Der Leistungsbericht der Google Search Console zeigt dir, wie deine Website in der Google-Suche sichtbar wird und wie Nutzer mit deinen Suchergebnissen interagieren.
Vier Kennzahlen stehen dabei besonders im Mittelpunkt: Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittliche Position.
Die Zahlen wirken auf den ersten Blick einfach. Ihre richtige Interpretation ist jedoch nicht immer offensichtlich. Besonders die durchschnittliche Position wird häufig mit einer festen Google-Platzierung verwechselt.
In diesem Artikel zeigen wir dir, was die vier wichtigsten Kennzahlen tatsächlich bedeuten, wie sie zusammenhängen und wie du damit die Entwicklung deiner Website sinnvoll beurteilst.
Kurz erklärt: Eine einzelne Kennzahl sagt nur wenig über den SEO-Erfolg einer Website aus. Interessant wird die Search Console vor allem dann, wenn du Klicks, Impressionen, CTR und Position gemeinsam sowie über einen längeren Zeitraum betrachtest.
Wo findest du die Leistungsdaten? #
Öffne deine Property in der Google Search Console und rufe den Leistungsbericht für die Google-Suchergebnisse auf.
Dort werden dir unter anderem folgende Kennzahlen angezeigt:
Klicks
Impressionen
durchschnittliche CTR
durchschnittliche Position
Darunter kannst du die Daten nach verschiedenen Dimensionen untersuchen, beispielsweise nach Suchanfragen, Seiten, Ländern oder Geräten.
Falls du die Search Console noch nicht eingerichtet hast, findest du die vollständige Anleitung unter Google Search Console einrichten und Website bestätigen.
Die vier wichtigsten Kennzahlen im Überblick #
| Kennzahl | Vereinfacht erklärt |
|---|---|
| Klicks | Wie oft Nutzer von einem Google-Suchergebnis auf deine Website geklickt haben |
| Impressionen | Wie oft ein Ergebnis deiner Website in der Google-Suche angezeigt beziehungsweise entsprechend Googles Regeln als Impression erfasst wurde |
| CTR | Welcher Anteil der Impressionen zu einem Klick geführt hat |
| Durchschnittliche Position | Die durchschnittlich erfasste Position deines obersten Ergebnisses für die jeweiligen Impressionen |
Diese Werte beeinflussen sich gegenseitig und sollten deshalb nicht völlig getrennt voneinander beurteilt werden.
Was ist ein Klick in der Search Console? #
Ein Klick wird grundsätzlich erfasst, wenn ein Nutzer in einem Google-Suchergebnis auf einen Link klickt, der ihn zu deiner Website führt.
Beispiel:
Nutzer sucht bei Google:
wordpress hosting schweiz
↓
deine Seite erscheint
↓
Nutzer klickt auf dein Ergebnis
↓
1 Klick
Der Klick zeigt damit tatsächlichen Traffic aus dem jeweiligen Google-Suchbereich an.
Ein Klick ist nicht dasselbe wie eine Sitzung #
Search-Console-Klicks und Sitzungen beziehungsweise Besuche in einem Webanalyse-System sind unterschiedliche Messgrößen.
Ein Nutzer kann beispielsweise ein Google-Ergebnis anklicken, die Website öffnen und anschließend mehrere Seiten besuchen. In der Search Console bleibt dies zunächst ein Klick aus dem Suchergebnis.
Webanalyse-Systeme betrachten dagegen das Verhalten auf der Website nach dem Besuch nach eigenen Messregeln.
Deshalb müssen Klickzahlen aus der Search Console und Sitzungszahlen eines Analytics-Systems nicht identisch sein.
Mehr Klicks sind grundsätzlich ein positives Signal #
Wenn bei vergleichbaren Bedingungen mehr Nutzer aus der Google-Suche auf deine Website gelangen, ist das grundsätzlich eine positive Entwicklung.
Die Ursache sollte trotzdem genauer untersucht werden.
Mehr Klicks können beispielsweise entstehen durch:
mehr Sichtbarkeit
bessere Positionen
neue relevante Suchanfragen
mehr Suchvolumen
höhere CTR
neue indexierte Inhalte
saisonale Nachfrage
Deshalb solltest du bei Veränderungen nicht nur die Gesamtzahl der Klicks betrachten.
