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Fehler 404 in WordPress beheben und Permalinks reparieren

Lesezeit ca.: 17 Minuten

Ein 404-Fehler bedeutet, dass die angeforderte Ressource unter der aufgerufenen URL nicht gefunden wurde. Bei WordPress kann das vollkommen korrekt sein – beispielsweise wenn eine Seite tatsächlich gelöscht wurde. Ein 404 kann aber auch auf ein technisches Problem hinweisen, wenn plötzlich vorhandene Beiträge, Seiten oder andere Inhalte nicht mehr erreichbar sind.

Besonders typisch ist die Situation, dass die WordPress-Startseite weiterhin funktioniert, während Unterseiten oder Blogbeiträge plötzlich einen 404-Fehler anzeigen. Dann solltest du insbesondere die Permalink- und Rewrite-Konfiguration prüfen.

Kurz erklärt: Zeigt nur eine nicht mehr vorhandene URL einen 404-Fehler, kann das korrekt sein. Zeigen dagegen plötzlich viele bestehende WordPress-Seiten oder Beiträge 404, obwohl die Inhalte im Adminbereich vorhanden sind, solltest du Permalinks, Rewrite-Regeln und gegebenenfalls .htaccess untersuchen.

Was bedeutet HTTP 404 Not Found? #

Wenn ein Browser eine URL aufruft, antwortet der Server mit einem HTTP-Statuscode.

Der Status:

404 Not Found

bedeutet grundsätzlich, dass der Server die angeforderte Ressource unter dieser Adresse nicht gefunden hat.

Das ist zunächst keine Aussage darüber, warum die Ressource fehlt.

Mögliche Gründe sind beispielsweise:

  • die URL wurde falsch eingegeben
  • eine Seite wurde gelöscht
  • ein Beitrag wurde gelöscht
  • der Slug wurde geändert
  • die Permalink-Struktur wurde geändert
  • WordPress-Rewrite-Regeln funktionieren nicht korrekt
  • .htaccess fehlt oder enthält ungeeignete Regeln
  • ein Plugin beeinflusst URLs oder Weiterleitungen
  • eine Migration hat die URL-Struktur verändert

Ein 404-Fehler ist nicht automatisch ein technisches Problem #

Wenn ein Besucher beispielsweise folgende nicht existierende Adresse aufruft:

https://deine-domain.ch/diese-seite-gibt-es-nicht

ist ein HTTP-404-Status normalerweise genau die richtige Antwort.

Problematisch wird es erst, wenn eine Ressource eigentlich vorhanden sein sollte oder wenn wichtige alte URLs nach einer Änderung unbeabsichtigt nicht mehr funktionieren.

Wichtig: Versuche nicht, jeden 404-Fehler grundsätzlich zu verhindern. Eine wirklich nicht vorhandene Ressource darf mit 404 antworten. Entscheidend ist, ob die URL existieren sollte und ob Besucher oder Suchmaschinen einen sinnvollen Ersatz erwarten können.

1. Zuerst prüfen: Eine URL oder viele URLs betroffen? #

Dieser Test grenzt die Ursache erheblich ein.

Rufe zunächst die Startseite auf:

https://deine-domain.ch

Teste anschließend mehrere bekannte Unterseiten und Beiträge.

Beispielsweise:

https://deine-domain.ch/ueber-uns
https://deine-domain.ch/beispielbeitrag

Danach kannst du unterscheiden:

  • Nur eine einzelne URL zeigt 404: URL, Slug, gelöschter Inhalt oder Weiterleitung prüfen.
  • Fast alle Unterseiten zeigen 404, Startseite funktioniert: Permalink- beziehungsweise Rewrite-Problem wahrscheinlich.
  • Auch die Startseite funktioniert nicht: möglicherweise kein typisches Permalink-404-Problem.
  • Nur bestimmte Inhaltstypen sind betroffen: Plugin, Custom Post Type oder spezielle Rewrite-Regeln berücksichtigen.

2. Prüfen, ob der Inhalt in WordPress noch vorhanden ist #

Wenn eine bestimmte Seite oder ein Beitrag einen 404-Fehler zeigt, kontrolliere zunächst im WordPress-Adminbereich, ob der Inhalt überhaupt noch existiert.

