Typischerweise gehören dazu:
- WordPress Core: das eigentliche Content-Management-System
- Plugins: Erweiterungen für zusätzliche Funktionen
- Themes: Design und teilweise zusätzliche Funktionen der Website
- Übersetzungen: Sprachdateien für WordPress, Plugins und Themes
Alle diese Komponenten können eigene Aktualisierungen erhalten.
Wo sehe ich verfügbare WordPress-Updates? #
Logge dich zunächst in den WordPress-Adminbereich ein.
Dieser ist bei einer normalen Installation in der Regel erreichbar unter:
Öffne anschliessend:
Dashboard → Aktualisierungen
Auf dieser Seite zeigt WordPress verfügbare Aktualisierungen für den WordPress Core, Plugins, Themes und gegebenenfalls Übersetzungen an.
Zusätzlich erscheinen verfügbare Plugin-Updates unter Plugins → Installierte Plugins und Theme-Updates unter Design → Themes.
Vor einem Update: Backup erstellen #
WordPress-Updates funktionieren in den meisten Fällen problemlos. Trotzdem verändert ein Update Dateien, Programmcode oder gegebenenfalls Datenbankstrukturen deiner Website.
Deshalb solltest du insbesondere vor grösseren Aktualisierungen sicherstellen, dass eine aktuelle und wiederherstellbare Datensicherung vorhanden ist.
Ein vollständiges Backup einer WordPress-Website umfasst grundsätzlich mindestens:
- die Dateien der WordPress-Installation
- die WordPress-Datenbank
Die Datenbank ist besonders wichtig, weil dort unter anderem Beiträge, Seiten, Benutzer, Einstellungen und zahlreiche Plugin-Daten gespeichert werden. Die Dateien enthalten dagegen beispielsweise WordPress selbst, Plugins, Themes und Uploads.
Wichtig: Ein Backup ist nur dann wirklich hilfreich, wenn es im Notfall auch wiederhergestellt werden kann. Verlasse dich bei wichtigen Websites nicht auf eine Sicherung, von der du nicht weisst, ob und wie sie zurückgespielt werden kann.
WordPress Core über das Dashboard aktualisieren #
Steht eine neue WordPress-Version zur Verfügung, wird sie normalerweise im Dashboard angezeigt.
WordPress Core aktualisieren #
- Logge dich in den WordPress-Adminbereich ein.
- Öffne Dashboard → Aktualisierungen.
- Prüfe, welche WordPress-Version angeboten wird.
- Stelle sicher, dass eine aktuelle Datensicherung vorhanden ist.
- Starte die angebotene WordPress-Aktualisierung.
- Warte, bis WordPress den Vorgang vollständig abgeschlossen hat.
- Öffne anschliessend die Website und den Adminbereich.
- Prüfe wichtige Funktionen auf Fehler.
Während der Aktualisierung solltest du das Browserfenster nicht unnötig schliessen oder den Vorgang unterbrechen.
Was passiert während eines WordPress-Core-Updates? #
Bei einer normalen Aktualisierung ersetzt WordPress die erforderlichen Core-Dateien durch die Dateien der neuen Version. Eigene Inhalte wie Beiträge, Seiten und Mediendateien werden dabei nicht einfach gelöscht.
Bei bestimmten Versionswechseln kann zusätzlich eine Aktualisierung der WordPress-Datenbank erforderlich sein. WordPress weist dich normalerweise darauf hin und führt dich durch den notwendigen Vorgang.
Eigene Änderungen direkt an WordPress-Core-Dateien sind problematisch, weil sie bei Aktualisierungen überschrieben werden können. Der WordPress Core sollte deshalb grundsätzlich nicht direkt angepasst werden.
Plugins in WordPress aktualisieren #
Plugins erweitern WordPress um zusätzliche Funktionen und werden unabhängig vom WordPress Core entwickelt. Deshalb veröffentlichen Plugin-Entwickler eigene Updates.
Verfügbare Plugin-Updates findest du beispielsweise unter:
Plugins → Installierte Plugins
oder gesammelt unter:
Dashboard → Aktualisierungen
WordPress-Plugin aktualisieren #
- Öffne Plugins → Installierte Plugins.
- Prüfe, für welche Plugins Aktualisierungen verfügbar sind.
- Kontrolliere bei wichtigen Updates gegebenenfalls die Informationen zur neuen Version.
