Mit der Zeit sammelt sich in einer WordPress-Datenbank einiges an. Beitragsrevisionen, automatisch gespeicherte Entwürfe, Spam-Kommentare, abgelaufene Transients und Daten nicht mehr verwendeter Plugins können dafür sorgen, dass die Datenbank deutlich grösser wird als notwendig.
Eine grosse Datenbank ist nicht automatisch eine langsame Datenbank. Trotzdem lohnt es sich, unnötige Daten regelmässig zu entfernen. Besonders bei Websites, die schon mehrere Jahre bestehen, häufig bearbeitet werden oder viele Plugins verwendet haben, können sich beträchtliche Mengen nicht mehr benötigter Daten ansammeln.
In dieser Anleitung erklären wir dir, was WordPress in der Datenbank speichert, welche Daten normalerweise gefahrlos bereinigt werden können, wo besondere Vorsicht erforderlich ist und wie du eine WordPress-Datenbank sinnvoll optimierst, ohne wichtige Inhalte zu löschen.
Kurz erklärt: Eine WordPress-Datenbank sollte nicht möglichst klein, sondern sauber und effizient sein. Lösche nur Daten, deren Funktion du kennst, und erstelle vor jeder grösseren Datenbankbereinigung ein aktuelles Backup.
Was speichert WordPress in der Datenbank? #
WordPress besteht vereinfacht aus zwei wichtigen Bereichen: den Dateien deiner Website und der Datenbank.
In den Dateien befinden sich beispielsweise:
- WordPress-Core-Dateien
- Plugins
- Themes
- hochgeladene Bilder und andere Mediendateien
- Konfigurationsdateien
Die Datenbank enthält dagegen einen grossen Teil der eigentlichen Website-Inhalte und Einstellungen. Dazu gehören unter anderem:
- Beiträge und Seiten
- Beitragsrevisionen
- Kommentare
- Benutzerkonten
- Kategorien und Schlagwörter
- WordPress-Einstellungen
- Plugin- und Theme-Einstellungen
- Metadaten
- temporär gespeicherte Informationen
- bei WooCommerce zusätzlich zahlreiche Shop-, Kunden- und Bestelldaten
Die Datenbank ist deshalb ein zentraler Bestandteil deiner WordPress-Website. Eine unüberlegte Bereinigung kann deutlich schwerwiegendere Folgen haben als lediglich etwas verlorener Speicherplatz.
Warum wird eine WordPress-Datenbank mit der Zeit grösser? #
Eine wachsende Datenbank ist zunächst völlig normal. Wenn du neue Seiten erstellst, Beiträge veröffentlichst, Kommentare erhältst oder Plugins verwendest, entstehen zusätzliche Datenbankeinträge.
Neben diesen tatsächlich benötigten Daten können sich jedoch Informationen ansammeln, die später nicht mehr gebraucht werden.
Typische Beispiele sind:
- alte Beitragsrevisionen
- automatische Entwürfe
- gelöschte Beiträge im Papierkorb
- Spam-Kommentare
- gelöschte Kommentare
- abgelaufene Transients
- verwaiste Metadaten
- alte Plugin-Einstellungen
- temporäre Daten
- Protokoll- und Statistikdaten bestimmter Plugins
Je nach Website können diese Daten kaum ins Gewicht fallen oder einen erheblichen Teil der Datenbank ausmachen.
Eine grosse Datenbank ist nicht automatisch ein Problem #
Die reine Dateigrösse einer Datenbank sagt nur begrenzt etwas über die Geschwindigkeit einer WordPress-Website aus.
Eine korrekt strukturierte Datenbank mit vielen notwendigen Datensätzen kann problemlos funktionieren. Gleichzeitig kann eine wesentlich kleinere Datenbank langsame Abfragen verursachen, wenn beispielsweise ein Plugin ineffiziente Datenbankabfragen ausführt oder problematische Einträge in häufig geladenen Optionen erzeugt.
Deshalb ist das Ziel einer Optimierung nicht:
„Meine Datenbank muss möglichst klein werden.“
Sondern:
„Meine Datenbank soll nur die benötigten Daten enthalten und technisch sauber bleiben.“
Merke: Lösche niemals Daten nur deshalb, weil eine Tabelle gross aussieht. Zuerst muss geklärt werden, welche Anwendung oder WordPress-Funktion diese Daten verwendet.
