Mit den Versandeinstellungen von WooCommerce legst du fest, wohin du Waren versendest, welche Versandmöglichkeiten deinen Kunden angeboten werden und wie hoch die Versandkosten sind.
WooCommerce verwendet dafür sogenannte Versandzonen. Eine Versandzone beschreibt ein geografisches Gebiet, beispielsweise die Schweiz, Deutschland oder eine bestimmte Region. Innerhalb jeder Zone legst du anschliessend fest, welche Versandarten dort verfügbar sind.
Die grundlegende Logik ist:
Kundenadresse
↓
passende Versandzone
↓
verfügbare Versandarten
↓
Versandkosten
Wenn du diese Reihenfolge verstanden hast, wird die WooCommerce-Versandkonfiguration wesentlich einfacher.
Wichtig: WooCommerce Core enthält grundlegende Versandfunktionen. Komplexe Regeln nach Gewicht, Abmessungen, Entfernung oder Tarifen eines Paketdienstes können zusätzliche Erweiterungen benötigen.
Wo findest du die Versandeinstellungen? #
Die Versandkonfiguration findest du im WordPress-Backend unter:
WooCommerce
→ Einstellungen
→ Versand
Dort verwaltest du insbesondere deine Versandzonen, die allgemeinen Versandeinstellungen und die Versandklassen.
Wenn der Bereich für den Versand nicht verfügbar ist, solltest du unter WooCommerce → Einstellungen → Allgemein prüfen, für welche Länder dein Shop verkauft beziehungsweise versendet und ob der Versand dort deaktiviert wurde.
Was ist eine Versandzone? #
Eine Versandzone ist ein geografisches Gebiet, für das bestimmte Versandarten und Versandkosten gelten.
Ein einfacher Schweizer Shop könnte beispielsweise folgende Struktur verwenden:
| Versandzone | Gebiet | Mögliche Versandart |
|---|---|---|
| Schweiz | Schweiz | Pauschale CHF 9.00 |
| Liechtenstein | Liechtenstein | Pauschale CHF 12.00 |
| Deutschland | Deutschland | Pauschale CHF 18.00 |
Diese Beträge sind lediglich Beispiele. Welche Länder du belieferst und welche Versandkosten du verlangst, bestimmst du selbst.
Ein Kunde sieht nur die Versandarten, die für die Versandzone seiner Adresse verfügbar sind.
Jeder Kunde gehört nur zu einer Versandzone #
Dieser Punkt ist für das Verständnis der WooCommerce-Versandlogik besonders wichtig.
WooCommerce sammelt nicht alle Versandarten aus allen Zonen, die irgendwie zur Kundenadresse passen könnten.
Stattdessen sucht WooCommerce die erste passende Versandzone. Nur die Versandarten dieser Zone werden für den Kunden verwendet.
Angenommen, du hast folgende Zonen:
Zone 1:
Chur
Zone 2:
Schweiz
Eine Adresse in Chur passt grundsätzlich sowohl zur engeren Zone „Chur“ als auch zur allgemeinen Zone „Schweiz“.
Steht „Chur“ oberhalb von „Schweiz“, verwendet WooCommerce die speziellere Zone „Chur“.
Der Kunde erhält dann nur die Versandarten, die du innerhalb dieser Zone eingerichtet hast.
Wichtig: Die Reihenfolge deiner Versandzonen kann darüber entscheiden, welche Versandart ein Kunde sieht. Spezifische Zonen sollten deshalb vor allgemeineren Zonen stehen.
Warum die Reihenfolge der Versandzonen wichtig ist #
Ein Beispiel macht die Logik deutlich.
Du möchtest innerhalb von Chur eine kostenlose lokale Lieferung anbieten, für die restliche Schweiz aber CHF 9.00 Versand verlangen.
Dann könnte die Reihenfolge so aussehen:
1. Chur
→ kostenlos
2. Schweiz
→ CHF 9.00
Steht die allgemeine Zone „Schweiz“ dagegen vor der spezielleren Zone, kann sie bereits auf die Adresse passen. WooCommerce sucht dann nicht weiter nach einer darunterliegenden spezielleren Zone.