Für Seiten:

Seiten → Alle Seiten

Für Beiträge:

Beiträge → Alle Beiträge

Prüfe außerdem den Status.

Ein Inhalt kann beispielsweise:

  • veröffentlicht
  • als Entwurf gespeichert
  • privat
  • im Papierkorb

sein.

Ein nicht öffentlich veröffentlichter Inhalt ist für normale Besucher nicht zwangsläufig unter seiner bisherigen öffentlichen URL erreichbar.

3. URL und Slug kontrollieren #

Eine häufige Ursache für einen einzelnen 404-Fehler ist eine geänderte URL.

Beispielsweise war eine Seite ursprünglich unter:

https://deine-domain.ch/webdesign-chur

erreichbar.

Wird der Slug später geändert auf:

https://deine-domain.ch/webdesign

existiert die alte Adresse nicht automatisch weiterhin.

Je nach WordPress-Verhalten und verwendeten Plugins können bestimmte alte Slugs zwar teilweise weitergeleitet werden, darauf solltest du dich bei wichtigen URLs jedoch nicht blind verlassen.

4. Permalink-Einstellungen prüfen #

WordPress erzeugt die öffentlichen URLs für Beiträge und andere Inhalte anhand der Permalink-Konfiguration.

Öffne:

Einstellungen → Permalinks

Dort siehst du die aktuell verwendete Permalink-Struktur.

Eine häufig verwendete Struktur basiert beispielsweise auf dem Beitragsnamen.

Wenn die Startseite funktioniert, aber zahlreiche vorhandene Unterseiten oder Beiträge plötzlich einen 404-Fehler zeigen, ist diese Einstellungsseite ein sinnvoller früher Diagnoseschritt.

5. Permalinks neu speichern #

WordPress kann seine Rewrite-Regeln beim Speichern der Permalink-Einstellungen aktualisieren.

Gehe dazu auf:

Einstellungen → Permalinks

und speichere die Einstellungen erneut.

Du musst die Permalink-Struktur dafür nicht zwingend verändern.

Teste anschließend mehrere zuvor betroffene URLs erneut.

Praxis-Tipp: Wenn die Startseite funktioniert, aber plötzlich praktisch alle normalen Unterseiten 404 anzeigen, ist das erneute Speichern der Permalinks einer der ersten sinnvollen Tests.

6. Warum hilft das erneute Speichern der Permalinks? #

WordPress verwendet Rewrite-Regeln, um benutzerfreundliche URLs intern der richtigen WordPress-Anfrage zuzuordnen.

Eine URL wie:

https://deine-domain.ch/mein-beitrag

entspricht nicht einfach zwingend einer physischen Datei namens:

mein-beitrag

auf dem Server.

Der Webserver und WordPress müssen die Anfrage anhand der Rewrite- und Permalink-Regeln korrekt verarbeiten.

Wenn diese Regeln nicht mehr stimmen oder nicht korrekt aktualisiert wurden, können vorhandene Inhalte deshalb scheinbar „verschwinden“, obwohl sie weiterhin in der WordPress-Datenbank vorhanden sind.

7. Was ist URL-Rewriting? #

URL-Rewriting ermöglicht es, verständliche URLs zu verwenden und diese intern an WordPress weiterzugeben.

Statt technischer Abfrageparameter können dadurch beispielsweise URLs wie:

https://deine-domain.ch/wordpress-hosting

verwendet werden.

WordPress analysiert anschließend die Anfrage und ermittelt den dazugehörigen Inhalt.

Funktioniert dieser Mechanismus nicht korrekt, können WordPress-Inhalte einen 404-Status liefern, obwohl sie im Adminbereich vorhanden sind.

8. Welche Rolle spielt .htaccess? #

Auf Apache-basierten beziehungsweise kompatiblen Serverkonfigurationen kann WordPress die Datei:

.htaccess

für Rewrite-Regeln verwenden.

Sie befindet sich normalerweise im WordPress-Hauptverzeichnis.

