Ein Website-Backup ist eine Sicherung wichtiger Daten deines Hosting-Accounts. Es ermöglicht, Daten aus einem früheren Zustand wiederherzustellen, wenn Dateien versehentlich gelöscht wurden, eine Website nach einer Änderung nicht mehr funktioniert oder Daten aus einem älteren Stand benötigt werden.
Bei einer modernen Website reicht es dabei nicht aus, lediglich die sichtbaren Seiten zu sichern. Eine Website kann aus Dateien, Datenbanken, E-Mails und zahlreichen weiteren Daten bestehen, die zusammen den vollständigen Hosting-Account bilden.
In diesem Artikel erklären wir, was ein Website-Backup ist, welche Daten gesichert werden können und welche Grenzen ein Backup besitzt.
Kurz erklärt: Ein Backup ist eine zusätzliche Kopie deiner Daten aus einem bestimmten Zeitpunkt. Damit können Daten aus einem früheren Sicherungsstand wiederhergestellt werden. Ein Backup verhindert keinen Fehler oder Angriff – es kann aber entscheidend sein, wenn Daten nach einem solchen Ereignis wieder benötigt werden.
Was ist ein Backup? #
Ein Backup ist eine separate Sicherung von Daten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden waren.
Vereinfacht:
Produktive Daten
↓
Sicherung
↓
Backup-Stand
Wird später eine Datei gelöscht oder verändert, kann eine ältere Version möglicherweise aus einem vorhandenen Backup zurückgeholt werden.
Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt der Sicherung. Ein Backup enthält grundsätzlich den Zustand der gesicherten Daten zum jeweiligen Sicherungszeitpunkt.
Warum sind Backups wichtig? #
Websites und Hosting-Accounts verändern sich laufend. Dateien werden bearbeitet, E-Mails empfangen, Datenbanken aktualisiert, WordPress-Plugins installiert und Inhalte veröffentlicht.
Dabei können Fehler auftreten.
Typische Situationen sind beispielsweise:
- Eine wichtige Datei wurde versehentlich gelöscht oder überschrieben.
- Eine Website funktioniert nach einer Änderung nicht mehr.
- Ein WordPress-Update verursacht unerwartete Probleme.
- Inhalte oder Daten wurden unbeabsichtigt verändert.
- E-Mail-Daten aus einem früheren Zeitpunkt werden benötigt.
- Eine Website wurde beschädigt oder kompromittiert.
Ein vorhandener Sicherungsstand kann in solchen Situationen eine Möglichkeit bieten, benötigte Daten aus einem früheren Zustand wiederherzustellen.
Aus welchen Bestandteilen besteht eine Website? #
Der Begriff „Website“ wird häufig so verwendet, als handle es sich um eine einzelne Datei. Tatsächlich bestehen moderne Websites meist aus mehreren Komponenten.
Bei einer WordPress-Website gehören beispielsweise dazu:
WordPress-Dateien
Themes
Plugins
Uploads und Bilder
Konfigurationsdateien
MySQL-Datenbank
Die Dateien und die Datenbank erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
In den Dateien befinden sich beispielsweise WordPress selbst, Plugins, Themes und hochgeladene Medien. In der Datenbank werden unter anderem Beiträge, Seiten, Einstellungen und viele weitere dynamische Informationen gespeichert.
Wichtig: Eine Sicherung nur der WordPress-Dateien ist deshalb nicht automatisch eine vollständige Sicherung der Website. Bei datenbankgestützten Websites gehört die Datenbank ebenfalls zum relevanten Datenbestand.
Was kann zu einem Hosting-Backup gehören? #
Ein vollständiger Hosting-Account umfasst normalerweise mehr als nur die eigentliche Website.
Je nach Account und verwendeten Diensten können unter anderem folgende Daten vorhanden sein:
- Website-Dateien
- Datenbanken
- E-Mail-Daten
- Konfigurationsdaten des Hosting-Accounts
- weitere zum Account gehörende Daten
Deshalb ist es bei einer Wiederherstellung wichtig zu unterscheiden, welche Daten tatsächlich benötigt werden.
Es muss nicht immer der komplette Account wiederhergestellt werden #
Wenn nur eine einzelne Datei fehlt, wäre es unnötig, deswegen automatisch den gesamten Hosting-Account auf einen älteren Stand zurückzusetzen.

Dasselbe gilt beispielsweise für E-Mail-Daten.
Je nach Situation kann eine Wiederherstellung gezielt erfolgen:
einzelne Datei
bestimmte E-Mail-Daten
bestimmter Datenbestand
oder
kompletter Hosting-Account
Bei CURIAWEB können Wiederherstellungen deshalb abhängig vom konkreten Problem gezielt durchgeführt werden.
Was bedeutet ein Backup-Stand? #
Ein Backup-Stand – häufig auch Wiederherstellungspunkt oder Restore Point genannt – bezeichnet einen gesicherten Zustand aus einem bestimmten Zeitpunkt.