Wenn eine Versandart bei einem bestimmten Kunden nicht wie erwartet erscheint, solltest du deshalb immer auch die Reihenfolge der Versandzonen kontrollieren.
Eine neue Versandzone erstellen #
Öffne:
WooCommerce
→ Einstellungen
→ Versand
→ Versandzonen
Wähle anschliessend die Funktion zum Hinzufügen einer neuen Zone.
Für eine Versandzone benötigst du zunächst:
- einen Namen für die Zone
- die geografischen Regionen, die zu dieser Zone gehören
Der Name dient vor allem deiner eigenen Orientierung.
Beispielsweise:
Schweiz
Deutschland
EU
Lokale Lieferung Chur
Danach legst du fest, welche Länder beziehungsweise Regionen zu dieser Zone gehören.
Eine Zone kann mehrere Regionen enthalten #
Du musst nicht für jedes Land zwingend eine eigene Versandzone erstellen.
Wenn für mehrere Länder dieselben Versandbedingungen gelten, kannst du sie in einer gemeinsamen Zone zusammenfassen.
Beispielsweise:
Versandzone:
Schweiz & Liechtenstein
Regionen:
Schweiz
Liechtenstein
Versand:
CHF 9.00
Eine gemeinsame Zone ist sinnvoll, wenn die Versandarten und Kosten tatsächlich identisch sind.
Benötigst du unterschiedliche Preise oder Versandmethoden, solltest du getrennte Zonen verwenden.
Versandzone auf Postleitzahlen begrenzen #
WooCommerce ermöglicht es, eine Versandzone weiter einzuschränken.
Dadurch kannst du beispielsweise eine Versandzone nur für bestimmte Postleitzahlen verwenden.
Das kann für lokale Liefergebiete sinnvoll sein.
Du könntest beispielsweise ein kleineres Liefergebiet definieren und diesem andere Versandbedingungen geben als der restlichen Schweiz.
Auch hier gilt wieder: Eine solche spezifische Zone muss in der richtigen Reihenfolge vor der allgemeineren Zone stehen.
Was bedeutet „Standorte, die nicht von deinen anderen Zonen abgedeckt sind“? #
WooCommerce besitzt am Ende der Versandzonen eine besondere Zone für Standorte, die von keiner deiner selbst definierten Zonen erfasst werden.
Diese funktioniert als Auffangzone.
Vereinfacht:
Kundenadresse
↓
passt zu keiner definierten Zone
↓
„Standorte, die nicht von deinen anderen Zonen abgedeckt sind“
Auch dieser Zone kannst du Versandarten hinzufügen.
Wenn du dort jedoch keine Versandart hinterlegst, gibt es für Kunden, die nur in diese Auffangzone fallen, keine Versandmöglichkeit.
Das kann beabsichtigt sein: Wenn du nur in bestimmte Länder liefern möchtest, musst du nicht automatisch für den Rest der Welt eine Versandart anbieten.
Welche Versandarten enthält WooCommerce Core? #
Innerhalb einer Versandzone kannst du Versandarten hinzufügen.
WooCommerce Core enthält drei grundlegende Versandmethoden:
| Versandart | Verwendung |
|---|---|
| Pauschale | Du definierst einen festen beziehungsweise berechneten Versandpreis. |
| Kostenloser Versand | Der Versand kostet nichts oder wird unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos angeboten. |
| Abholung vor Ort | Der Kunde holt seine Bestellung selbst ab. |
Zusätzliche Versandplugins können weitere Methoden ergänzen.
Wenn du beispielsweise eine Versandart eines Paketdienstes oder eine gewichtsabhängige Versandlösung installiert hast, kann diese ebenfalls in der Auswahl erscheinen.
Eine Versandart zu einer Zone hinzufügen #
Öffne die gewünschte Versandzone und wähle:
Versandart hinzufügen
Wähle anschliessend die gewünschte Methode aus und füge sie der Zone hinzu.
Danach kannst du die Versandart konfigurieren.
Du kannst innerhalb derselben Zone auch mehrere Versandarten anbieten.
Beispielsweise:
Schweiz
Standardversand
CHF 9.00
Expressversand
CHF 18.00
Abholung
CHF 0.00
Wenn mehrere Methoden für den Warenkorb verfügbar sind, kann der Kunde zwischen den angebotenen Möglichkeiten wählen.