Vor jeder Datenbankbereinigung: Backup erstellen #
Bevor du Daten aus der WordPress-Datenbank löschst oder Tabellen direkt bearbeitest, solltest du eine aktuelle Datensicherung besitzen.
Das gilt besonders für:
- produktive Unternehmenswebsites
- WooCommerce-Shops
- Mitglieder-Websites
- Websites mit vielen Benutzern
- Websites mit umfangreichen Plugin-Daten
- manuelle Änderungen über phpMyAdmin
Eine Datenbankbereinigung unterscheidet sich von vielen normalen WordPress-Einstellungen: Gelöschte Daten können unter Umständen nicht einfach über einen „Rückgängig“-Button wiederhergestellt werden.
Wichtig: Ein Backup sollte vor der Bereinigung erstellt werden und nicht erst dann, wenn bereits etwas schiefgegangen ist.
Wie gross ist meine WordPress-Datenbank? #
Wenn du CURIAWEB Webhosting verwendest, kannst du deine Datenbanken über cPanel verwalten.
Für eine detaillierte Ansicht eignet sich phpMyAdmin. Dort kannst du die betreffende WordPress-Datenbank öffnen und dir die enthaltenen Tabellen sowie deren Grösse ansehen.
Wenn du mehrere WordPress-Installationen betreibst, solltest du zuerst sicherstellen, dass du die richtige Datenbank geöffnet hast.
Den verwendeten Datenbanknamen findest du in der WordPress-Datei:
wp-config.php
Dort ist die Datenbank über DB_NAME definiert.
Wie du die richtige WordPress-Datenbank über cPanel und phpMyAdmin identifizierst, haben wir bereits in unserer Anleitung WordPress-Passwort über phpMyAdmin ändern ausführlicher erklärt.
Die wichtigsten WordPress-Datenbanktabellen verstehen #
Eine Standardinstallation von WordPress verwendet verschiedene Tabellen mit unterschiedlichen Aufgaben.
Bei einem Tabellenpräfix von wp_ gehören beispielsweise folgende Tabellen dazu:
wp_posts– Beiträge, Seiten und weitere Inhaltstypenwp_postmeta– zusätzliche Informationen zu Inhaltenwp_comments– Kommentarewp_commentmeta– zusätzliche Kommentardatenwp_users– Benutzerkontenwp_usermeta– zusätzliche Benutzerinformationen und Berechtigungenwp_options– WordPress- und Plugin-Einstellungenwp_terms– Begriffe wie Kategorien und Schlagwörterwp_term_taxonomy– Zuordnung und Typ der Taxonomienwp_term_relationships– Verknüpfungen zwischen Inhalten und Taxonomienwp_termmeta– zusätzliche Informationen zu Taxonomie-Begriffenwp_links– historische Link-Verwaltung von WordPress
Plugins können zusätzliche eigene Tabellen erstellen. WooCommerce und umfangreichere Erweiterungen können deshalb eine WordPress-Datenbank um zahlreiche weitere Tabellen ergänzen.
Der Tabellenpräfix muss ausserdem nicht wp_ lauten. Er kann bei deiner Installation anders konfiguriert sein.
Beitragsrevisionen: Einer der häufigsten Gründe für zusätzliche Daten #
WordPress kann bei der Bearbeitung von Beiträgen und Seiten frühere Versionen als sogenannte Revisionen speichern.
Das ist eine sehr nützliche Funktion. Wenn du versehentlich Inhalte überschreibst oder zu einer älteren Version zurückkehren möchtest, können Revisionen die Rettung sein.
Bei häufig bearbeiteten Seiten können sich allerdings viele Revisionen ansammeln.
Besonders bei umfangreichen Landingpages oder Websites, die über Jahre hinweg bearbeitet wurden, können einzelne Inhalte zahlreiche alte Versionen besitzen.
Sollte ich alle WordPress-Revisionen löschen? #
Nicht unbedingt.
Revisionen sind kein nutzloser Datenmüll. Sie erfüllen eine konkrete Sicherheits- und Komfortfunktion bei der Bearbeitung von Inhalten.