Die Datei kann neben WordPress-Regeln allerdings auch weitere Konfigurationen enthalten, beispielsweise:

  • Weiterleitungen
  • Sicherheitsregeln
  • Plugin-Regeln
  • individuelle Serveranweisungen

Deshalb solltest du eine bestehende .htaccess nicht einfach ungeprüft löschen oder überschreiben.

9. .htaccess vor Änderungen sichern #

Wenn du .htaccess manuell untersuchen musst, erstelle vorher eine Sicherung der vorhandenen Datei.

Beispielsweise kannst du eine Kopie unter einem anderen Dateinamen speichern.

Dadurch kannst du den vorherigen Zustand wiederherstellen, falls eine Änderung weitere Probleme verursacht.

Achtung: Kopiere nicht einfach eine beliebige .htaccess-Datei aus einem Forum oder einer fremden Website in deine WordPress-Installation. Die vorhandene Datei kann individuelle Regeln enthalten, die für deine Website benötigt werden.

10. WordPress kann .htaccess nicht aktualisieren #

Wenn WordPress die benötigten Rewrite-Regeln nicht in die entsprechende Konfigurationsdatei schreiben kann, kann dies beispielsweise mit Dateiberechtigungen oder der Serverkonfiguration zusammenhängen.

WordPress kann auf der Permalink-Seite in bestimmten Situationen Hinweise anzeigen, wenn Regeln manuell übernommen werden müssen.

Ändere Dateiberechtigungen jedoch nicht wahllos, nur damit WordPress eine Datei beschreiben kann.

Die korrekten Berechtigungen hängen von der jeweiligen Serverumgebung ab.

11. .htaccess ist nicht auf jedem Server die Lösung #

Die Datei .htaccess ist nicht Bestandteil jeder möglichen Webserver-Architektur.

Andere Webserver beziehungsweise vorgeschaltete Systeme können Rewrite-Regeln anders verarbeiten.

Deshalb ist die pauschale Empfehlung „Lösche deine .htaccess“ keine universelle WordPress-Lösung.

Die tatsächliche Hosting-Umgebung muss berücksichtigt werden.

12. Permalink-Struktur nicht unnötig ändern #

Wenn du lediglich einen technischen 404-Fehler beheben möchtest, solltest du nicht gleichzeitig eine neue URL-Struktur für die gesamte Website einführen.

Eine Änderung der Permalink-Struktur kann zahlreiche bestehende URLs verändern.

Das betrifft möglicherweise:

  • Suchmaschinenindexierung
  • interne Links
  • externe Backlinks
  • Bookmarks
  • Social-Media-Links
  • Newsletter-Links

Wichtig: „Permalinks neu speichern“ und „Permalink-Struktur ändern“ sind zwei unterschiedliche Dinge. Für die Reparatur der Rewrite-Regeln reicht häufig das erneute Speichern der bestehenden Konfiguration.

13. Fehler nach Änderung der Permalink-Struktur #

Wenn die 404-Probleme unmittelbar nach einer bewussten Änderung der Permalink-Struktur begonnen haben, solltest du genau diese Änderung untersuchen.

Beispielsweise kann sich eine Beitrags-URL von:

https://deine-domain.ch/2026/08/mein-beitrag

zu:

https://deine-domain.ch/mein-beitrag

ändern.

Damit existieren aus Sicht von Browsern und Suchmaschinen unterschiedliche URLs.

Bei einer bestehenden Website muss deshalb geprüft werden, wie alte URLs behandelt werden.

14. Wann eine 301-Weiterleitung sinnvoll ist #

Wenn ein bestehender Inhalt dauerhaft unter eine neue URL verschoben wurde, ist eine permanente Weiterleitung häufig sinnvoll.

Der HTTP-Status:

301 Moved Permanently

signalisiert, dass die Ressource dauerhaft unter einer anderen Adresse erreichbar ist.

Ein typisches Beispiel:

Alte URL:

https://deine-domain.ch/wordpress-tipps-alt

Neue passende URL:

https://deine-domain.ch/wordpress-tipps

Wenn beide Inhalte dasselbe Thema beziehungsweise dieselbe Ressource darstellen, kann eine Weiterleitung von alt nach neu sinnvoll sein.