Pauschale Versandkosten einrichten #
Die WooCommerce-Versandart Pauschale beziehungsweise Flat Rate eignet sich für einen festgelegten Versandpreis.
Öffne innerhalb der Versandzone die entsprechende Versandart.
Dort kannst du unter anderem festlegen:
- den Namen, den der Kunde sieht
- den Steuerstatus
- die Versandkosten
Ein einfaches Beispiel:
Name:
Standardversand
Kosten:
9.00
Der Kunde sieht im Warenkorb beziehungsweise Checkout dann beispielsweise:
Standardversand: CHF 9.00
Der Name der Versandart ist für den Kunden sichtbar #
Verwende einen verständlichen Namen.
Statt einer internen Bezeichnung wie:
Zone CH Rate 1
ist beispielsweise:
Standardversand
für einen Kunden verständlicher.
Wenn die Bezeichnung eine konkrete Versandgeschwindigkeit oder einen bestimmten Paketdienst verspricht, sollte dieser Text natürlich auch deinem tatsächlichen Versandablauf entsprechen.
Steuerstatus der Versandkosten #
Bei der Pauschale kannst du festlegen, ob die Versandkosten steuerpflichtig sind.
Wie WooCommerce die entsprechende Steuer berechnet, hängt von deinen Steuer- und Versandsteuer-Einstellungen ab.
Ob Versandkosten in deinem konkreten Geschäft steuerpflichtig sind und welcher Satz anzuwenden ist, ist dagegen eine steuerliche Frage.
Die technische Steuerkonfiguration erklären wir im Artikel Steuern und Mehrwertsteuer in WooCommerce richtig einrichten.
Pauschale bedeutet nicht zwingend immer derselbe Betrag #
Das Kostenfeld der WooCommerce-Pauschale kann mehr als nur eine einzelne Zahl enthalten.
WooCommerce unterstützt dort auch Berechnungsvariablen.
Beispielsweise kann:
[qty]
für die Anzahl der betreffenden Artikel verwendet werden.
Ein vereinfachtes Beispiel:
5 * [qty]
würde die Kosten anhand der Menge berechnen.
WooCommerce unterstützt bei der Pauschale weitere Berechnungsmöglichkeiten. Für einen einfachen Shop ist ein fester Betrag jedoch wesentlich leichter nachvollziehbar und weniger fehleranfällig.
Empfehlung für Einsteiger: Wenn dein Versandmodell mit einem normalen festen Preis funktioniert, beginne mit einer einfachen Pauschale. Komplexe Formeln solltest du nur verwenden, wenn du sie tatsächlich benötigst und vollständig getestet hast.
Kostenlosen Versand einrichten #
WooCommerce besitzt eine eigene Versandart Kostenloser Versand.
Füge diese Methode der gewünschten Versandzone hinzu.
Anschliessend kannst du festlegen, unter welchen Bedingungen kostenloser Versand verfügbar sein soll.
Je nach Konfiguration kann kostenloser Versand beispielsweise:
- ohne weitere Voraussetzung verfügbar sein,
- einen gültigen Gutschein erfordern,
- einen Mindestbestellwert erfordern,
- oder von einer Kombination aus Gutschein und Mindestbestellwert abhängen.
Beispiel: Kostenloser Versand ab einem Mindestbetrag #
Angenommen, du möchtest innerhalb der Schweiz ab CHF 100.00 kostenlosen Versand anbieten.
Dann könntest du in der Zone „Schweiz“ zwei Versandarten hinterlegen:
Standardversand
CHF 9.00
Kostenloser Versand
ab CHF 100.00
Erfüllt der Warenkorb die Bedingung für kostenlosen Versand, wird diese Methode verfügbar.
Beachte dabei, dass andere ebenfalls gültige Versandarten nicht zwingend automatisch verschwinden. Welche Methoden angezeigt werden, hängt von deiner Konfiguration ab.
Kostenloser Versand mit einem Gutschein #
Du kannst kostenlosen Versand auch mit einem WooCommerce-Gutschein verbinden.
Dafür muss einerseits beim Gutschein die Verwendung für kostenlosen Versand erlaubt sein.