Eine vernünftige Strategie kann deshalb sein, sehr alte Revisionen zu entfernen oder die Anzahl zukünftig gespeicherter Revisionen zu begrenzen, anstatt die Funktion grundsätzlich abzuschalten.
Vor einer Bereinigung solltest du insbesondere bei wichtigen Seiten prüfen, ob du möglicherweise noch auf ältere Versionen zurückgreifen möchtest.
Anzahl der WordPress-Revisionen begrenzen #
Wenn du verhindern möchtest, dass WordPress langfristig sehr viele Revisionen pro Beitrag speichert, kannst du die maximale Anzahl über die Datei wp-config.php begrenzen.
Ein Beispiel wäre:
define( 'WP_POST_REVISIONS', 10 );
Damit wird die Anzahl der gespeicherten Revisionen pro Beitrag beziehungsweise Seite begrenzt.
Der konkrete Wert ist keine allgemeine Empfehlung für jede Website. Bei häufig bearbeiteten redaktionellen Websites kann eine höhere Anzahl sinnvoll sein, während bei einfachen Unternehmenswebsites weniger Revisionen ausreichen können.
Empfehlung: Revisionen vollständig abzuschalten spart zwar Datenbankeinträge, entfernt aber auch eine nützliche Wiederherstellungsfunktion. Eine Begrenzung ist für viele Websites der bessere Kompromiss.
Automatische Entwürfe und Inhalte im Papierkorb #
WordPress speichert während der Bearbeitung automatisch Zwischenstände. Zusätzlich bleiben gelöschte Beiträge und Seiten zunächst im Papierkorb.
Das ist beabsichtigt und schützt vor versehentlichem Datenverlust.
Wenn sich jedoch über längere Zeit viele nicht mehr benötigte Entwürfe oder Papierkorb-Inhalte angesammelt haben, können diese geprüft und endgültig gelöscht werden.
Öffne dazu beispielsweise:
Beiträge → Alle Beiträge
oder:
Seiten → Alle Seiten
und kontrolliere die jeweiligen Papierkorb- und Entwurfsbereiche.
Wie Beiträge und Seiten verwaltet werden, erklären wir in unseren Anleitungen zum Bearbeiten und Löschen von WordPress-Beiträgen sowie zum Bearbeiten und Löschen von WordPress-Seiten.
Spam-Kommentare und Papierkorb bereinigen #
Websites mit aktivierter Kommentarfunktion können mit der Zeit grosse Mengen an Spam-Kommentaren erhalten.
WordPress unterscheidet unter anderem zwischen:
- freigegebenen Kommentaren
- ausstehenden Kommentaren
- Spam
- Papierkorb
Spam und endgültig nicht mehr benötigte Kommentare können gelöscht werden.
Bei Websites mit sehr hohem Spam-Aufkommen kann eine regelmässige Bereinigung verhindern, dass unnötig viele Kommentardaten gespeichert bleiben.
Wie du Kommentare und deren Status richtig verwaltest, erklären wir unter Kommentare in WordPress verwalten.
Was sind WordPress-Transients? #
Transients sind temporär gespeicherte Daten, die WordPress oder Plugins für einen bestimmten Zeitraum zwischenspeichern können.
Ein Plugin kann beispielsweise das Ergebnis einer aufwendigen Berechnung oder einer externen Abfrage temporär speichern, damit diese nicht bei jedem Seitenaufruf erneut durchgeführt werden muss.
Transients besitzen typischerweise eine Ablaufzeit. Nach Ablauf sind sie nicht mehr gültig.
Abgelaufene Transients können deshalb grundsätzlich entfernt werden. WordPress beziehungsweise das betreffende Plugin erzeugt benötigte temporäre Daten bei Bedarf erneut.
Sollte ich alle Transients ständig löschen? #
Nein.
Transients existieren gerade deshalb, um bestimmte Daten temporär zwischenzuspeichern. Wenn du sie permanent löschst, kann das sogar zusätzliche Arbeit für WordPress oder Plugins verursachen, weil die Daten immer wieder neu erzeugt werden müssen.
Eine Bereinigung abgelaufener Transients kann sinnvoll sein. Ein ständiges vollständiges Löschen aller temporären Daten ist dagegen keine Performance-Strategie.