15. Nicht jeden 404 auf die Startseite weiterleiten #

Eine häufige Fehlkonfiguration besteht darin, sämtliche nicht gefundenen URLs pauschal auf die Startseite umzuleiten.

Das ist weder für Besucher noch für Suchmaschinen besonders hilfreich.

Wer beispielsweise:

https://deine-domain.ch/altes-wordpress-tutorial

aufruft, erwartet einen entsprechenden Inhalt und nicht kommentarlos die Startseite.

Achtung: Eine Weiterleitung sollte ein inhaltlich passendes Ziel besitzen. Gibt es keinen sinnvollen Ersatz für eine dauerhaft entfernte Ressource, kann ein korrekter 404-Status besser sein als eine sachlich unpassende Weiterleitung.

16. Gelöschte Seite: 404 oder Weiterleitung? #

Das hängt vom konkreten Fall ab.

404 kann sinnvoll sein, wenn:

  • der Inhalt dauerhaft entfernt wurde
  • kein vergleichbarer Ersatz existiert
  • die URL keine relevanten Besucher oder Links benötigt

Eine Weiterleitung kann sinnvoll sein, wenn:

  • der Inhalt unter einer neuen URL weiterbesteht
  • zwei ähnliche Inhalte zusammengeführt wurden
  • ein klarer fachlich passender Ersatz existiert

Die Entscheidung sollte sich am tatsächlichen Inhalt orientieren und nicht am Wunsch, um jeden Preis keinen 404-Status auszugeben.

17. Was ist HTTP 410 Gone? #

Neben 404 existiert auch der HTTP-Status:

410 Gone

Er signalisiert ausdrücklich, dass eine Ressource nicht mehr vorhanden ist und dauerhaft entfernt wurde.

Für eine normale WordPress-Website ist es jedoch nicht erforderlich, jede bewusst entfernte Seite auf 410 umzustellen. Ein 404 ist für nicht vorhandene Inhalte ein regulärer und technisch gültiger Status.

18. 404 und Soft 404 unterscheiden #

Ein sogenannter Soft 404 ist kein eigener HTTP-Statuscode.

Damit wird typischerweise eine Situation beschrieben, in der eine Seite inhaltlich wie eine nicht vorhandene oder wertlose Fehlerseite wirkt, technisch aber beispielsweise mit:

200 OK

antwortet.

Suchmaschinen können solche Seiten als Soft 404 einstufen.

Ein Beispiel wäre eine nicht vorhandene Produktseite, die lediglich „Produkt nicht gefunden“ ausgibt, technisch aber weiterhin einen erfolgreichen HTTP-200-Status liefert.

19. Warum der richtige HTTP-Status wichtig ist #

Der sichtbare Inhalt einer Fehlerseite und der HTTP-Status sind zwei unterschiedliche Dinge.

Eine schön gestaltete WordPress-404-Seite sollte technisch weiterhin mit:

404 Not Found

antworten.

Wenn sie stattdessen 200 OK zurückgibt, erhält ein Client ein falsches technisches Signal.

Das kann insbesondere für Suchmaschinen und automatisierte Systeme problematisch sein.

20. 404-Seite individuell gestalten #

Auch wenn eine Ressource tatsächlich nicht existiert, sollte der Besucher nicht zwingend vor einer nutzlosen leeren Fehlerseite stehen.

Eine hilfreiche 404-Seite kann beispielsweise enthalten:

  • klare Information, dass die Seite nicht gefunden wurde
  • Link zur Startseite
  • Navigation
  • Suchfunktion
  • Links zu wichtigen Bereichen

Die Gestaltung hängt vom verwendeten Theme beziehungsweise Site-Editor oder Page Builder ab.

Die Benutzerfreundlichkeit der Fehlerseite ändert jedoch nichts daran, dass der korrekte HTTP-Status weiterhin 404 sein sollte.

21. Fehler nach Plugin-Installation oder Plugin-Update #

Plugins können eigene Rewrite-Regeln, Custom Post Types, Taxonomien oder Weiterleitungen registrieren.

