Website, Domain und URL werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet. Technisch beschreiben die Begriffe jedoch unterschiedliche Dinge.
Eine Domain ist die eindeutige Adresse, unter der ein Internetangebot erreichbar sein kann. Eine Website besteht aus den eigentlichen Inhalten und Dateien, die über einen Webserver bereitgestellt werden. Eine URL bezeichnet dagegen die konkrete Adresse einer bestimmten Ressource – beispielsweise einer einzelnen Seite, eines Bildes oder einer Datei.
Die Unterschiede zu kennen ist besonders hilfreich, wenn du eine Domain registrierst, eine Website umziehst, DNS-Einstellungen änderst oder ein technisches Problem mit deiner Internetpräsenz untersuchst.
Kurz erklärt: Die Domain ist die Adresse, die Website ist der darüber erreichbare Internetauftritt und eine URL beschreibt den genauen Ort einer bestimmten Ressource.
Was ist eine Domain? #
Eine Domain ist ein für Menschen lesbarer Name innerhalb des Domain Name Systems (DNS). Sie ermöglicht es, Internetdienste über Namen wie curiaweb.ch anzusprechen, anstatt sich die zugrunde liegenden technischen Adressen merken zu müssen.
Eine typische Domain sieht beispielsweise so aus:
meine-firma.ch
Sie besteht in diesem Beispiel aus zwei wesentlichen Bestandteilen:
meine-firmaist die Bezeichnung innerhalb der gewählten Domain-Endung..chist die Top-Level-Domain (TLD).
Weitere Beispiele für Top-Level-Domains sind .com, .de, .org oder .swiss.
Was eine TLD ist und welche Funktion sie innerhalb des Domain Name Systems hat, erklären wir ausführlicher unter Was ist eine Top-Level-Domain (TLD)?.
Eine Domain ist noch keine Website #
Die Registrierung einer Domain erstellt nicht automatisch eine Website.
Du kannst beispielsweise meine-firma.ch registrieren, ohne dass unter dieser Adresse bereits Inhalte vorhanden sind. Die Domain existiert dann, aber es muss noch festgelegt werden, welche Internetdienste darüber erreichbar sein sollen.
Damit Besucher eine Website aufrufen können, muss die Domain über das DNS auf die passende Hosting-Infrastruktur verweisen. Dort befinden sich beziehungsweise entstehen die Inhalte der Website.
Das DNS übernimmt dabei vereinfacht gesagt die Aufgabe, Domainnamen mit den für den jeweiligen Dienst zuständigen technischen Zielen zu verbinden.
Wie dieser Prozess funktioniert, erklären wir unter DNS einfach erklärt: So funktioniert das Domain Name System.
Was ist eine Website? #
Eine Website ist der eigentliche Internetauftritt. Sie kann aus einer einzelnen Seite oder aus vielen miteinander verbundenen Seiten und Ressourcen bestehen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Texte und Überschriften
- Bilder und Grafiken
- Stylesheets für das Design
- JavaScript-Dateien
- Downloads und Dokumente
- Formulare
- Datenbankinhalte
- Blogbeiträge
- Shop- und Produktseiten
Bei einem Content-Management-System wie WordPress werden viele Inhalte zusätzlich in einer Datenbank gespeichert und beim Aufruf einer Seite dynamisch verarbeitet.
Die Website benötigt eine Hosting-Umgebung beziehungsweise einen Webserver, der die angeforderten Inhalte bereitstellt.
Domain und Hosting sind zwei unterschiedliche Dinge #
Domain und Hosting werden häufig gemeinsam bestellt, sind technisch jedoch voneinander getrennte Komponenten.
Die Domain stellt den Namen beziehungsweise die Adresse bereit. Das Webhosting stellt unter anderem Speicherplatz und Serverdienste für die Website zur Verfügung.
Deshalb muss eine Domain nicht zwingend beim selben Anbieter registriert sein, bei dem die Website gehostet wird.
Du kannst beispielsweise eine Domain bei einem externen Registrar verwalten und sie über Nameserver beziehungsweise DNS-Einträge mit deinem CURIAWEB Hosting verbinden.
Wie das funktioniert, erklären wir unter Domain bei einem anderen Anbieter lassen und mit CURIAWEB Hosting verbinden.
Wichtig: Wenn du das Webhosting wechselst, bedeutet das nicht automatisch, dass auch die Domain zu einem anderen Registrar transferiert werden muss. Hostingwechsel und Domaintransfer sind technisch unterschiedliche Vorgänge.
Was ist eine URL? #
URL steht für Uniform Resource Locator. Eine URL beschreibt die Adresse einer konkreten Ressource im Internet.
Eine vollständige URL kann beispielsweise so aussehen:
Während meine-firma.ch die Domain ist, beschreibt die vollständige URL genauer, welche Ressource aufgerufen werden soll und wie sie angesprochen wird.