Was sind verwaiste Daten? #
Als verwaiste Daten bezeichnet man vereinfacht Datenbankeinträge, deren ursprüngliche Zuordnung nicht mehr existiert.
Ein Beispiel: Ein Plugin speichert zusätzliche Informationen zu einem Beitrag. Wird der ursprüngliche Inhalt oder eine Plugin-Funktion entfernt, können unter bestimmten Umständen Metadaten zurückbleiben, die nicht mehr benötigt werden.
Solche Daten können unter anderem in folgenden Bereichen auftreten:
- Post-Metadaten
- Kommentar-Metadaten
- Benutzer-Metadaten
- Taxonomie-Zuordnungen
- Plugin-eigenen Tabellen
Das Problem: Nicht jeder Eintrag, der auf den ersten Blick „verwaist“ aussieht, kann gefahrlos gelöscht werden.
Achtung: Lösche keine Metadaten oder Datenbanktabellen nur aufgrund ihres Namens. Moderne Plugins können Datenstrukturen verwenden, deren Zweck ohne Kenntnis des Plugins nicht offensichtlich ist.
Deinstallierte Plugins können Daten zurücklassen #
Wenn du ein WordPress-Plugin deaktivierst oder löschst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sämtliche von diesem Plugin erzeugten Daten aus der Datenbank entfernt werden.
Das ist teilweise sogar beabsichtigt.
Wenn du ein Plugin später erneut installierst, möchten viele Anwender ihre bisherige Konfiguration wiederverwenden. Deshalb behalten manche Plugins ihre Einstellungen oder Tabellen auch nach der Deinstallation.
Andere Plugins bieten beim Entfernen ausdrücklich eine Option wie:
„Alle Daten beim Deinstallieren löschen“
Ob zurückgebliebene Daten entfernt werden können, hängt deshalb vom jeweiligen Plugin ab.
Wie du Plugins korrekt deaktivierst und entfernst, erklären wir später in unserer Anleitung WordPress-Plugins deaktivieren oder löschen.
Alte Plugin-Tabellen erkennen #
In phpMyAdmin kannst du neben den WordPress-Core-Tabellen häufig zusätzliche Tabellen sehen, die von Plugins erstellt wurden.
Der Tabellenname enthält manchmal den Namen oder eine Abkürzung des betreffenden Plugins. Darauf solltest du dich jedoch nicht blind verlassen.
Bevor du eine vermeintlich alte Plugin-Tabelle löschst, solltest du eindeutig klären:
- welches Plugin die Tabelle erstellt hat
- ob das Plugin noch aktiv ist
- ob ein anderes Plugin dieselben Daten verwendet
- ob die Daten noch benötigt werden
- ob eine spätere Neuinstallation geplant ist
- ob ein aktuelles Backup vorhanden ist
Wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, lasse die Tabelle bestehen.
Die Tabelle wp_options verdient besondere Aufmerksamkeit #
Eine der wichtigsten WordPress-Tabellen ist:
wp_options
beziehungsweise bei einem anderen Tabellenpräfix entsprechend:
deinpraefix_options
Dort speichern WordPress, Themes und zahlreiche Plugins Konfigurationen und andere Werte.
Einzelne Plugins können dort erhebliche Datenmengen hinterlassen. Noch wichtiger als die reine Grösse kann jedoch sein, welche Optionsdaten bei Seitenaufrufen automatisch geladen werden.
Was bedeutet Autoload in WordPress? #
Bestimmte Einträge aus der Options-Tabelle können von WordPress automatisch geladen werden, weil sie häufig benötigt werden.
Problematisch kann es werden, wenn Plugins sehr grosse Datenmengen als automatisch zu ladende Optionen speichern oder nach ihrer Entfernung unnötige Einträge zurücklassen.
Das kann die Performance beeinflussen, obwohl die gesamte Datenbank möglicherweise gar nicht besonders gross ist.
Genau hier zeigt sich, warum eine reine Betrachtung der Datenbankgrösse nicht ausreicht.
Für fortgeschrittene Anwender: Auffällig grosse automatisch geladene Optionsdaten können ein Ansatzpunkt für eine Performance-Analyse sein. Lösche oder ändere solche Einträge aber niemals allein aufgrund ihrer Grösse. Zuerst muss geklärt werden, welche Komponente sie benötigt.