Was ist eine Impression? #
Eine Impression bedeutet vereinfacht, dass ein Link beziehungsweise Suchergebnis deiner Website in Google entsprechend den Regeln des jeweiligen Suchergebnistyps angezeigt wurde.
Bei unterschiedlichen Suchfunktionen kann Google spezielle Regeln dafür verwenden, wann eine Impression gezählt wird.
Für die praktische SEO-Auswertung kannst du Impressionen zunächst als Maß dafür betrachten, wie häufig deine Inhalte in der Google-Suche sichtbar werden.
Eine Impression ist noch kein Besucher #
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
1 Impression
≠
1 Besucher
Ein Suchergebnis kann angezeigt werden, ohne dass der Nutzer darauf klickt.
Beispiel:
1.000 Impressionen
50 Klicks
→ 1.000 Sichtkontakte in der Suche
→ 50 Klicks auf die Website
Steigende Impressionen können ein sehr interessantes Signal sein #
Wenn die Impressionen einer Website steigen, erscheint sie häufiger in den Suchergebnissen.
Das kann beispielsweise bedeuten, dass Google deine Seiten für zusätzliche Suchanfragen ausliefert oder bestehende Inhalte häufiger sichtbar werden.
Besonders bei einer noch wachsenden Website können Impressionen deshalb bereits steigen, bevor sich daraus deutlich mehr Klicks entwickeln.
Phase 1
wenige Impressionen
wenige Klicks
↓
Phase 2
mehr Impressionen
Klicks steigen noch wenig
↓
Phase 3
bessere Sichtbarkeit /
bessere Positionen
↓
mehr Klicks möglich
Das ist allerdings kein fest vorgeschriebener Ablauf. Suchnachfrage, Konkurrenz und Suchintention spielen ebenfalls eine Rolle.
Viele Impressionen und wenige Klicks sind nicht automatisch schlecht #
Eine hohe Zahl von Impressionen bei vergleichsweise wenigen Klicks kann unterschiedliche Ursachen besitzen.
Beispielsweise:
Position noch relativ niedrig
Suchanfrage nur teilweise relevant
starke Konkurrenz
Suchergebnis beantwortet Frage bereits
Titel oder Beschreibung wenig attraktiv
Marken-Suchergebnis eines Konkurrenten
unterschiedliche Suchintention
SERP enthält viele andere Elemente
Deshalb solltest du nicht automatisch versuchen, jede Suchanfrage mit niedriger CTR zu „optimieren“.
Was ist die CTR? #
CTR steht für Click-through-Rate beziehungsweise Klickrate.
Sie zeigt, welcher Anteil der Impressionen zu einem Klick geführt hat.
Die Berechnung lautet:
CTR = Klicks ÷ Impressionen × 100
Beispiel:
1.000 Impressionen
100 Klicks
100 ÷ 1.000 × 100
= 10 % CTR
Was ist eine gute CTR? #
Darauf gibt es keine universelle Prozentzahl.
Die CTR hängt stark davon ab, für welche Suchanfrage eine Seite erscheint und auf welcher Position das Ergebnis angezeigt wird.
Weitere Einflussfaktoren können sein:
Suchintention
Markenbekanntheit
Art der Suchanfrage
Position
Wettbewerber
Titel und Suchergebnisdarstellung
Rich Results
SERP-Features
Gerät
Land
Eine pauschale Aussage wie:
5 % CTR ist gut
ist deshalb ohne Kontext wenig aussagekräftig.
CTR immer zusammen mit der Position betrachten #
Eine CTR von 3 Prozent kann bei einer niedrigen Position durchaus interessant sein, während dieselbe CTR bei einer sehr prominenten Position möglicherweise genauer untersucht werden sollte.
Beispiel:
| Suchanfrage | Position | CTR |
|---|---|---|
| Suchanfrage A | 2,3 | 3,0 % |
| Suchanfrage B | 12,7 | 3,0 % |
Die identische CTR besitzt in diesen beiden Situationen eine völlig andere Bedeutung.
Eine niedrige CTR ist nicht automatisch ein schlechter SEO-Titel #
Wenn eine Seite auf Position 30 erscheint, ist eine geringe CTR nicht überraschend.