Wie ist eine URL aufgebaut? #
Betrachten wir dieses Beispiel:
Die wichtigsten Bestandteile sind:
https://
Das ist das verwendete Protokoll beziehungsweise URL-Schema. HTTPS steht für HTTP über eine verschlüsselte TLS-Verbindung.
www
Das ist ein Hostname beziehungsweise in diesem Fall ein der Domain untergeordneter Name. Technisch ist www.meine-firma.ch nicht identisch mit meine-firma.ch, auch wenn beide häufig auf dieselbe Website führen.
meine-firma.ch
Das ist die Domain.
/produkte/webhosting/
Das ist der Pfad zur angeforderten Ressource innerhalb des Webangebots.
Eine URL kann noch weitere Bestandteile enthalten #
Neben Schema, Hostname und Pfad kann eine URL weitere Informationen enthalten.
Ein Beispiel ist:
Darin finden sich zusätzlich eine Subdomain, ein Query-String und ein Fragment.
shop ist in diesem Beispiel ein untergeordneter Name innerhalb von meine-firma.ch.
?kategorie=hosting ist ein Query-String. Darüber können Parameter an eine Webanwendung übergeben werden.
#vergleich ist ein Fragment. Es kann beispielsweise auf einen bestimmten Abschnitt innerhalb einer Seite verweisen.
Kurz erklärt: Eine Domain kann Bestandteil sehr vieler unterschiedlicher URLs sein. Die Domain
meine-firma.chbleibt gleich, während sich Protokoll, Hostname, Pfad, Parameter oder Fragment unterscheiden können.
Was ist eine Subdomain? #
Mit einer Domain können unterschiedliche Hostnamen beziehungsweise Subdomains verwendet werden.
Beispiele sind:
shop.meine-firma.ch
blog.meine-firma.ch
support.meine-firma.ch
Damit können unterschiedliche Dienste oder Bereiche unter derselben registrierten Domain strukturiert werden.
Eine Subdomain ist dabei keine vollkommen neue registrierte Domain. Sie wird innerhalb der DNS-Konfiguration der vorhandenen Domain eingerichtet.
Was ist der Unterschied zwischen Subdomain und Unterverzeichnis? #
Eine Subdomain wie:
shop.meine-firma.ch
ist technisch anders aufgebaut als ein Unterverzeichnis wie:
meine-firma.ch/shop/
Bei der ersten Variante wird shop als eigener Hostname innerhalb des DNS beziehungsweise der Serverkonfiguration verwendet. Bei der zweiten Variante bleibt der Hostname gleich und /shop/ ist lediglich ein Pfad innerhalb des Webangebots.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der technischen und organisatorischen Struktur des Projekts ab.
Was ist DNS und welche Rolle spielt es dabei? #
Das Domain Name System verbindet Domainnamen mit technischen Informationen, die für verschiedene Internetdienste benötigt werden.
Beim Aufruf einer Website muss beispielsweise ermittelt werden, unter welcher IP-Adresse der zuständige Webserver erreichbar ist.
Für E-Mail-Dienste können dagegen andere DNS-Einträge festlegen, welche Mailserver Nachrichten für die Domain entgegennehmen.
DNS besteht deshalb nicht nur aus einer einfachen Zuordnung „Domain → Website“. Unterschiedliche Record-Typen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Die wichtigsten DNS-Einträge wie A, AAAA, CNAME, MX, TXT und CAA erklären wir unter DNS-Einträge erklärt: A, AAAA, CNAME, MX, TXT und CAA.
Eine Domain kann für mehr als eine Website verwendet werden #
Domains werden nicht ausschließlich für Websites benötigt.
Unter derselben Domain können unterschiedliche Internetdienste betrieben werden. Beispielsweise kann:
www.meine-firma.chauf eine Website zeigenshop.meine-firma.cheinen Onlineshop bereitstellenmail.meine-firma.chfür E-Mail-Dienste verwendet werden
Welche Systeme tatsächlich angesprochen werden, wird durch DNS und die Konfiguration der jeweiligen Server bestimmt.
Auch E-Mail-Adressen verwenden eine Domain #
Bei einer E-Mail-Adresse wie:
info@meine-firma.ch
ist meine-firma.ch ebenfalls die Domain.
Das bedeutet jedoch nicht, dass E-Mail und Website zwingend auf demselben Server betrieben werden müssen.
Über MX-Einträge im DNS kann beispielsweise festgelegt werden, welche Mailserver für eingehende E-Mails zuständig sind, während die Website über einen A- oder AAAA-Eintrag auf eine andere Infrastruktur verweist.
Deshalb kann eine Website problemlos erreichbar sein, während gleichzeitig ein Problem mit dem E-Mail-Verkehr besteht – oder umgekehrt.