Wenn 404-Probleme unmittelbar nach Installation, Aktivierung oder Aktualisierung eines Plugins auftreten, sollte dieses Plugin als mögliche Ursache berücksichtigt werden.

Speichere zunächst die Permalink-Einstellungen neu.

Bleibt das Problem bestehen und besteht ein zeitlicher Zusammenhang mit einem Plugin, kann eine gezielte Konfliktprüfung sinnvoll sein.

Die Vorgehensweise behandeln wir unter Plugin- oder Theme-Konflikte in WordPress erkennen und beheben.

22. Fehler nach Theme-Wechsel #

Ein Theme sollte normale WordPress-Permalinks grundsätzlich nicht zerstören. Themes können aber eigene Inhaltstypen, Templates oder Funktionen mitbringen.

Wenn bestimmte URLs unmittelbar nach einem Theme-Wechsel nicht mehr funktionieren, solltest du deshalb prüfen, ob diese Inhalte oder URL-Strukturen vom bisherigen Theme abhängig waren.

Das betrifft insbesondere Themes mit stark integrierten eigenen Funktionen.

23. Custom Post Types und 404-Fehler #

Plugins und Themes können eigene Inhaltstypen registrieren.

Beispiele könnten sein:

  • Portfolio
  • Events
  • Referenzen
  • Produkte
  • andere individuelle Inhalte

Wenn nur ein solcher Inhaltstyp 404-Fehler erzeugt, während normale Beiträge und Seiten funktionieren, liegt wahrscheinlich kein allgemeines WordPress-Permalink-Problem vor.

Dann sollte geprüft werden, welche Komponente diesen Inhaltstyp registriert und welche Rewrite-Regeln dafür verwendet werden.

24. WooCommerce-404 richtig einordnen #

WooCommerce erweitert WordPress um eigene Inhaltstypen und URL-Strukturen.

Wenn ausschließlich Produkte, Produktkategorien oder bestimmte WooCommerce-Endpunkte betroffen sind, sollte die WooCommerce-Konfiguration separat berücksichtigt werden.

Das erneute Speichern der WordPress-Permalinks kann auch dort ein sinnvoller Diagnoseschritt sein, ersetzt aber keine Prüfung einer fehlerhaften WooCommerce- oder Plugin-Konfiguration.

25. 404 nach Website-Migration #

Nach einem Hosting- oder Domainumzug können 404-Fehler auftreten, wenn die bisherige URL- beziehungsweise Rewrite-Konfiguration nicht vollständig zur neuen Umgebung passt.

Prüfe insbesondere:

  • Permalink-Einstellungen
  • .htaccess beziehungsweise Rewrite-Konfiguration
  • Domainänderungen
  • alte interne Links
  • individuelle Weiterleitungen
  • Plugin-spezifische Rewrite-Regeln

Wenn sich gleichzeitig die Domain geändert hat, müssen alte und neue URLs zusätzlich sauber zugeordnet werden.

26. 404 nach Wechsel von HTTP auf HTTPS #

Ein Wechsel von HTTP auf HTTPS sollte die eigentlichen WordPress-Pfade nicht verändern.

Treten danach dennoch 404-Fehler auf, sollte geprüft werden, ob gleichzeitig:

  • Weiterleitungsregeln verändert wurden
  • .htaccess angepasst wurde
  • Domainvarianten geändert wurden
  • Plugins URLs umgeschrieben haben

HTTPS selbst ist nicht automatisch die Ursache eines WordPress-Permalink-Fehlers.

27. www und non-www beachten #

Auch unterschiedliche Domainvarianten können bei fehlerhaften Weiterleitungen Verwirrung verursachen.

Beispielsweise:

https://deine-domain.ch/beitrag

und:

https://www.deine-domain.ch/beitrag

Wenn eine Variante korrekt auf die bevorzugte Variante weitergeleitet wird, ist das normalerweise unproblematisch.

Fehlerhafte oder widersprüchliche Regeln können jedoch dazu führen, dass bestimmte URLs nicht am erwarteten Ziel ankommen.