Bevor du deshalb Titel und Beschreibung änderst, solltest du zuerst prüfen:
Für welche Suchanfrage erscheint die Seite?
Welche Position besitzt sie?
Passt die Suchintention?
Welche Seite rankt?
Wie sieht die Suchergebnisseite aus?
Wie entwickelt sich die Position?
Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, ob die Darstellung des Suchergebnisses tatsächlich ein wahrscheinlicher Ansatzpunkt ist.
Was bedeutet durchschnittliche Position? #
Die durchschnittliche Position ist eine der am häufigsten missverstandenen Kennzahlen der Search Console.
Sie bedeutet nicht:
Meine Website steht immer auf diesem Google-Platz.
Google ermittelt für Impressionen eine Positionsangabe und bildet daraus einen Durchschnitt.
Beispiel für eine durchschnittliche Position #
Angenommen, eine Seite erscheint für dieselbe betrachtete Auswertung bei verschiedenen Impressionen auf unterschiedlichen Positionen:
Impression 1 → Position 4
Impression 2 → Position 8
Impression 3 → Position 12
Impression 4 → Position 6
Der Durchschnitt wäre:
(4 + 8 + 12 + 6) ÷ 4
= 7,5
Die Search Console könnte deshalb eine durchschnittliche Position von 7,5 anzeigen.
Das bedeutet nicht, dass die Seite jemals exakt auf einer „Position 7,5“ gestanden hat.
Warum schwankt die Position? #
Google-Suchergebnisse sind nicht für jeden Nutzer und jede Situation identisch.
Unterschiede können unter anderem entstehen durch:
Suchanfrage
Standort
Gerät
Sprache
Zeitpunkt
Suchkontext
Art der Suchergebnisse
Auch deshalb ist die durchschnittliche Position kein fester Rankingplatz.
Warum finde ich mich bei Google auf einer anderen Position? #
Ein häufiger Fall:
Search Console:
durchschnittliche Position 8,3
eigene Google-Suche:
Position 11
Das ist kein Widerspruch.
Die Search Console zeigt einen Durchschnitt über die erfassten Impressionen im ausgewählten Zeitraum und Kontext. Deine eigene Suche ist dagegen nur eine einzelne konkrete Suchsituation.
Wichtig: Verwende eine manuelle Google-Suche nicht als exakten Gegenbeweis zur durchschnittlichen Position in der Search Console.
Google berücksichtigt das oberste Ergebnis deiner Website #
Wenn mehrere Ergebnisse deiner Website für eine Suchanfrage erscheinen, basiert die Positionsmetrik bei der Property-Betrachtung auf dem obersten Ergebnis deiner Website.
Vereinfacht:
deine Website erscheint auf:
Position 3
Position 7
Position 11
→ für die Property ist Position 3
die maßgebliche oberste Position
dieser Impression
Das ist ein weiterer Grund, weshalb die Positionszahl nicht einfach als klassisches „Keyword-Ranking“ interpretiert werden sollte.
Positionen nur bei Impressionen #
Eine Position wird im Leistungsbericht im Zusammenhang mit einer Impression erfasst.
Wenn dein Ergebnis beispielsweise theoretisch weit hinten verfügbar wäre, der Nutzer aber gar nicht bis zu diesem Ergebnis gelangt und keine entsprechende Impression entsteht, wird dafür nicht einfach eine Position aufgezeichnet.
Auch dieser Punkt macht deutlich, warum die durchschnittliche Position eine spezielle Search-Console-Metrik und kein vollständiges Ranking-Protokoll ist.
Eine bessere durchschnittliche Position kann trotzdem weniger Klicks bringen #
Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber möglich.
Beispielsweise:
Zeitraum A
10.000 Impressionen
Position 9
500 Klicks
Zeitraum B
4.000 Impressionen
Position 6
300 Klicks
Die durchschnittliche Position hat sich verbessert, gleichzeitig sind aber Reichweite und Klicks gesunken.
Deshalb solltest du niemals nur die Positionszahl betrachten.
Eine schlechtere durchschnittliche Position kann mit Wachstum zusammenfallen #
Auch der umgekehrte Fall ist möglich.
Angenommen, deine Website beginnt für viele neue Suchanfragen sichtbar zu werden, bei denen sie zunächst noch relativ weit hinten erscheint.