WooCommerce-Datenbank nicht wie einen normalen Blog behandeln #
Bei einer WooCommerce-Website ist besondere Vorsicht erforderlich.
Ein Onlineshop speichert deutlich mehr geschäftsrelevante Daten als ein einfacher Blog. Dazu können je nach WooCommerce-Version, Konfiguration und Erweiterungen unter anderem gehören:
- Bestellungen
- Bestellpositionen
- Kundendaten
- Produktdaten
- Steuerinformationen
- Versandinformationen
- Gutscheine
- Webhooks
- geplante Hintergrundaufgaben
- Zahlungsbezogene Metadaten
- Plugin-spezifische Shopdaten
Solche Daten dürfen nicht einfach als „alte Datenbankeinträge“ gelöscht werden.
Hinzu kommen gesetzliche und buchhalterische Aufbewahrungspflichten, die je nach Unternehmen und Datenart relevant sein können.
Wichtig bei WooCommerce: Bereinige niemals Bestell-, Kunden-, Zahlungs- oder steuerrelevante Daten auf Verdacht. Bei einem produktiven Shop muss vor einer Datenbereinigung eindeutig geklärt sein, welche Daten technisch und rechtlich entfernt werden dürfen.
Action Scheduler kann grosse Tabellen erzeugen #
WooCommerce und zahlreiche andere WordPress-Plugins verwenden den Action Scheduler, um Hintergrundaufgaben zu planen und auszuführen.
Je nach Aktivität einer Website können sich dabei mit der Zeit viele Einträge ansammeln.
Besonders bei Shops oder Websites mit Automatisierungen können entsprechende Tabellen deshalb deutlich wachsen.
Viele Einträge sind nicht automatisch ein Fehler. Wenn jedoch ungewöhnlich viele fehlgeschlagene oder ständig neu erzeugte Aufgaben vorhanden sind, sollte zuerst die Ursache untersucht werden.
Das blosse Löschen der Einträge behebt beispielsweise kein Plugin, das aufgrund eines Fehlers jede Minute neue fehlgeschlagene Aufgaben erzeugt.
Datenbanktabellen optimieren: Was bedeutet das? #
MySQL beziehungsweise MariaDB kann Tabellen technisch optimieren. Dabei geht es nicht darum, WordPress-Inhalte zu löschen, sondern um die interne Organisation und den Speicher der Datenbanktabellen.
Nach vielen Änderungen und Löschvorgängen kann je nach verwendeter Datenbank-Engine ungenutzter Speicher innerhalb einer Tabelle entstehen.
Eine Tabellenoptimierung kann diesen Speicher unter bestimmten Voraussetzungen reorganisieren beziehungsweise zurückgewinnen.
Das bedeutet aber nicht, dass jede WordPress-Datenbank ständig manuell optimiert werden muss.
WordPress-Datenbank über phpMyAdmin optimieren #
phpMyAdmin bietet je nach Serverkonfiguration eine Funktion zum Optimieren von Datenbanktabellen.
Tabellen in phpMyAdmin optimieren #
- Erstelle beziehungsweise prüfe zuerst ein aktuelles Backup.
- Öffne cPanel.
- Starte phpMyAdmin.
- Wähle die richtige WordPress-Datenbank aus.
- Prüfe die angezeigten Tabellen.
- Markiere die Tabellen, die optimiert werden sollen, beziehungsweise verwende die angebotene Auswahlfunktion.
- Wähle die Funktion „Tabelle optimieren“ beziehungsweise „Optimize table“.
- Warte, bis phpMyAdmin den Vorgang abgeschlossen hat.
- Prüfe anschliessend die Website und den WordPress-Adminbereich.
Ob und wie viel Speicher dadurch tatsächlich freigegeben wird, hängt von der Datenbankstruktur, der verwendeten Storage Engine und dem Zustand der Tabellen ab.
Macht „Tabelle optimieren“ meine Website schneller? #
Nicht zwangsläufig.
Eine Tabellenoptimierung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, ist aber kein universeller WordPress-Turbo.