28. Interne Links nach URL-Änderungen prüfen #

Wenn du einen Slug oder eine Permalink-Struktur geändert hast, solltest du interne Links kontrollieren.

Auch wenn eine Weiterleitung eingerichtet wurde, ist es sinnvoll, interne Links nach Möglichkeit direkt auf die aktuelle Ziel-URL zu setzen.

Dadurch vermeidest du unnötige Weiterleitungsschritte und hältst die interne Linkstruktur sauber.

29. Externe Links auf alte URLs #

Wenn andere Websites auf eine URL verlinken, die du später änderst, kann eine passende permanente Weiterleitung besonders wichtig sein.

Ohne Weiterleitung landen Besucher über den alten externen Link auf einer 404-Seite.

Bei wichtigen bestehenden URLs sollte deshalb vor einer Änderung geprüft werden, ob externe Links und Suchmaschinenzugriffe vorhanden sind.

30. 404-Fehler in der Google Search Console #

Suchmaschinen können nicht mehr erreichbare URLs weiterhin eine Zeit lang kennen und erneut aufrufen.

Wenn eine Seite bewusst entfernt wurde und keinen geeigneten Ersatz besitzt, ist ein 404 deshalb nicht automatisch ein Problem, das zwingend „repariert“ werden muss.

Anders sieht es aus, wenn eine wichtige bestehende Seite unbeabsichtigt 404 liefert.

Dann sollte die technische Ursache behoben oder – bei einer dauerhaften URL-Änderung – eine passende Weiterleitung eingerichtet werden.

Wichtig: Eine Liste von 404-URLs in einem SEO-Tool bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne URL auf irgendeine andere Seite weitergeleitet werden sollte. Zuerst muss geklärt werden, warum die URL aufgerufen wurde und ob ein sinnvoller Ersatz existiert.

31. Falsche URLs durch Bots und Scanner #

Öffentliche Websites erhalten regelmäßig Anfragen auf URLs, die niemals existiert haben.

Automatisierte Systeme suchen beispielsweise nach:

  • bekannten Plugin-Pfaden
  • Login-Adressen anderer Systeme
  • alten Sicherheitslücken
  • zufällig erzeugten URLs

Dass solche Anfragen mit HTTP 404 beantwortet werden, ist grundsätzlich normal.

Du musst deshalb nicht jede in einem Serverlog auftauchende 404-URL reparieren.

32. Tippfehler in externen Links #

Ein 404 kann auch entstehen, weil eine andere Website deine URL falsch verlinkt hat.

Wenn der fehlerhafte Link relevant ist und sich eindeutig erkennen lässt, kann eine gezielte Weiterleitung sinnvoll sein.

Bei einer unwichtigen oder zufälligen falschen URL ist dagegen nicht zwingend eine Weiterleitung notwendig.

33. 404 durch Groß- und Kleinschreibung #

Je nach Server- und Dateisystemkonfiguration kann Groß- und Kleinschreibung technisch relevant sein.

Bei normalen WordPress-Permalinks solltest du konsistente URLs verwenden und interne Links nicht mit zufällig wechselnder Schreibweise erzeugen.

Besonders bei direkten Dateipfaden kann die Schreibweise eine Rolle spielen.

34. Fehlende Bilder und Dateien sind ebenfalls 404 #

Ein 404 betrifft nicht nur WordPress-Seiten und Beiträge.

Auch ein fehlendes Bild kann beispielsweise mit 404 antworten:

https://deine-domain.ch/wp-content/uploads/2026/08/bild.jpg

Wenn eine Seite selbst funktioniert, aber Bilder fehlen, solltest du deshalb nicht automatisch die WordPress-Permalinks reparieren.

Prüfe stattdessen:

  • existiert die Datei?
  • stimmt der Dateipfad?
  • wurde die Datei verschoben oder gelöscht?
  • wurde eine Migration vollständig durchgeführt?

35. JavaScript- und CSS-Dateien mit 404 #

Auch fehlende CSS- oder JavaScript-Dateien können HTTP 404 liefern.

Die Website kann dadurch optisch beschädigt erscheinen oder Funktionen verlieren, obwohl die eigentliche HTML-Seite weiterhin erreichbar ist.