Dadurch können die Impressionen stark steigen, während sich die durchschnittliche Position vorübergehend verschlechtert.
vorher:
wenige Keywords
gute Positionen
nachher:
bestehende Keywords
+
viele neue Keywords
auf niedrigeren Positionen
↓
Impressionen steigen
durchschnittliche Position
kann schlechter aussehen
Das kann trotzdem eine interessante Wachstumsentwicklung sein.
Praxis-Tipp: Wenn sich die durchschnittliche Position verschlechtert, prüfe gleichzeitig die Entwicklung von Impressionen und Klicks. Eine einzelne Durchschnittszahl kann die tatsächliche Entwicklung verschleiern.
Gesamtwerte können wichtige Details verstecken #
Die Gesamtwerte einer Website mischen viele unterschiedliche Suchanfragen und Seiten miteinander.
Beispielsweise:
Suchanfrage A
Position 2
Suchanfrage B
Position 8
Suchanfrage C
Position 19
Suchanfrage D
Position 43
Eine einzige durchschnittliche Position über alle diese Daten sagt wenig darüber aus, wo konkrete Chancen oder Probleme liegen.
Deshalb solltest du die Daten segmentieren.
Die Dimension „Suchanfragen“ #
Unter Suchanfragen siehst du, für welche Suchbegriffe deine Website Impressionen beziehungsweise Klicks erhalten hat, soweit Google diese Daten im Bericht bereitstellt.
Das ist eine der wertvollsten Ansichten für die SEO-Arbeit.
Du kannst damit beispielsweise untersuchen:
Welche Suchanfragen bringen Klicks?
Wo entstehen viele Impressionen?
Welche Suchanfragen liegen nahe
an guten Positionen?
Welche Themen entdeckt Google?
Passen die Suchanfragen zum Inhalt?
Nicht jede Suchanfrage wird angezeigt #
Die Summe der in der Tabelle sichtbaren Suchanfragen kann von den Gesamtwerten des Berichts abweichen.
Google kann bestimmte Suchanfragen aus Datenschutzgründen nicht einzeln ausweisen.
Du solltest deshalb nicht erwarten, dass die Suchanfragen-Tabelle zwangsläufig jede einzelne Impression und jeden Klick vollständig aufschlüsselt.
Die Dimension „Seiten“ #
Unter Seiten kannst du untersuchen, welche URLs deiner Website in Google sichtbar werden und Klicks erhalten.
Das hilft beispielsweise bei Fragen wie:
Welche Seiten bringen den meisten
organischen Traffic?
Welche Seiten gewinnen Sichtbarkeit?
Welche Seiten verlieren Klicks?
Welche Seite rankt für ein bestimmtes Thema?
Welche neuen Inhalte beginnen
Impressionen zu erhalten?
Suchanfrage und Seite miteinander kombinieren #
Besonders wertvoll wird die Search Console, wenn du Filter kombinierst.
Du kannst beispielsweise zunächst eine Suchanfrage auswählen und anschließend zur Ansicht Seiten wechseln.
Damit kannst du untersuchen, welche URL deiner Website für diese Suchanfrage angezeigt wurde.
Suchanfrage auswählen
↓
Seiten öffnen
↓
Welche URL rankt
für diese Suchanfrage?
Das ist wesentlich aussagekräftiger als nur die gesamte durchschnittliche Position der Website zu betrachten.
Wenn die falsche Seite für ein Keyword erscheint #
Manchmal zeigt Google für eine Suchanfrage eine andere URL als diejenige, die du eigentlich erwartet hast.
Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Google eine andere Seite für die Suchintention als passender einschätzt.
Bevor du Änderungen vornimmst, solltest du prüfen:
Welche URL erscheint?
Was ist die Suchintention?
Wie unterscheiden sich die Inhalte?
Gibt es starke thematische Überschneidungen?
Welche Seite sollte die Suchanfrage
eigentlich beantworten?
Eine solche Analyse kann helfen, Überschneidungen zwischen eigenen Inhalten zu erkennen.
Suchanfragen mit vielen Impressionen und Position 11–20 #
Für die praktische SEO-Arbeit können Suchanfragen interessant sein, die bereits viele relevante Impressionen erzeugen, aber noch nicht auf besonders prominenten Positionen erscheinen.