Andererseits muss innerhalb der betreffenden Versandzone die Versandart Kostenloser Versand eingerichtet und entsprechend konfiguriert sein.
Die Gutscheinseite allein erzeugt also noch keine Versandart.
Wie du den Gutschein einrichtest, erklären wir im Artikel Gutscheine und Rabattcodes in WooCommerce erstellen.
Abholung anbieten #
WooCommerce Core unterstützt auch die Abholung einer Bestellung.
Bei klassischen Versandzonen kann dafür die Versandmethode Abholung vor Ort beziehungsweise Local Pickup verwendet werden.
Bei modernen blockbasierten WooCommerce-Checkouts gibt es zusätzlich eine eigene, in den Checkout integrierte Local-Pickup-Lösung.
Welche Oberfläche du siehst, kann deshalb davon abhängen, ob dein Shop den klassischen oder den blockbasierten Checkout verwendet.
Für den Kunden bedeutet die Abholung grundsätzlich, dass die Bestellung nicht an eine normale Lieferadresse versendet wird, sondern an einem angebotenen Standort abgeholt werden kann.
Versandklassen sind keine Versandzonen #
WooCommerce besitzt zusätzlich sogenannte Versandklassen.
Diese werden häufig mit Versandzonen verwechselt, erfüllen aber eine völlig andere Aufgabe.
| Versandzone | Versandklasse |
|---|---|
| Bezieht sich auf den Standort des Kunden. | Bezieht sich auf die Art eines Produkts. |
| Beispiel: Schweiz | Beispiel: Sperrgut |
| Bestimmt, welche Versandmethoden verfügbar sind. | Kann von einer Versandmethode für unterschiedliche Kosten verwendet werden. |
Eine Versandklasse kann beispielsweise Produkte gruppieren, die aufgrund ihrer Grösse oder Beschaffenheit anders versendet werden müssen.
Eine Versandklasse berechnet allein noch keine Versandkosten #
Dieser Punkt ist wichtig:
Eine Versandklasse ist lediglich eine Produktgruppe für den Versand.
Wenn du eine Versandklasse namens:
Sperrgut
erstellst und einem Produkt zuweist, entstehen dadurch noch keine zusätzlichen Versandkosten.
Die Versandklasse muss von einer Versandmethode verwendet werden, beispielsweise von der WooCommerce-Pauschale.
Produkt
↓
Versandklasse „Sperrgut“
↓
Pauschale verwendet diese Versandklasse
↓
zusätzliche Versandkosten
Versandklassen erstellen #
Versandklassen findest du unter:
WooCommerce
→ Einstellungen
→ Versand
→ Klassen
Dort kannst du eine neue Versandklasse anlegen.
Beispielsweise:
Name:
Sperrgut
Slug:
sperrgut
Eine Beschreibung kannst du zur internen Orientierung ergänzen.
Versandklasse einem Produkt zuweisen #
Nachdem du eine Versandklasse erstellt hast, kannst du sie einem Produkt zuweisen.
Öffne dazu das betreffende Produkt und gehe innerhalb der Produktdaten zu den Versandeinstellungen.
Dort kannst du die gewünschte Versandklasse auswählen.
Bei variablen Produkten können Versandklassen je nach Produktkonfiguration auch auf Ebene einzelner Varianten relevant sein.
Versandklassen mit einer Pauschale verwenden #
Wenn Versandklassen vorhanden sind, zeigt die WooCommerce-Pauschale zusätzliche Kostenfelder für diese Klassen an.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Grundkosten:
CHF 9.00
Versandklasse „Sperrgut“:
CHF 15.00
Die Kosten der Versandklasse werden entsprechend der Konfiguration zusätzlich zu den Grundkosten berücksichtigt.
Wenn du Versandkosten ausschliesslich über Versandklassen berechnen möchtest, kann der normale Grundbetrag auch auf 0 gesetzt beziehungsweise leer gelassen werden.
Was passiert bei mehreren Versandklassen im Warenkorb? #
Bei der Pauschale kannst du bestimmen, wie WooCommerce mit mehreren Versandklassen innerhalb derselben Bestellung umgeht.