In diesem Fall liegt kein klassischer „WordPress-Unterseiten zeigen 404“-Fehler vor.

Die betroffene Ressource und ihr Pfad müssen untersucht werden.

36. 404 oder 500? #

Ein HTTP 404 und ein HTTP 500 beschreiben unterschiedliche Fehlerklassen.

404: Die angeforderte Ressource wurde nicht gefunden.

500: Die Anfrage konnte aufgrund eines internen Serverfehlers nicht erfolgreich verarbeitet werden.

Wenn dein WordPress ausdrücklich einen HTTP-500-Fehler zeigt, findest du die passende Diagnose unter Fehler 500 in WordPress beheben.

37. 404 oder Website komplett nicht erreichbar? #

Wenn der Browser überhaupt keine Verbindung zur Domain herstellen kann, handelt es sich nicht um einen normalen WordPress-404.

Dann müssen beispielsweise Domain, DNS, Netzwerk, Server und SSL berücksichtigt werden.

Verwende dafür die breitere Anleitung WordPress-Website nicht erreichbar: Ursachen systematisch prüfen.

38. Cache nach einer Reparatur berücksichtigen #

Wenn du Permalinks oder Weiterleitungen korrigiert hast, können Cache-Systeme vorübergehend noch einen alten Zustand ausliefern.

Je nach Website können beteiligt sein:

  • Browser-Cache
  • WordPress-Cache
  • Server-Cache
  • CDN beziehungsweise Proxy

Nach einer tatsächlichen Reparatur kann es deshalb sinnvoll sein, relevante Caches zu leeren.

Cache-Löschen ersetzt aber nicht die Reparatur falscher Rewrite-Regeln.

39. Permalinks speichern behebt nicht jeden 404 #

Das erneute Speichern der Permalinks ist ein sinnvoller Test, wenn vorhandene WordPress-Inhalte aufgrund fehlerhafter Rewrite-Regeln nicht mehr erreichbar sind.

Es hilft dagegen nicht automatisch, wenn:

  • eine Seite wirklich gelöscht wurde
  • eine URL falsch geschrieben ist
  • eine Datei fehlt
  • ein Plugin einen falschen Pfad erzeugt
  • eine Domain falsch konfiguriert ist
  • ein externer Link einen Tippfehler enthält

Die Ursache sollte deshalb immer zum Fehlerbild passen.

40. Keine Weiterleitungs-Ketten erzeugen #

Wenn URLs mehrfach geändert werden, können Weiterleitungsketten entstehen.

Beispielsweise:

URL A → URL B → URL C

Wenn möglich, sollte die alte relevante URL direkt auf das endgültige Ziel verweisen:

URL A → URL C

Das reduziert unnötige zusätzliche Anfragen und vereinfacht die technische Struktur.

41. Weiterleitungsschleifen vermeiden #

Fehlerhafte Regeln können auch Schleifen erzeugen:

URL A → URL B → URL A → ...

Der Browser bricht einen solchen Vorgang normalerweise irgendwann mit einer Meldung über zu viele Weiterleitungen ab.

Das ist dann kein klassischer 404-Fehler mehr und sollte als Redirect-Konfigurationsproblem behandelt werden.

42. Wann solltest du ein Backup verwenden? #

Ein Backup ist nicht notwendig, nur weil eine einzelne nicht vorhandene URL korrekt 404 liefert.

Wenn allerdings unmittelbar vor dem Auftreten zahlreicher Fehler umfangreiche Änderungen an:

  • Dateien
  • .htaccess
  • Plugins
  • Datenbank
  • URL-Struktur

vorgenommen wurden, ist ein aktuelles Backup eine wichtige Absicherung.

Bevor ein vollständiger Restore durchgeführt wird, sollte trotzdem geprüft werden, ob eine gezielte Reparatur möglich ist.