Beispiel:
Suchanfrage:
wordpress hosting schweiz
Impressionen:
2.500
Klicks:
35
Position:
14,2
Hier solltest du nicht sofort nur die CTR optimieren.
Zuerst wäre interessant:
Welche Seite rankt?
Passt die Seite exakt zur Suchintention?
Ist der Inhalt vollständig?
Wie stark sind die konkurrierenden Ergebnisse?
Ist die interne Verlinkung sinnvoll?
Wie entwickelt sich die Position über die Zeit?
Solche Daten können wertvolle Optimierungschancen sichtbar machen.
Hohe Impressionen bei Position 30 sind etwas anderes #
Eine Suchanfrage mit sehr vielen Impressionen kann interessant aussehen. Liegt die durchschnittliche Position jedoch weit hinten, sollte eine niedrige CTR nicht überraschen.
In diesem Fall ist die entscheidendere Frage häufig zunächst, warum Google die Seite für diese Suchanfrage zwar berücksichtigt, aber nicht weiter vorne einordnet.
Brand- und Non-Brand-Suchanfragen unterscheiden #
Suchanfragen nach dem eigenen Unternehmens- oder Markennamen verhalten sich häufig anders als allgemeine Suchbegriffe.
Beispiel:
Brand:
curiaweb
curia web
Non-Brand:
webhosting schweiz
wordpress hosting
domain registrieren
Bei einer Markensuche ist eine hohe CTR häufig wesentlich wahrscheinlicher, weil der Nutzer gezielt nach diesem Unternehmen sucht.
Deshalb kann es sinnvoll sein, Marken- und allgemeine Suchanfragen bei Analysen getrennt zu betrachten.
Warum die gesamte CTR einer Website täuschen kann #
Angenommen, eine Website erhält sehr viele Markensuchen mit hoher CTR und gleichzeitig viele allgemeine Impressionen auf niedrigeren Positionen.
Die Gesamt-CTR mischt beide völlig unterschiedlichen Situationen.
Ein Durchschnitt kann dadurch wichtige Unterschiede verdecken.
Das gilt ebenso für die durchschnittliche Position.
Nach Ländern filtern #
Wenn deine Website Besucher aus mehreren Ländern erreicht, kannst du die Daten nach Ländern untersuchen.
Das ist besonders sinnvoll, wenn du einen klar definierten Zielmarkt besitzt.
Eine Website kann beispielsweise insgesamt gute Werte zeigen, während die Entwicklung im eigentlich relevanten Zielmarkt deutlich anders aussieht.
Gesamt:
Position 12
Schweiz:
Position 8
Deutschland:
Position 19
Für eine Website mit Fokus auf die Schweiz wäre die Schweizer Auswertung in diesem Beispiel besonders relevant.
Nach Geräten filtern #
Die Search Console kann Daten nach Gerätetyp aufschlüsseln.
Typischerweise kannst du unter anderem zwischen mobilen Geräten und Desktop unterscheiden.
Damit kannst du beispielsweise feststellen, ob sich Klicks, Impressionen, CTR oder Positionen je nach Gerät deutlich unterscheiden.
Solche Unterschiede können durch Suchverhalten, Darstellung der Suchergebnisse und weitere Faktoren entstehen.
Zeiträume sinnvoll vergleichen #
Ein einzelner Zeitraum zeigt nur einen Zustand.
Für SEO-Analysen ist häufig interessanter, wie sich die Werte verändert haben.
Beispielsweise:
letzte 3 Monate
gegen
vorherige 3 Monate
oder bei saisonalen Websites:
Januar bis März dieses Jahr
gegen
Januar bis März Vorjahr
Der passende Vergleich hängt vom Geschäftsmodell und der Fragestellung ab.
Wochentage und Saisonalität berücksichtigen #
Vergleiche sollten möglichst vergleichbare Bedingungen besitzen.
Bei einer B2B-Website können beispielsweise Werktage deutlich mehr Nachfrage erzeugen als Wochenenden.
Andere Themen besitzen starke saisonale Schwankungen.
Ein Rückgang muss deshalb nicht automatisch durch ein Rankingproblem verursacht werden.
Was bedeutet: Impressionen steigen, Klicks steigen? #
Das ist häufig eine positive Entwicklung.