- Stelle sicher, dass eine aktuelle Sicherung vorhanden ist.
- Starte die Aktualisierung des gewünschten Plugins.
- Warte, bis WordPress den erfolgreichen Abschluss meldet.
- Prüfe anschliessend die Funktionen deiner Website, die von diesem Plugin abhängig sind.
Wie Plugins grundsätzlich funktionieren und installiert werden, erklären wir in unserer Anleitung WordPress-Plugins installieren: Was ist ein Plugin und wie funktioniert die Installation?.
Alle Plugins gleichzeitig oder einzeln aktualisieren? #
WordPress ermöglicht es, mehrere Plugins in einem Vorgang zu aktualisieren. Bei einer kleinen, einfachen Website kann das problemlos funktionieren.
Bei geschäftskritischen oder komplexeren Websites ist es jedoch oft sinnvoller, Aktualisierungen kontrolliert durchzuführen. Wenn du beispielsweise zehn Plugins gleichzeitig aktualisierst und danach ein Fehler auftritt, ist nicht sofort ersichtlich, welches Update die Ursache war.
Bei besonders wichtigen Plugins kannst du deshalb schrittweise vorgehen:
- Plugin aktualisieren
- Website kontrollieren
- wichtige Funktion testen
- nächstes Plugin aktualisieren
Das dauert etwas länger, erleichtert aber die Fehlersuche erheblich.
Welche Plugins solltest du besonders sorgfältig aktualisieren? #
Je stärker ein Plugin in zentrale Funktionen deiner Website eingreift, desto genauer solltest du ein Update kontrollieren.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen beispielsweise:
- WooCommerce und Shop-Erweiterungen
- Page Builder
- Formular-Plugins
- Membership- und Benutzerverwaltungssysteme
- Mehrsprachigkeits-Plugins
- SEO-Plugins
- Cache- und Performance-Plugins
- Sicherheits-Plugins
- Backup-Plugins
Bei einem produktiven Onlineshop solltest du insbesondere Bestellprozess, Warenkorb, Checkout und Zahlungsfunktionen nach relevanten Updates kontrollieren.
WordPress-Themes aktualisieren #
Auch Themes erhalten Updates. Diese können Fehlerkorrekturen, Sicherheitsverbesserungen, neue Funktionen oder Anpassungen an aktuelle WordPress-Versionen enthalten.
Verfügbare Theme-Updates findest du unter:
Design → Themes
oder:
Dashboard → Aktualisierungen
Vor einem Theme-Update ist jedoch eine wichtige Frage zu klären: Wurden Änderungen direkt am Theme vorgenommen?
Achtung bei direkt veränderten Theme-Dateien #
Wenn du PHP-, CSS- oder andere Dateien eines Themes direkt bearbeitet hast, können diese Änderungen bei einem Theme-Update überschrieben werden.
Eigene Anpassungen gehören deshalb nicht direkt in die Dateien eines aktualisierbaren Parent-Themes. Für umfangreichere Code-Anpassungen wird normalerweise ein Child-Theme verwendet.
Was ein Child-Theme ist und wann du eines benötigst, erklären wir in unserer Anleitung WordPress Child-Theme erstellen: Eigene Anpassungen updatesicher umsetzen.
Achtung: Aktualisiere ein Theme mit unbekannten direkten Code-Anpassungen nicht blind. Kläre zuerst, ob Änderungen am Parent-Theme vorgenommen wurden, die durch das Update verloren gehen könnten.
Was ist der Unterschied zwischen kleinen und grossen WordPress-Versionen? #
WordPress veröffentlicht unterschiedliche Arten von Aktualisierungen. Dabei wird häufig zwischen Maintenance- beziehungsweise Security-Releases und neuen Hauptversionen unterschieden.
Eine Versionsnummer kann beispielsweise so aussehen:
6.x.x
Kleinere Wartungs- und Sicherheitsversionen konzentrieren sich typischerweise auf Fehlerkorrekturen und Sicherheitsverbesserungen. Neue Hauptversionen können dagegen umfangreichere Funktionen und technische Änderungen mitbringen.
Unabhängig von der Versionsnummer solltest du vor einem Update prüfen, ob deine wichtigen Plugins und Themes gepflegt und mit der neuen WordPress-Version kompatibel sind.
WordPress automatisch aktualisieren lassen #
WordPress verfügt über Mechanismen für automatische Aktualisierungen. Bestimmte Core-Updates können automatisch eingespielt werden, und auch für Plugins und Themes lassen sich automatische Updates aktivieren.