Wenn deine Website langsam ist, können ganz andere Ursachen verantwortlich sein:
- ineffiziente Plugins
- zu viele externe Anfragen
- langsame PHP-Prozesse
- nicht optimierte Bilder
- fehlendes Caching
- schlecht programmierte Datenbankabfragen
- übermässig grosse automatisch geladene Optionen
- Probleme mit Themes oder Page Buildern
Eine Datenbankoptimierung sollte deshalb als Teil der technischen Wartung betrachtet werden und nicht als pauschale Lösung für jede langsame WordPress-Website.
Kann ich ein WordPress-Optimierungsplugin verwenden? #
Ja. Es gibt WordPress-Plugins, die Datenbankbereinigungen komfortabel über das Dashboard ermöglichen.
Solche Plugins können beispielsweise Funktionen anbieten für:
- Revisionen
- Entwürfe
- Spam-Kommentare
- Papierkorb-Inhalte
- Transients
- Tabellenoptimierung
Ein Plugin macht die Bereinigung jedoch nicht automatisch risikofrei.
Wenn eine Option beispielsweise „verwaiste Metadaten löschen“ oder „ungenutzte Tabellen entfernen“ anbietet, solltest du trotzdem verstehen, welche Daten davon betroffen sind.
Grundregel: Je aggressiver eine Bereinigungsfunktion klingt, desto genauer solltest du prüfen, was sie tatsächlich löscht.
Nicht für jede Wartung ein zusätzliches Plugin dauerhaft installieren #
Für eine einmalige Datenbankbereinigung musst du ein entsprechendes Plugin nicht zwangsläufig dauerhaft installiert lassen.
Wenn du ein Wartungsplugin nur für eine bestimmte Aufgabe benötigst, kannst du es nach erfolgreicher Bereinigung wieder entfernen, sofern keine seiner Funktionen dauerhaft benötigt wird.
Jedes zusätzliche Plugin erweitert den Code deiner WordPress-Installation und muss selbst gepflegt und aktualisiert werden.
Installiere deshalb nicht mehrere Plugins, die im Wesentlichen dieselbe Aufgabe erfüllen.
Die Datenbank nicht direkt mit SQL-Befehlen „aufräumen“ #
Im Internet finden sich zahlreiche SQL-Befehle, die angeblich mit einem Klick Revisionen, Metadaten, Optionen oder andere WordPress-Daten entfernen.
Solche Befehle können technisch korrekt sein und trotzdem für deine konkrete Website ungeeignet sein.
Ein SQL-Befehl berücksichtigt nicht automatisch:
- deine installierten Plugins
- deine individuellen Tabellenpräfixe
- WooCommerce-Strukturen
- Custom Post Types
- Plugin-Abhängigkeiten
- individuelle Datenmodelle
Kopiere deshalb keine unbekannten SQL-Befehle aus Foren, Blogs oder KI-Antworten direkt in eine produktive Datenbank.
Achtung: Ein SQL-Befehl kann in Sekunden tausende Datensätze endgültig verändern oder löschen. Verwende SQL für Datenbankbereinigungen nur, wenn du genau verstehst, welche Datensätze betroffen sind.
wp_postmeta kann sehr gross werden #
Bei umfangreichen WordPress-Websites gehört die Tabelle wp_postmeta häufig zu den grösseren Tabellen.
Das ist nicht automatisch ungewöhnlich. WordPress und Plugins verwenden Post-Metadaten für sehr viele zusätzliche Informationen.
Page Builder, WooCommerce, SEO-Plugins und andere Erweiterungen können dort grosse Mengen legitimer Daten speichern.
Eine grosse wp_postmeta-Tabelle ist deshalb kein Grund, Datensätze pauschal zu löschen.
Log- und Statistikdaten prüfen #
Manche Plugins speichern Protokolle, Statistiken oder historische Daten direkt in der WordPress-Datenbank.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Sicherheitsprotokolle
- 404-Logs
- E-Mail-Protokolle
- Aktivitätsprotokolle
- Statistikdaten
- Import- und Exportprotokolle
- Debug-Informationen
Wenn solche Daten unbegrenzt gespeichert werden, können die entsprechenden Tabellen erheblich wachsen.
Prüfe deshalb bei Plugins mit Logging-Funktionen, ob sich eine sinnvolle Aufbewahrungsdauer konfigurieren lässt.
Häufig ist es besser, beispielsweise nur einen definierten Zeitraum aufzubewahren, als jahrelang technische Protokolle zu speichern, die niemand mehr benötigt.