Impressionen ↑
Klicks ↑
Die Website wird häufiger sichtbar und erhält gleichzeitig mehr Besuche aus der Suche.
Prüfe anschließend, welche Seiten und Suchanfragen das Wachstum verursachen.
Was bedeutet: Impressionen steigen, Klicks bleiben gleich? #
Impressionen ↑
Klicks →
Hier sollte genauer analysiert werden.
Mögliche Erklärungen sind:
neue Rankings auf niedrigen Positionen
zusätzliche Suchanfragen
niedrige CTR
veränderte Suchintention
mehr SERP-Elemente
stärkere Konkurrenz
Das ist nicht automatisch eine negative Entwicklung.
Was bedeutet: Impressionen steigen, CTR sinkt? #
Auch das muss nicht schlecht sein.
Wenn eine Website plötzlich für viele zusätzliche Suchanfragen auf niedrigeren Positionen sichtbar wird, können die Impressionen stark steigen.
Diese zusätzlichen Impressionen führen möglicherweise zunächst nur selten zu Klicks.
Dadurch sinkt die durchschnittliche CTR, obwohl die organische Sichtbarkeit wächst.
vorher:
1.000 Impressionen
100 Klicks
CTR 10 %
nachher:
5.000 Impressionen
250 Klicks
CTR 5 %
Ergebnis:
CTR gesunken
ABER:
+150 Klicks
+4.000 Impressionen
Nur auf die CTR zu schauen würde diese Entwicklung falsch bewerten.
Was bedeutet: Position verbessert sich, Klicks bleiben gleich? #
Dann solltest du unter anderem prüfen:
Hat sich die Zahl der Impressionen verändert?
Welche Suchanfragen haben sich verbessert?
Ist ausreichend Suchvolumen vorhanden?
Wie sieht die CTR aus?
Hat sich die Suchergebnisseite verändert?
Ist die Verbesserung groß genug,
um mehr Klicks erwarten zu lassen?
Eine Positionsverbesserung für eine Suchanfrage mit sehr geringem Suchvolumen erzeugt möglicherweise kaum zusätzliche Klicks.
Was bedeutet: Klicks fallen plötzlich? #
Ein deutlicher Rückgang sollte zunächst eingegrenzt werden.
Prüfe beispielsweise:
Welche Seiten verlieren Klicks?
Welche Suchanfragen sind betroffen?
Sind Impressionen ebenfalls gefallen?
Hat sich die Position verändert?
Betrifft es nur ein Land?
Betrifft es nur ein Gerät?
Gab es Änderungen an der Website?
Ist das Thema saisonal?
Erst danach solltest du eine Ursache vermuten.
Ein Klickverlust ist nicht automatisch eine Google-Abstrafung #
Sinkender organischer Traffic kann viele Ursachen besitzen.
Beispiele:
weniger Suchnachfrage
Saisonalität
veränderte Rankings
technische Probleme
geänderte URLs
Konkurrenz
Änderungen der Suchergebnisse
Indexierungsprobleme
Eine „Google-Strafe“ sollte deshalb nicht ohne entsprechende Hinweise als Standarderklärung verwendet werden.
Indexierungsprobleme separat prüfen #
Wenn Impressionen für eine wichtige Seite plötzlich vollständig verschwinden, kann neben Rankingveränderungen auch ein technisches oder indexierungsbezogenes Problem vorliegen.
Prüfe dann die betreffende URL mit der URL-Prüfung der Search Console.
Wie du systematisch vorgehst, behandeln wir unter Google indexiert meine Website nicht: Ursachen prüfen.
Änderungen nach einem Relaunch beobachten #
Nach einem Website-Relaunch sind Search-Console-Daten besonders wertvoll.
Vergleiche unter anderem:
Klicks vor und nach dem Relaunch
Impressionen
wichtige Seiten
wichtige Suchanfragen
Indexierungsstatus
404-Fehler
Positionstrends
Bei geänderten URLs solltest du außerdem sicherstellen, dass relevante alte URLs korrekt auf ihre neuen Entsprechungen weitergeleitet wurden.
Mehr dazu findest du unter 301-Weiterleitung einrichten: URLs dauerhaft umleiten.