Bei Plugins findest du entsprechende Optionen normalerweise unter:
Plugins → Installierte Plugins
Dort kann für einzelne Plugins die automatische Aktualisierung aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden.
Bei Themes stehen entsprechende Möglichkeiten je nach WordPress-Version und Konfiguration ebenfalls zur Verfügung.
Sind automatische WordPress-Updates sinnvoll? #
Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Automatische Updates haben klare Vorteile, aber auch Nachteile.
Vorteile:
- Sicherheitsupdates werden schneller installiert.
- Updates werden weniger leicht vergessen.
- kleinere Websites benötigen weniger manuelle Wartung.
- bekannte Schwachstellen bleiben nicht unnötig lange ungepatcht.
Mögliche Nachteile:
- ein inkompatibles Update kann ohne vorherige Kontrolle installiert werden
- Probleme werden möglicherweise erst später bemerkt
- bei komplexen Websites können Abhängigkeiten zwischen mehreren Komponenten bestehen
- geschäftskritische Funktionen sollten nach Updates getestet werden
Die richtige Strategie hängt deshalb stark von der Website ab.
Automatische Updates bei kleinen Websites #
Bei einer einfachen Unternehmenswebsite oder einem kleinen Blog mit wenigen etablierten Plugins können automatische Updates für viele Komponenten sinnvoll sein.
Voraussetzung ist trotzdem, dass regelmässige Backups vorhanden sind und die Website überwacht beziehungsweise gelegentlich kontrolliert wird.
„Automatisch aktualisiert“ bedeutet nicht „muss nie mehr überprüft werden“.
Updates bei WooCommerce und geschäftskritischen Websites #
Bei einem produktiven WooCommerce-Shop, einer Mitgliederplattform oder einer Website mit geschäftskritischen Funktionen solltest du Aktualisierungen kontrollierter behandeln.
Ein Fehler auf einer einfachen Unterseite ist unangenehm. Ein nicht funktionierender Checkout kann dagegen unmittelbar Bestellungen und Umsatz verhindern.
Bei solchen Websites ist eine strukturierte Vorgehensweise sinnvoll:
- Backup prüfen
- Update-Hinweise beziehungsweise Changelog bei relevanten Komponenten lesen
- Kompatibilität wichtiger Erweiterungen berücksichtigen
- Updates kontrolliert installieren
- zentrale Funktionen unmittelbar danach testen
Bei umfangreichen oder besonders kritischen Websites kann zusätzlich eine Staging-Umgebung sinnvoll sein, auf der grössere Updates zuerst getestet werden.
Was ist eine Staging-Website? #
Eine Staging-Website ist eine separate Testkopie deiner produktiven Website. Änderungen können dort ausprobiert werden, ohne dass Besucher oder Kunden unmittelbar davon betroffen sind.
Das ist besonders praktisch für:
- grössere WordPress-Updates
- umfangreiche Plugin-Updates
- WooCommerce-Aktualisierungen
- PHP-Versionswechsel
- Theme-Wechsel
- grössere Design- oder Codeänderungen
Nach einem erfolgreichen Test können die geplanten Änderungen kontrolliert auf der produktiven Website durchgeführt werden.
Plugins vor dem WordPress-Core aktualisieren oder danach? #
Eine universell richtige Reihenfolge gibt es nicht für jede Kombination aus WordPress, Theme und Plugins. Entscheidend sind die jeweiligen Versionshinweise und Abhängigkeiten.
Bei einem normalen Wartungsvorgang ist folgende Vorgehensweise häufig sinnvoll:
Praktische Update-Reihenfolge #
- Aktuelles Backup sicherstellen.
- Verfügbare Updates und Hinweise prüfen.
- Wichtige Plugins und deren Kompatibilität kontrollieren.
- Updates kontrolliert durchführen.
- WordPress Core aktualisieren, sofern erforderlich.
- Theme und verbleibende Komponenten aktualisieren.
- Cache leeren.
- Website und zentrale Funktionen testen.
Wenn ein Entwickler für ein bestimmtes Plugin oder Theme ausdrücklich eine andere Reihenfolge empfiehlt, solltest du diese produktspezifischen Hinweise berücksichtigen.