WooCommerce bietet dafür zwei Berechnungsarten:
| Berechnung | Wirkung |
|---|---|
| Pro Klasse | Die Versandkosten der vorhandenen Versandklassen werden einzeln berücksichtigt. |
| Pro Bestellung | WooCommerce verwendet die Kosten der teuersten vorhandenen Versandklasse. |
Ein Beispiel:
Versandklasse Klein:
CHF 5.00
Versandklasse Sperrgut:
CHF 20.00
Bei der Berechnung pro Klasse können beide Klassenkosten berücksichtigt werden.
Bei der Berechnung pro Bestellung wird für die Versandklassen nur die teuerste Klasse berücksichtigt.
Welche Variante für deinen Shop sinnvoll ist, hängt davon ab, wie du die tatsächlichen Versandkosten berechnest.
Gewichtsabhängige Versandkosten #
Viele Shopbetreiber möchten Versandkosten beispielsweise so berechnen:
bis 2 kg:
CHF 9.00
2 bis 10 kg:
CHF 12.00
über 10 kg:
CHF 20.00
Eine solche allgemeine Staffelung nach dem Gesamtgewicht des Warenkorbs gehört nicht als einfache grafische Regelverwaltung zur WooCommerce-Core-Versandkonfiguration.
Für komfortable gewichtsabhängige Regeln werden deshalb häufig zusätzliche Versand-Erweiterungen verwendet.
Welche Möglichkeiten eine solche Erweiterung bietet, hängt vom verwendeten Plugin ab.
Wichtig: Verwechsle eine Versandklasse nicht mit einer automatischen Gewichtsstaffel. Eine Versandklasse gruppiert Produkte. Sie liest nicht automatisch das Gesamtgewicht des Warenkorbs aus und erstellt daraus beliebige Gewichtsstufen.
Versandkosten nach Warenwert #
Auch komplexe Staffelungen wie:
bis CHF 50:
CHF 12 Versand
CHF 50 bis CHF 100:
CHF 8 Versand
ab CHF 100:
kostenlos
sind nicht in jeder beliebigen Form über eine einzelne WooCommerce-Core-Pauschale komfortabel abbildbar.
Ein kostenloser Versand ab einem Mindestbestellwert lässt sich mit der Core-Methode Kostenloser Versand einrichten.
Für mehrere komplexe Preisstaffeln und Bedingungen können dagegen zusätzliche Versand-Erweiterungen sinnvoll beziehungsweise notwendig sein.
Live-Tarife von Post, DHL, UPS und anderen Paketdiensten #
WooCommerce Core fragt nicht automatisch die aktuellen Versandpreise eines Paketdienstes ab.
Wenn du beispielsweise möchtest, dass der Checkout einen aktuellen Tarif eines bestimmten Paketdienstes anhand der Bestellung berechnet, benötigst du eine passende Integration beziehungsweise Erweiterung.
Dasselbe gilt für Funktionen wie:
- automatische Versandetiketten
- direkte Tarifabfragen beim Paketdienst
- Tracking-Integration
- automatische Sendungsdaten
Solche Funktionen gehören nicht zur normalen WooCommerce-Core-Versandzonenverwaltung.
Versandkosten werden erst berechnet, wenn WooCommerce den Standort kennt #
WooCommerce muss wissen, in welche Versandzone ein Kunde gehört.
Dafür benötigt das System entsprechende Standortinformationen.
Je nach deinen WooCommerce-Einstellungen kann der Standort zunächst beispielsweise über einen Standard-Kundenstandort angenommen oder später anhand der vom Kunden eingegebenen Adresse bestimmt werden.
Im Warenkorb beziehungsweise Checkout kann sich die angezeigte Versandart deshalb ändern, sobald der Kunde seine tatsächliche Adresse eingibt.
Versandkosten bis zur Adresse ausblenden #
Unter den allgemeinen Versandeinstellungen kannst du WooCommerce so konfigurieren, dass Versandkosten erst angezeigt werden, wenn eine Adresse eingegeben wurde.
Das kann sinnvoll sein, wenn ohne Kundenadresse noch gar nicht zuverlässig feststeht, welche Versandzone verwendet werden muss.
Du kannst ausserdem festlegen, ob auf der Warenkorbseite ein Versandkostenrechner angeboten wird.