Backups gehören nicht in die WordPress-Datenbank #
Normale vollständige Website-Backups werden üblicherweise als Dateien gespeichert und sind deshalb kein Bestandteil der eigentlichen WordPress-Datenbank.
Trotzdem können Backup-Plugins Statusinformationen, Protokolle und Konfigurationen in der Datenbank speichern.
Wenn deine Hosting-Belegung ungewöhnlich hoch ist, solltest du deshalb nicht nur die Datenbank prüfen. Alte Backup-Archive im Dateisystem können wesentlich mehr Speicherplatz belegen als die Datenbank selbst.
Warum Datenbankbereinigung kein täglicher Job ist #
Eine WordPress-Datenbank muss nicht jeden Tag „gereinigt“ werden.
WordPress und moderne Datenbanksysteme sind dafür ausgelegt, dauerhaft mit grossen Mengen strukturierter Daten zu arbeiten.
Eine zu aggressive oder permanent ausgeführte Bereinigung kann sogar kontraproduktiv sein, wenn beispielsweise nützliche temporäre Daten ständig entfernt oder Revisionen gelöscht werden, die später benötigt würden.
Für die meisten normalen Websites reicht eine gelegentliche Kontrolle im Rahmen der regulären Wartung.
Wann lohnt sich eine genauere Datenbankanalyse? #
Eine genauere Prüfung ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- die Datenbank ungewöhnlich stark gewachsen ist
- ein altes Plugin grosse Tabellen hinterlassen hat
- die Website seit vielen Jahren betrieben wird
- sehr viele Revisionen vorhanden sind
- ein Plugin grosse Mengen an Logs speichert
- WooCommerce-Hintergrundaufgaben auffällig anwachsen
- der WordPress-Adminbereich bei datenbankintensiven Aktionen langsam reagiert
- ein Performance-Tool auf langsame Datenbankabfragen hinweist
- die Hosting-Belegung untersucht werden soll
In solchen Fällen sollte zuerst festgestellt werden, welche Tabellen wachsen und warum. Erst danach wird entschieden, ob überhaupt etwas gelöscht werden sollte.
WordPress-Datenbank nach einer Plugin-Bereinigung kontrollieren #
Wenn du alte Plugin-Daten entfernt hast, solltest du die Website anschliessend gründlich testen.
Prüfe insbesondere:
- Startseite
- wichtige Unterseiten
- WordPress-Adminbereich
- Formulare
- Benutzer-Login
- Plugins mit Datenbankzugriff
- bei WooCommerce Warenkorb und Checkout
Bei einer Fehlermeldung solltest du nicht mit weiteren Bereinigungen fortfahren, sondern zuerst die Ursache untersuchen.
Was bringt eine Datenbankoptimierung für SEO? #
Das Löschen von Revisionen oder Transients verbessert dein Google-Ranking nicht direkt.
Eine technisch saubere Website kann jedoch indirekt relevant sein, wenn Datenbankprobleme tatsächlich zu langsamen Antwortzeiten, Fehlern oder einer schlechten Benutzererfahrung führen.
Du solltest eine Datenbankbereinigung deshalb nicht als „SEO-Trick“ betrachten.
Für SEO sind Inhalte, Suchintention, interne Verlinkung, technische Erreichbarkeit, Performance und zahlreiche weitere Faktoren wesentlich wichtiger als die Frage, ob deine Datenbank beispielsweise 80 oder 120 MB gross ist.
WordPress-Datenbank und Cache sind nicht dasselbe #
Die Begriffe Datenbank, Cache und Speicher werden häufig miteinander verwechselt.
Die Datenbank enthält dauerhaft gespeicherte strukturierte Informationen deiner Website.
Ein Cache hält dagegen normalerweise bereits erzeugte oder häufig benötigte Daten vor, damit sie schneller wiederverwendet werden können.
Das Löschen eines Caches und das Löschen von Datenbankinhalten sind deshalb zwei völlig unterschiedliche Vorgänge.
Ein Cache kann normalerweise neu aufgebaut werden. Ein gelöschter Beitrag oder eine entfernte Plugin-Konfiguration aus der Datenbank dagegen nicht ohne Weiteres.