Was sollte nach einem WordPress-Update getestet werden? #
Nur weil WordPress „Aktualisierung erfolgreich“ meldet, bedeutet das noch nicht, dass sämtliche Funktionen deiner Website geprüft wurden.
Öffne deshalb nach Aktualisierungen mindestens die wichtigsten Bereiche.
Prüfe beispielsweise:
- Startseite
- wichtige Unterseiten
- Navigation und Menüs
- Darstellung auf Desktop und Smartphone
- Kontaktformulare
- Login-Bereiche
- Suchfunktion
- Links und Buttons
- mehrsprachige Inhalte, sofern vorhanden
Bei WooCommerce zusätzlich:
- Produktseiten
- Warenkorb
- Checkout
- Versandoptionen
- Steuerberechnung
- Zahlungsmethoden
- Bestell-E-Mails
Nach dem Update den Cache leeren #
Wenn deine Website ein Cache-System verwendet, können nach einer Aktualisierung noch ältere CSS-, JavaScript- oder HTML-Versionen ausgeliefert werden.
Dadurch kann es so aussehen, als hätte ein Update einen Darstellungsfehler verursacht, obwohl lediglich veraltete Cache-Daten angezeigt werden.
Leere deshalb nach relevanten Updates gegebenenfalls:
- den WordPress- beziehungsweise Plugin-Cache
- einen vorhandenen Server-Cache
- einen CDN-Cache, sofern verwendet
- bei Bedarf den Browser-Cache
Danach solltest du die betroffene Seite erneut testen.
Was bedeutet „Wartungsmodus“ während eines Updates? #
Während bestimmter Aktualisierungen versetzt WordPress die Website kurzzeitig in einen Wartungsmodus. Besucher können währenddessen vorübergehend einen Hinweis sehen, dass die Website aufgrund von Wartungsarbeiten kurz nicht verfügbar ist.
Normalerweise dauert dieser Zustand nur sehr kurz und wird nach Abschluss der Aktualisierung automatisch beendet.
WordPress hängt nach einem Update im Wartungsmodus #
Wird ein Update unterbrochen, kann es vorkommen, dass WordPress den Wartungsmodus nicht ordnungsgemäss beendet.
Typischerweise bleibt dann im Hauptverzeichnis der WordPress-Installation eine Datei mit dem Namen:
.maintenance
zurück.
Wenn eindeutig feststeht, dass kein Update mehr läuft und WordPress trotzdem dauerhaft die Wartungsmeldung zeigt, kann diese Datei über den cPanel-Dateimanager oder FTP entfernt werden.
Achtung: Lösche
.maintenancenicht während einer tatsächlich laufenden Aktualisierung. Prüfe zuerst, ob der Update-Vorgang wirklich abgebrochen beziehungsweise beendet wurde.
Was tun, wenn die Website nach einem Update nicht mehr funktioniert? #
Wenn unmittelbar nach einer Aktualisierung ein Fehler auftritt, solltest du nicht wahllos weitere Komponenten verändern.
Versuche zuerst einzugrenzen, welches Update den Fehler ausgelöst haben könnte.
Prüfe:
- Was wurde unmittelbar vor dem Fehler aktualisiert?
- Ist nur eine bestimmte Funktion betroffen?
- Ist das WordPress-Dashboard noch erreichbar?
- Wird eine konkrete Fehlermeldung angezeigt?
- Tritt der Fehler auf allen Seiten oder nur in einem bestimmten Bereich auf?
Wenn du Plugins einzeln aktualisiert und nach jedem Update getestet hast, lässt sich die Ursache wesentlich leichter identifizieren.
Plugin verursacht nach dem Update einen Fehler #
Wenn ein bestimmtes Plugin unmittelbar nach seiner Aktualisierung Probleme verursacht, kann eine Inkompatibilität mit WordPress, dem Theme, PHP oder einem anderen Plugin vorliegen.
Ist das Dashboard noch erreichbar, solltest du zunächst die betroffene Funktion und die verfügbaren Informationen zum Plugin prüfen.
Bei schwerwiegenden Problemen kann es erforderlich sein, das Plugin vorübergehend zu deaktivieren. Wie das funktioniert, erklären wir in unserer Anleitung WordPress-Plugins deaktivieren oder löschen.
Bei einer produktiven Website solltest du vor weiteren Eingriffen sicherstellen, dass eine Wiederherstellungsmöglichkeit vorhanden ist.