43. Systematische Reihenfolge bei WordPress-404-Fehlern #

  1. Betroffene URL exakt notieren.
  2. Prüfen, ob nur eine oder viele URLs betroffen sind.
  3. Startseite und mehrere Unterseiten testen.
  4. Kontrollieren, ob der Inhalt im WordPress-Adminbereich vorhanden und veröffentlicht ist.
  5. Aktuellen Slug der betroffenen Seite prüfen.
  6. Unter Einstellungen → Permalinks die vorhandene Konfiguration kontrollieren.
  7. Bestehende Permalink-Einstellungen erneut speichern.
  8. Betroffene URLs erneut testen.
  9. Bei weiterhin globalen Problemen Rewrite-Konfiguration beziehungsweise .htaccess untersuchen.
  10. Letzte Plugin-, Theme- oder Serveränderungen berücksichtigen.
  11. Bei einzelnen entfernten URLs prüfen, ob ein sinnvoller Ersatz existiert.
  12. Nur bei passendem Ziel eine Weiterleitung einrichten.
  13. Interne Links auf geänderte URLs aktualisieren.
  14. Nach der Reparatur relevante Caches kontrollieren.
  15. HTTP-Status der betroffenen URLs abschließend prüfen.

44. Was du bei 404-Fehlern besser nicht tun solltest #

  • nicht jeden 404 pauschal auf die Startseite umleiten
  • Permalink-Struktur nicht nur zum Testen komplett ändern
  • .htaccess nicht ohne Sicherung überschreiben
  • keine beliebigen Rewrite-Regeln aus fremden Websites übernehmen
  • nicht jede Bot-404 aus dem Serverlog reparieren
  • gelöschte URLs nicht auf thematisch unpassende Seiten weiterleiten
  • interne Links nach URL-Änderungen nicht vergessen
  • 404 und 500 nicht miteinander verwechseln
  • nicht davon ausgehen, dass Cache-Löschen fehlende Inhalte wiederherstellt
  • nicht jede 404-Meldung in einem SEO-Tool als akuten Website-Fehler behandeln

45. Welche Informationen helfen dem CURIAWEB-Support? #

Wenn vorhandene WordPress-Inhalte bei CURIAWEB plötzlich 404-Fehler anzeigen und du die Ursache nicht bestimmen kannst, helfen konkrete Beispiele bei der technischen Analyse.

Teile möglichst mit:

  • betroffene Domain
  • eine oder mehrere konkrete 404-URLs
  • ob die Startseite funktioniert
  • ob alle oder nur einzelne Unterseiten betroffen sind
  • ob die Inhalte im WordPress-Adminbereich noch vorhanden sind
  • ob Permalinks kürzlich geändert wurden
  • ob ein Plugin oder Theme aktualisiert wurde
  • ob die Website kürzlich migriert wurde
  • ob .htaccess oder Weiterleitungsregeln verändert wurden

Sende Passwörter nicht unaufgefordert mit.

Zusammenfassung #

Ein HTTP-404-Status bedeutet zunächst lediglich, dass eine Ressource unter der angeforderten URL nicht gefunden wurde. Das kann ein technisches Problem sein – muss es aber nicht.

Wenn eine einzelne bewusst entfernte Seite keinen passenden Ersatz besitzt, kann ein 404-Status vollkommen korrekt sein. Zeigen dagegen plötzlich zahlreiche vorhandene WordPress-Beiträge und Seiten 404, obwohl die Startseite funktioniert, solltest du insbesondere Permalinks und Rewrite-Regeln untersuchen.

Ein erster sinnvoller Schritt ist in diesem Fall häufig das erneute Speichern der bestehenden Einstellungen unter Einstellungen → Permalinks. Auf entsprechenden Serverumgebungen kann zusätzlich die .htaccess-Konfiguration relevant sein.

Bei dauerhaft geänderten URLs sollte eine Weiterleitung nur dann eingerichtet werden, wenn ein fachlich passendes neues Ziel existiert. Pauschale Weiterleitungen sämtlicher 404-URLs auf die Startseite sind keine saubere Lösung.

Unterscheide deshalb immer zwischen einem technischen Permalink-Problem, einer tatsächlich entfernten Ressource und einer bewusst geänderten URL. Erst danach lässt sich entscheiden, ob repariert, weitergeleitet oder ein korrekter 404-Status beibehalten werden sollte.

Letzte Aktualisierung August 28, 2026
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