Neue Inhalte mit der Search Console beobachten #
Bei einem neuen Artikel oder einer neuen Landingpage können zunächst wenige oder gar keine Daten vorhanden sein.
Mit der Zeit kannst du beobachten:
Entstehen erste Impressionen?
Für welche Suchanfragen?
Welche Positionen werden erreicht?
Steigen die Impressionen?
Entstehen erste Klicks?
Welche Suchintention erkennt Google?
Damit liefert dir die Search Console wertvolle Hinweise darauf, wie Google einen neuen Inhalt einordnet.
Eine hohe Position ohne Impressionen bringt wenig #
Ein gutes Ranking ist nur dann geschäftlich interessant, wenn nach dem entsprechenden Thema tatsächlich gesucht wird und die Suchanfrage für dein Angebot relevant ist.
Beispiel:
Keyword A:
Position 1
10 Impressionen
Keyword B:
Position 9
5.000 Impressionen
Keyword B kann trotz schlechterer Position wesentlich mehr Potenzial besitzen.
Positionen sollten deshalb nie ohne Impressionen und Suchintention beurteilt werden.
Viele Impressionen bedeuten nicht automatisch wertvolles Potenzial #
Auch das Gegenteil gilt.
Eine Suchanfrage kann sehr viele Impressionen erzeugen, aber thematisch nur am Rand zu deinem Angebot passen.
Bevor du einen Inhalt darauf optimierst, solltest du deshalb fragen:
Ist diese Suchanfrage für die Zielgruppe und das Ziel dieser Seite tatsächlich relevant?
Nicht jeder sichtbare Suchbegriff ist ein Ziel-Keyword #
Google kann eine Seite für zahlreiche Varianten und verwandte Suchanfragen anzeigen.
Dass eine Suchanfrage in der Search Console erscheint, bedeutet nicht automatisch, dass du die Seite gezielt darauf optimieren solltest.
Sonst besteht die Gefahr, einen klar fokussierten Inhalt wegen zufälliger oder nebensächlicher Impressionen unnötig umzubauen.
Filter statt Bauchgefühl verwenden #
Eine sinnvolle Search-Console-Analyse beginnt mit einer konkreten Frage.
Beispielsweise:
Warum hat Seite X Klicks verloren?
Welche Suchanfragen bringen
Impressionen für Seite Y?
Wie entwickelt sich Thema Z
in der Schweiz?
Welche Seiten ranken
für Suchanfrage A?
Wie haben sich mobile Klicks
entwickelt?
Anschließend setzt du die entsprechenden Filter.
Das ist wesentlich aussagekräftiger, als nur die vier großen Gesamtzahlen auf dem Dashboard anzusehen.
Ein praktischer SEO-Workflow #
Für eine regelmäßige Analyse kannst du beispielsweise so vorgehen:
Zeitraum auswählen
↓
mit vorherigem Zeitraum vergleichen
↓
Klicks und Impressionen prüfen
↓
größte Veränderungen identifizieren
↓
betroffene Seiten bestimmen
↓
Suchanfragen dieser Seiten prüfen
↓
Position und CTR im Kontext betrachten
↓
Suchintention beurteilen
↓
technische oder inhaltliche Ursache prüfen
↓
erst dann optimieren
Nicht jede Schwankung erfordert eine Änderung #
Suchergebnisse und Suchnachfrage verändern sich ständig.
Kleine tägliche Schwankungen bei Klicks, Impressionen oder Positionen sind normal.
Wenn du auf jede kurzfristige Veränderung sofort mit Änderungen an deinen Seiten reagierst, kannst du langfristige Entwicklungen nur noch schwer beurteilen.
Praxis-Tipp: Konzentriere dich stärker auf erkennbare Trends und relevante Veränderungen als auf einzelne Tageswerte.
Die neuesten Daten können noch vorläufig sein #
Sehr aktuelle Daten in der Search Console können noch vorläufig sein und sich nachträglich verändern.
Wenn du den jüngsten Zeitraum analysierst, solltest du deshalb berücksichtigen, dass die neuesten Werte möglicherweise noch nicht vollständig verarbeitet sind.
Search-Console-Daten exportieren #
Für umfangreichere Analysen kannst du Daten aus der Search Console exportieren.