Kann ich eine ältere Plugin-Version wiederherstellen? #
Technisch kann ein sogenannter Rollback auf eine ältere Version möglich sein. Das sollte jedoch nicht unüberlegt durchgeführt werden.
Eine ältere Version kann bekannte Sicherheitslücken enthalten oder nicht mehr zur aktuellen Datenbankstruktur passen. Manche Updates verändern zudem gespeicherte Daten, sodass ein einfaches Ersetzen der Plugin-Dateien nicht zwangsläufig den vorherigen Zustand vollständig wiederherstellt.
Bei kritischen Problemen ist ein vollständiges, vor dem Update erstelltes Backup häufig die sauberere Wiederherstellungsmöglichkeit.
WordPress manuell aktualisieren #
WordPress kann grundsätzlich auch manuell aktualisiert werden. Dabei werden aktuelle WordPress-Dateien heruntergeladen und bestimmte Dateien beziehungsweise Verzeichnisse der bestehenden Installation kontrolliert ersetzt.
Für den normalen Betrieb ist das Update über das WordPress-Dashboard jedoch wesentlich komfortabler und weniger fehleranfällig.
Eine manuelle Aktualisierung kann beispielsweise erforderlich werden, wenn:
- das automatische Update wiederholt fehlschlägt
- das Dashboard für die Aktualisierung nicht nutzbar ist
- eine beschädigte WordPress-Core-Installation repariert werden muss
- eine spezielle technische Situation einen manuellen Eingriff erfordert
Für Anfänger: Wenn die normale Aktualisierung über das WordPress-Dashboard funktioniert, gibt es normalerweise keinen Grund, WordPress manuell per FTP zu aktualisieren.
WordPress manuell aktualisieren: Grundprinzip #
Bei einer manuellen Aktualisierung wird die aktuelle WordPress-Version von der offiziellen WordPress-Website bezogen und die bestehende Installation mit den aktuellen Core-Dateien aktualisiert.
Dabei dürfen individuelle Inhalte und die bestehende Konfiguration nicht einfach überschrieben oder gelöscht werden.
Besonders wichtig sind unter anderem:
wp-content
und:
wp-config.php
Im Verzeichnis wp-content befinden sich unter anderem Plugins, Themes und Uploads. Die Datei wp-config.php enthält zentrale Einstellungen deiner WordPress-Installation.
Da Fehler bei einer manuellen Aktualisierung die Website unbrauchbar machen können, empfehlen wir diese Methode nur, wenn du genau weisst, welche Dateien ersetzt werden dürfen.
WordPress niemals aus einer unbekannten Quelle herunterladen #
Wenn du WordPress für eine manuelle Installation oder Aktualisierung benötigst, verwende ausschliesslich eine vertrauenswürdige offizielle Quelle.
Lade keine vermeintlich „optimierten“, veränderten oder anderweitig angebotenen WordPress-Pakete von unbekannten Download-Websites herunter.
Dasselbe gilt für Plugins und Themes. Insbesondere sogenannte „nulled“ Premium-Plugins oder -Themes aus inoffiziellen Quellen können manipulierten Code enthalten und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
PHP-Version und WordPress-Updates #
WordPress, Themes und Plugins stellen bestimmte Anforderungen an die PHP-Version des Servers. Bei einer sehr alten PHP-Version kann es deshalb vorkommen, dass eine aktuelle Softwareversion nicht mehr unterstützt wird.
Umgekehrt können sehr alte Plugins oder Themes Probleme mit einer neueren PHP-Version verursachen.
Wenn WordPress vor einem Update auf eine nicht unterstützte PHP-Version hinweist, solltest du diese Meldung ernst nehmen und zunächst die Kompatibilität deiner Website prüfen.
Ändere die PHP-Version einer produktiven Website nicht blind gleichzeitig mit zahlreichen WordPress-, Plugin- und Theme-Updates. Sonst wird die Fehlersuche unnötig schwierig, falls anschliessend ein Problem auftritt.
Veraltete Plugins ohne Updates sind ein Problem #
Ein installiertes Plugin, das seit langer Zeit nicht mehr gepflegt wird, sollte kritisch geprüft werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes ältere Plugin unsicher ist. Fehlen jedoch über längere Zeit Updates und ist die Erweiterung nicht mehr mit aktuellen WordPress- oder PHP-Versionen getestet, steigt das Risiko zukünftiger Kompatibilitäts- und Sicherheitsprobleme.