Was bedeutet „eine Domain umziehen“? #
Der Ausdruck „Domain umziehen“ ist im Alltag nicht eindeutig.
Damit können verschiedene technische Vorgänge gemeint sein.
Bei einem Domaintransfer wird die Verwaltung der Domain von einem Registrar zu einem anderen übertragen.
Bei einer Nameserver-Änderung bleibt der Registrar dagegen möglicherweise unverändert, während künftig andere Nameserver für die DNS-Zone zuständig sind.
Bei einer Änderung einzelner DNS-Einträge können wiederum nur bestimmte Dienste auf eine neue Infrastruktur zeigen, ohne Registrar oder Nameserver zu wechseln.
Und bei einem Website-Umzug werden die eigentlichen Website-Daten und gegebenenfalls Datenbanken auf ein anderes Hosting übertragen.
Wichtig: Domaintransfer, Nameserver-Wechsel, DNS-Änderung und Website-Umzug sind nicht dasselbe. Je nachdem, was geändert werden soll, ist ein anderer technischer Vorgang erforderlich.
Was passiert, wenn nur die Domain registriert ist? #
Eine registrierte Domain kann existieren, ohne dass darunter bereits eine Website oder ein E-Mail-Dienst eingerichtet wurde.
Ob und was beim Aufruf einer solchen Domain angezeigt wird, hängt von ihrer DNS- und Hosting-Konfiguration ab. Möglich sind beispielsweise eine Platzhalterseite, eine Weiterleitung, eine Fehlerseite oder gar keine erreichbare Website.
Die Registrierung sichert also zunächst den Domainnamen. Die gewünschten Dienste müssen anschließend entsprechend eingerichtet und mit der Domain verbunden werden.
Was passiert bei einer neuen Domain? #
Nach einer neuen Registrierung müssen die für die Nutzung notwendigen technischen Informationen eingerichtet und im DNS verfügbar sein.
Zusätzlich können DNS-Informationen an verschiedenen Stellen zwischengespeichert werden. Änderungen sind deshalb nicht zwingend überall im Internet zum exakt gleichen Zeitpunkt sichtbar.
Dieses Verhalten wird häufig vereinfacht als DNS-Propagation bezeichnet.
Warum DNS-Änderungen nicht immer sofort überall sichtbar sind, erklären wir unter DNS-Propagation erklärt: Warum Änderungen Zeit benötigen können.
Domain, URL und Website an einem Beispiel #
Nehmen wir als Beispiel:
Dann lässt sich die Unterscheidung vereinfacht so darstellen:
- Domain:
meine-firma.ch - Hostname:
www.meine-firma.ch - URL:
https://www.meine-firma.ch/kontakt/ - Website: der gesamte Internetauftritt, zu dem unter anderem die Kontaktseite gehört
Eine weitere URL derselben Website könnte beispielsweise sein:
Die Domain bleibt dabei dieselbe, während die URL auf eine andere Ressource beziehungsweise Seite verweist.
Warum ist die Unterscheidung bei technischen Problemen wichtig? #
Wenn eine Website nicht erreichbar ist, bedeutet das nicht automatisch, dass die Domain selbst ein Problem hat.
Mögliche Ursachen können beispielsweise bei der DNS-Auflösung, dem Webserver, dem Hosting, einem SSL-Zertifikat oder der Website-Anwendung liegen.
Genauso kann die Domain korrekt auf die Website zeigen, während E-Mails aufgrund einer anderen DNS- oder Mailserver-Konfiguration nicht funktionieren.
Bei einer Fehlersuche ist es deshalb hilfreich, möglichst genau zu beschreiben, welcher Dienst betroffen ist.
Statt lediglich „Meine Domain funktioniert nicht“ ist beispielsweise die Information „Die Website ist nicht erreichbar, E-Mail funktioniert aber weiterhin“ technisch wesentlich aussagekräftiger.
Zusammenfassung #
Domain, Website und URL bezeichnen unterschiedliche Bestandteile eines Internetauftritts.
Die Domain ist der registrierte Name wie meine-firma.ch. Über das DNS kann festgelegt werden, welche Systeme und Dienste mit diesem Namen verbunden sind.
Die Website ist der eigentliche Internetauftritt mit seinen Seiten, Inhalten, Dateien und gegebenenfalls Datenbankinformationen.
Eine URL beschreibt die konkrete Adresse einer Ressource, beispielsweise https://www.meine-firma.ch/kontakt/.
Hosting, Domainregistrierung, DNS und Website gehören zwar eng zusammen, sind technisch aber unterschiedliche Komponenten. Diese Trennung ist besonders wichtig bei Domaintransfers, Hostingwechseln, DNS-Änderungen und der Fehlersuche.