Welche Adresse verwendet WooCommerce für den Versand? #
In den Versandeinstellungen kannst du festlegen, wie WooCommerce mit Rechnungs- und Lieferadresse umgeht.
Je nach Konfiguration kann standardmässig die Lieferadresse oder die Rechnungsadresse verwendet werden beziehungsweise der Versand auf die Rechnungsadresse beschränkt werden.
Das ist nicht dasselbe wie die Einstellung, welche Adresse für die Steuerberechnung verwendet wird.
Merke: Versandadresse und Steuerberechnungsadresse sind zwei getrennte WooCommerce-Einstellungen. Sie können zusammenhängen, sollten aber nicht miteinander verwechselt werden.
Versandart erscheint nicht – zuerst die Zone prüfen #
Wenn ein Kunde eine erwartete Versandart nicht sieht, solltest du zuerst prüfen, welche Versandzone WooCommerce für seine Adresse verwendet.
Kontrolliere insbesondere:
- Land des Kunden
- Region beziehungsweise Kanton/Bundesland
- Postleitzahl
- Reihenfolge der Versandzonen
- in der Zone aktivierte Versandarten
- Bedingungen für kostenlosen Versand
Erst danach solltest du nach komplizierteren Ursachen suchen.
Der Versand-Debug-Modus hilft bei der Fehlersuche #
WooCommerce besitzt in den Versandeinstellungen einen Debug-Modus.
Wenn du ihn aktivierst, kann WooCommerce im Frontend anzeigen, welche Versandzone für die aktuelle Kundenadresse erkannt wurde. Ausserdem wird der Versandraten-Cache für die Fehlersuche umgangen.
Das ist besonders hilfreich, wenn du beispielsweise erwartest:
Adresse in Chur
→ Zone „Chur“
WooCommerce aber offenbar eine andere Zone verwendet.
Nach der Fehlersuche: Deaktiviere den Versand-Debug-Modus wieder. Er ist für die Diagnose gedacht und nicht für den normalen Shopbetrieb.
Mehrere Versandarten können gleichzeitig erscheinen #
Wenn eine Versandzone mehrere gültige Versandarten enthält, kann WooCommerce dem Kunden auch mehrere Möglichkeiten anbieten.
Beispielsweise:
Standardversand:
CHF 9.00
Express:
CHF 18.00
Kostenloser Versand:
CHF 0.00
Wenn kostenloser Versand verfügbar wird, bedeutet das nicht in jeder Konfiguration automatisch, dass alle kostenpflichtigen Methoden verschwinden.
In den aktuellen WooCommerce-Versandeinstellungen gibt es eine Option, Versandtarife auszublenden, wenn kostenloser Versand verfügbar ist.
Ob du diese verwendest, hängt davon ab, ob deine Kunden trotz kostenlosem Standardversand beispielsweise weiterhin eine kostenpflichtige schnellere Versandart wählen können sollen.
Ein sinnvoller einfacher Aufbau #
Für einen Shop mit überschaubarem Versandgebiet sollte die Konfiguration möglichst einfach bleiben.
Ein Beispiel könnte sein:
Zone: Schweiz
→ Standardversand CHF 9.00
→ Kostenloser Versand ab CHF 100.00
Zone: Deutschland
→ Standardversand CHF 18.00
Nicht abgedeckte Standorte
→ keine Versandart
Damit ist klar definiert, wohin geliefert wird und welche Versandmöglichkeiten dort gelten.
Erst wenn dein tatsächlicher Versandprozess komplexer wird, solltest du zusätzliche Klassen, Regeln oder Erweiterungen einführen.
Versandkonfiguration immer mit echten Adressen testen #
Nach dem Einrichten der Versandzonen solltest du nicht nur kontrollieren, ob die Einstellungen im Backend richtig aussehen.
Teste den Warenkorb und Checkout mit Beispieladressen aus allen wichtigen Versandgebieten.
Wenn du beispielsweise die Zonen Schweiz und Deutschland eingerichtet hast, teste mindestens:
eine Schweizer Adresse
eine deutsche Adresse
eine Adresse ausserhalb
deiner Versandgebiete
Verwendest du zusätzlich eine lokale Postleitzahlenzone, teste auch eine Adresse innerhalb und ausserhalb dieser Zone.