Prüfe deshalb regelmässig, ob deine installierten Plugins:
- noch aktiv entwickelt werden
- für die Website tatsächlich benötigt werden
- mit deiner WordPress-Version kompatibel sind
- durch eine gepflegte Alternative ersetzt werden sollten
Nicht mehr benötigte Plugins solltest du nicht einfach jahrelang installiert lassen.
Updates nicht monatelang sammeln #
Es ist keine gute Wartungsstrategie, eine WordPress-Website monatelang nicht anzusehen und anschliessend WordPress, 25 Plugins, mehrere Themes und gleichzeitig PHP zu aktualisieren.
Je grösser der Versionssprung und je mehr Komponenten gleichzeitig verändert werden, desto schwieriger wird die Fehlersuche.
Regelmässige, kontrollierte Wartung ist wesentlich einfacher als seltene Grossaktionen.
Wie oft sollte ich nach WordPress-Updates schauen? #
Für eine aktiv betriebene Website solltest du Updates regelmässig kontrollieren. Sicherheitsrelevante Aktualisierungen sollten zeitnah eingespielt werden.
Wie häufig eine manuelle Kontrolle notwendig ist, hängt davon ab, welche automatischen Updates und Überwachungsmechanismen du verwendest und wie kritisch deine Website ist.
Bei einem Onlineshop oder einer geschäftskritischen Website ist ein strukturierter Wartungsprozess sinnvoller als gelegentliches Aktualisieren „wenn man gerade daran denkt“.
Warum ein grünes Update-Symbol nicht die ganze Wartung ersetzt #
Eine Website ist nicht automatisch sicher und technisch gesund, nur weil WordPress keine verfügbaren Updates mehr anzeigt.
Zu einer vernünftigen WordPress-Wartung gehören zusätzlich beispielsweise:
- funktionierende Backups
- aktuelle PHP-Version
- Überprüfung nicht mehr benötigter Plugins und Themes
- sichere Benutzerkonten und Passwörter
- Kontrolle wichtiger Website-Funktionen
- Überwachung auf technische Fehler
Updates sind also ein zentraler Bestandteil der Wartung, aber nicht der einzige.
Typische Fehler bei WordPress-Updates #
- Updates über Monate ignorieren
- vor grösseren Updates kein Backup besitzen
- viele kritische Komponenten gleichzeitig aktualisieren und nicht testen
- nach einem Update nur das Dashboard, aber nicht die Website prüfen
- WooCommerce aktualisieren, ohne Checkout und Zahlungsablauf zu testen
- Theme aktualisieren, obwohl direkte Änderungen am Parent-Theme vorgenommen wurden
- PHP, WordPress, Theme und sämtliche Plugins gleichzeitig ändern
- Updates während des Vorgangs abbrechen
- veraltete und nicht mehr benötigte Plugins installiert lassen
- WordPress, Plugins oder Themes aus unbekannten Quellen beziehen
Merke: Updates sind kein Risiko, das man deshalb vermeiden sollte. Nicht zu aktualisieren ist langfristig das grössere Risiko. Entscheidend ist, Aktualisierungen regelmässig, mit vorhandener Sicherung und anschliessender Funktionskontrolle durchzuführen.
Zusammenfassung #
WordPress, Plugins und Themes sollten regelmässig aktualisiert werden. Updates schliessen Sicherheitslücken, beheben Fehler, verbessern die Kompatibilität und bringen neue oder überarbeitete Funktionen.
Verfügbare Aktualisierungen findest du zentral unter Dashboard → Aktualisierungen. Vor grösseren Änderungen solltest du sicherstellen, dass eine aktuelle und wiederherstellbare Sicherung deiner Website vorhanden ist. Bei komplexen Websites und Onlineshops empfiehlt es sich, kritische Updates kontrolliert und gegebenenfalls zuerst in einer Staging-Umgebung zu testen.
Nach jeder relevanten Aktualisierung solltest du die wichtigsten Bereiche deiner Website kontrollieren. Bei WooCommerce gehören dazu insbesondere Produktseiten, Warenkorb, Checkout, Versand, Steuern und Zahlungsmethoden.
Wenn ein Plugin nach einer Aktualisierung Probleme verursacht, hilft dir unsere Anleitung zum Deaktivieren und Löschen von WordPress-Plugins. Eigene Theme-Anpassungen solltest du mit einem WordPress Child-Theme updatesicher umsetzen.