Eine sinnvolle Reihenfolge für die Datenbankbereinigung #
Empfohlenes Vorgehen #
- Aktuelles Backup erstellen beziehungsweise überprüfen.
- Grösse der Datenbank und einzelnen Tabellen analysieren.
- Ungewöhnlich grosse Tabellen identifizieren.
- Prüfen, welche WordPress-Funktion oder welches Plugin die Daten erzeugt.
- Offensichtlich nicht mehr benötigte Inhalte wie Papierkorb und Spam kontrollieren.
- Alte Revisionen bei Bedarf reduzieren.
- Abgelaufene temporäre Daten gegebenenfalls bereinigen.
- Plugin-Logs und deren Aufbewahrungsdauer prüfen.
- Verwaiste Plugin-Daten nur nach eindeutiger Identifikation entfernen.
- Tabellen bei tatsächlichem Bedarf technisch optimieren.
- Website und wichtige Funktionen anschliessend testen.
Was du nicht machen solltest #
- Tabellen löschen, nur weil sie gross sind
- unbekannte SQL-Befehle aus dem Internet ausführen
- ohne Backup direkt in phpMyAdmin experimentieren
wp_optionsauf Verdacht bereinigen- WooCommerce-Bestelldaten als „alte Daten“ löschen
- alle Revisionen automatisch als nutzlosen Datenmüll betrachten
- ständig sämtliche Transients löschen
- Plugin-Tabellen allein anhand ihres Namens entfernen
- eine Datenbankoptimierung als universelle Lösung für Performance-Probleme betrachten
Merke: Bei einer Datenbankoptimierung gilt nicht „viel löschen = viel schneller“. Eine professionelle Bereinigung beginnt mit einer Analyse. Erst wenn du weisst, welche Daten vorhanden sind und warum, solltest du entscheiden, was entfernt werden kann.
Wann solltest du lieber nichts selbst löschen? #
Wenn du nicht sicher beurteilen kannst, welche Daten eine Tabelle enthält oder welches Plugin einen bestimmten Eintrag benötigt, solltest du die Daten nicht auf Verdacht entfernen.
Das gilt besonders bei produktiven WooCommerce-Shops, Mitglieder-Websites und geschäftskritischen WordPress-Installationen.
Als CURIAWEB-Kunde kannst du dich bei Unsicherheiten an unseren Support wenden. Teile uns möglichst genau mit, welche Website betroffen ist, welche Tabelle beziehungsweise Datenbank auffällig erscheint und warum du eine Bereinigung durchführen möchtest.
So lässt sich zuerst beurteilen, ob tatsächlich unnötige Daten vorliegen oder ob die Datenbankgrösse für die betreffende Website vollkommen normal ist.
Zusammenfassung #
Eine WordPress-Datenbank wächst mit der Nutzung deiner Website. Beiträge, Seiten, Einstellungen, Benutzer, Kommentare und Plugin-Daten werden dort dauerhaft gespeichert. Zusätzlich können sich mit der Zeit Revisionen, Spam-Kommentare, abgelaufene Transients, Protokolle und Daten nicht mehr verwendeter Plugins ansammeln.
Eine grosse Datenbank ist jedoch nicht automatisch langsam oder fehlerhaft. Entscheidend ist, welche Daten gespeichert werden und ob sie weiterhin benötigt werden. Vor jeder grösseren Bereinigung solltest du deshalb ein aktuelles Backup besitzen und zunächst die betroffenen Tabellen analysieren.
Revisionen können begrenzt, Spam und Papierkorb-Inhalte entfernt und abgelaufene temporäre Daten bereinigt werden. Bei Plugin-Tabellen, verwaisten Metadaten und insbesondere wp_options ist dagegen grössere Vorsicht erforderlich. Bei WooCommerce dürfen geschäfts- und bestellrelevante Daten niemals auf Verdacht gelöscht werden.
Wenn du für die Analyse direkt mit phpMyAdmin arbeitest, hilft dir unsere Anleitung zum Arbeiten mit der WordPress-Datenbank über phpMyAdmin beim Verständnis von Datenbankname und Tabellenpräfix. Wie du nicht mehr benötigte Erweiterungen korrekt entfernst, erklären wir im Artikel WordPress-Plugins deaktivieren oder löschen.