Das ist beispielsweise hilfreich, wenn du:
längere Vergleiche erstellen möchtest
viele Suchanfragen untersuchst
Seiten gruppieren möchtest
Daten dokumentieren möchtest
Entwicklungen außerhalb der
Search Console weiter analysierst
Für eine normale regelmäßige Kontrolle reicht die Search-Console-Oberfläche jedoch häufig aus.
Die vier Kennzahlen gemeinsam lesen #
| Entwicklung | Mögliche Interpretation |
|---|---|
| Impressionen ↑ / Klicks ↑ | Sichtbarkeit und organischer Traffic wachsen |
| Impressionen ↑ / Klicks → | Neue Sichtbarkeit prüfen, Positionen und Suchintention analysieren |
| Impressionen ↑ / CTR ↓ | Kann durch zusätzliche Impressionen auf niedrigeren Positionen entstehen |
| Position ↑ / Klicks → | Suchvolumen, CTR und betroffene Suchanfragen prüfen |
| Impressionen ↓ / Klicks ↓ | Nachfrage, Rankings, Seiten und technische Ursachen untersuchen |
| Klicks ↓ / Impressionen stabil | Position, CTR und Veränderungen der Suchergebnisse prüfen |
Häufige Fehler bei der Search-Console-Auswertung #
durchschnittliche Position
als festen Rankingplatz verstehen
nur die Gesamtposition betrachten
CTR ohne Position beurteilen
jede niedrige CTR als schlechten Titel ansehen
Impressionen mit Besuchern verwechseln
Klicks mit Analytics-Sitzungen gleichsetzen
nur Gesamtwerte betrachten
Brand und Non-Brand vermischen
Länder und Geräte ignorieren
einzelne Tageswerte überinterpretieren
jede sichtbare Suchanfrage
zum Ziel-Keyword machen
Rankingverbesserungen ohne
Suchvolumen bewerten
Klickverlust sofort als
Google-Abstrafung interpretieren
mehrere Seitenänderungen aufgrund
einer kurzfristigen Schwankung durchführen
Checkliste für die Search-Console-Auswertung #
passenden Zeitraum auswählen
↓
Vergleichszeitraum festlegen
↓
Klicks prüfen
↓
Impressionen prüfen
↓
CTR im Kontext betrachten
↓
durchschnittliche Position prüfen
↓
Suchanfragen analysieren
↓
Seiten analysieren
↓
Suchanfrage mit Seite kombinieren
↓
relevantes Zielland prüfen
↓
Mobil / Desktop vergleichen
↓
Brand und Non-Brand unterscheiden
↓
größte Veränderungen identifizieren
↓
Suchintention beurteilen
↓
erst danach Optimierungen ableiten
Zusammenfassung #
Der Leistungsbericht der Google Search Console zeigt dir mit Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittlicher Position, wie deine Website in der Google-Suche sichtbar wird und wie Nutzer mit deinen Ergebnissen interagieren.
Klicks zeigen, wie oft Nutzer aus der Google-Suche auf deine Website gelangt sind. Impressionen zeigen, wie häufig deine Ergebnisse entsprechend Googles Messregeln in der Suche angezeigt wurden.
Die CTR berechnet sich aus Klicks geteilt durch Impressionen. Sie sollte niemals ohne Position, Suchintention und Art der Suchanfrage bewertet werden.
Die durchschnittliche Position ist kein fester Rankingplatz. Sie ist ein Durchschnitt der für Impressionen erfassten obersten Positionen deiner Website beziehungsweise der betrachteten Seite oder Gruppierung.
Gesamtwerte können wichtige Entwicklungen verdecken. Für eine fundierte Analyse solltest du deshalb Suchanfragen, Seiten, Länder, Geräte und Zeiträume gezielt filtern und miteinander vergleichen.
Besonders wertvoll wird die Search Console, wenn du nicht fragst „Auf welcher Position bin ich?“, sondern beispielsweise: „Welche relevante Seite gewinnt Sichtbarkeit, für welche Suchanfragen geschieht das und entstehen daraus mehr qualifizierte Klicks?“
Die Search Console ist damit weniger ein Ranking-Tracker als ein Analysewerkzeug: Sie zeigt dir, wie Google deine Website tatsächlich in der Suche ausliefert und wo sich daraus konkrete Chancen oder Probleme ergeben.