Auch Grenzwerte testen #
Bei kostenlosem Versand ab einem Mindestbestellwert solltest du mindestens einen Warenkorb knapp unter und einen Warenkorb auf beziehungsweise über der Grenze testen.
Beispielsweise:
Mindestbestellwert:
CHF 100.00
Test 1:
CHF 99.00
Test 2:
CHF 100.00
So erkennst du sofort, ob die Versandbedingung so funktioniert, wie du sie vorgesehen hast.
Versandkosten und Steuern gemeinsam kontrollieren #
Wenn deine Versandkosten steuerpflichtig eingerichtet sind, solltest du bei einer Testbestellung auch die Steuerberechnung kontrollieren.
Prüfe:
Warenwert
+
Versandkosten
+
Steuern
=
Gesamtsumme
Wenn der Endbetrag nicht stimmt, solltest du herausfinden, ob die Ursache in der Versand- oder in der Steuerkonfiguration liegt.
Mehr zur Steuerberechnung findest du im Artikel Steuern und Mehrwertsteuer in WooCommerce richtig einrichten.
WooCommerce kennt deine tatsächlichen Versandkosten nicht #
Wenn du eine Pauschale von CHF 9.00 einträgst, verwendet WooCommerce diesen Wert.
WooCommerce prüft dabei nicht automatisch, ob dein Paket bei deinem tatsächlichen Versanddienstleister CHF 8.50, CHF 9.00 oder CHF 12.00 kostet.
Du bist deshalb selbst dafür verantwortlich, deine Versandpreise so einzurichten, dass sie zu deinem tatsächlichen Versandmodell passen.
Für automatische Tarifabfragen eines Paketdienstes benötigst du eine entsprechende Integration.
Wenn die Versandkosten falsch sind #
Bei unerwarteten Versandkosten solltest du systematisch vorgehen.
Prüfe zuerst:
- Welche Adresse hat der Kunde eingegeben?
- Welche Versandzone passt zu dieser Adresse?
- Stehen die Versandzonen in der richtigen Reihenfolge?
- Welche Versandarten befinden sich in dieser Zone?
- Welche Kosten sind bei der verwendeten Versandart eingetragen?
- Gibt es Versandklassen?
- Welche Versandklasse besitzt das Produkt?
- Ist kostenloser Versand aktiv und sind dessen Bedingungen erfüllt?
- Verändert ein zusätzliches Versandplugin die Berechnung?
Bei unklarer Zonenzuordnung kannst du zusätzlich den WooCommerce-Versand-Debug-Modus verwenden.
Für eine weitergehende technische Fehlersuche behandeln wir später WooCommerce-Probleme systematisch finden: Status, Logs und Fehlerdiagnose.
Wie geht es weiter? #
Nachdem Produkte, Steuern und Versand eingerichtet sind, fehlt für einen funktionierenden Checkout noch die Bezahlung.
Im nächsten Artikel erklären wir deshalb Zahlungsmethoden in WooCommerce einrichten und verwalten.
Zusammenfassung #
WooCommerce organisiert den Versand über Versandzonen. Eine Versandzone beschreibt ein geografisches Gebiet und enthält die Versandarten, die Kunden in diesem Gebiet verwenden können.
WooCommerce verwendet für eine Kundenadresse immer die erste passende Versandzone. Deshalb müssen spezifische Zonen vor allgemeineren Zonen stehen.
WooCommerce Core enthält die grundlegenden Versandarten Pauschale, Kostenloser Versand und Abholung. Innerhalb einer Zone kannst du mehrere Versandmöglichkeiten anbieten.
Versandklassen dienen dazu, Produkte für unterschiedliche Versandkosten zu gruppieren. Eine Versandklasse berechnet allein noch keine Versandkosten, sondern muss von einer Versandmethode wie der Pauschale verwendet werden.
Komplexe Berechnungen nach Gewicht, Entfernung oder aktuellen Tarifen eines Paketdienstes sowie Versandetiketten und Tracking benötigen je nach gewünschter Funktion zusätzliche Erweiterungen.
Teste deine Versandkonfiguration nach jeder Änderung mit realistischen Kundenadressen und Warenkörben. So erkennst du falsche Zonenzuordnungen und Versandkosten, bevor echte Kunden bestellen.