Ein vereinfachtes Beispiel:
30. August → heutiger Backup-Stand
29. August → vorheriger Backup-Stand
28. August → älterer Backup-Stand
27. August → älterer Backup-Stand
...
Wenn du beispielsweise am 30. August bemerkst, dass eine Datei bereits am 28. August versehentlich verändert wurde, wäre ein Backup vom 29. August möglicherweise ebenfalls bereits betroffen.
Für eine erfolgreiche Wiederherstellung muss deshalb ein Sicherungsstand gewählt werden, in dem die benötigten Daten noch im gewünschten Zustand vorhanden waren.
Das neueste Backup ist nicht automatisch das richtige Backup #
Dieser Punkt ist besonders wichtig.
Angenommen, eine fehlerhafte Änderung wurde am Montag vorgenommen, aber erst am Donnerstag entdeckt.
Die Backups von Dienstag, Mittwoch und Donnerstag können die fehlerhafte Änderung bereits enthalten.
In diesem Fall muss möglicherweise ein Sicherungsstand von vor Montag verwendet werden.
Praxis-Tipp: Wenn du eine Wiederherstellung benötigst, versuche möglichst genau festzustellen, wann die Daten noch korrekt waren. Das hilft bei der Auswahl des geeigneten Backup-Stands.
Wie funktionieren die Backups bei CURIAWEB? #
CURIAWEB erstellt täglich Sicherungen der Hosting-Daten. Die Backup-Stände werden rollierend für 30 Tage aufbewahrt.

Vereinfacht bedeutet das:
tägliches Backup
↓
30 Tage Aufbewahrung
↓
ältester Stand wird entfernt
↓
neuer Sicherungsstand kommt hinzu
Damit stehen Wiederherstellungspunkte aus unterschiedlichen Tagen zur Verfügung, solange sie sich innerhalb des Aufbewahrungszeitraums befinden und die jeweilige Sicherung erfolgreich erstellt wurde.
Die Sicherungen werden mit JetBackup 5 verwaltet.
Warum werden die Backups getrennt gespeichert? #
Ein Backup sollte nicht ausschließlich vom selben produktiven System abhängig sein, dessen Daten es schützen soll.
CURIAWEB speichert die Backups deshalb auf separaten Backup-Servern in einem separaten Rechenzentrum.
Vereinfacht:
Produktiver Hosting-Server
↓
Backup-Übertragung
↓
separate Backup-Infrastruktur
↓
separates Rechenzentrum
Dadurch sind die Sicherungen infrastrukturell vom produktiven Hosting-System getrennt.
Warum ist eine getrennte Backup-Infrastruktur sinnvoll? #
Würde sich die einzige Sicherung ausschließlich auf demselben Server wie die produktiven Daten befinden, könnte ein schwerwiegendes Problem beide Datenbestände gleichzeitig betreffen.
Die getrennte Speicherung reduziert diese gemeinsame Abhängigkeit.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Backup jedes denkbare Risiko ausschließt. Backups sind ein wichtiger Bestandteil eines Schutz- und Wiederherstellungskonzepts, aber keine Garantie dafür, dass niemals Daten verloren gehen können.
30 Tage Aufbewahrung bedeutet nicht unbegrenzte Archivierung #
Die CURIAWEB-Backups werden rollierend für 30 Tage aufbewahrt.
Dadurch werden ältere Sicherungsstände mit fortschreitender Zeit aus der Backup-Rotation entfernt.
Wenn du beispielsweise erst mehrere Monate später bemerkst, dass eine bestimmte Datei benötigt wird, kann der entsprechende historische Sicherungsstand bereits nicht mehr vorhanden sein.
Ein reguläres Backup mit begrenzter Aufbewahrungszeit ist deshalb nicht dasselbe wie ein langfristiges Archiv.
Backup und Archiv erfüllen unterschiedliche Aufgaben #
Ein Backup dient in erster Linie dazu, Daten nach Fehlern, Verlusten oder anderen Problemen aus einem früheren Sicherungsstand wiederherstellen zu können.
Ein Archiv verfolgt dagegen typischerweise das Ziel, bestimmte Daten über einen längeren Zeitraum gezielt aufzubewahren.
Vereinfacht:
Backup
→ Wiederherstellung nach einem Problem
Archiv
→ langfristige Aufbewahrung bestimmter Daten
Wenn bestimmte Dateien oder Daten über Monate oder Jahre erhalten bleiben müssen, sollte dafür nicht ausschließlich auf die rollierende Backup-Aufbewahrung vertraut werden.
Kann ich meine Backups bei CURIAWEB sehen? #
Ja. Die vorhandenen Sicherungsstände können über JetBackup 5 eingesehen werden.
Dadurch kannst du beispielsweise prüfen, welche Backup-Zeitpunkte für deinen Hosting-Account vorhanden sind.
Die eigentliche Wiederherstellung wird jedoch durch CURIAWEB durchgeführt.
Warum können Backups nicht selbst wiederhergestellt werden? #
Die Wiederherstellungsfunktion für Kunden ist bei CURIAWEB bewusst deaktiviert.
Ein Restore kann – insbesondere bei umfangreichen Hosting-Accounts – erhebliche Serverressourcen beanspruchen. Werden mehrere große Wiederherstellungen gleichzeitig oder unnötig ausgeführt, kann dadurch eine hohe Serverlast entstehen.
Hinzu kommt das Risiko einer Fehlbedienung. Ein falsch gewählter vollständiger Restore kann aktuelle produktive Daten durch einen älteren Stand ersetzen.
CURIAWEB führt Wiederherstellungen deshalb kontrolliert durch. Dadurch kann vor dem Restore geprüft werden, welcher Sicherungsstand und welcher Datenumfang tatsächlich benötigt werden.
Wichtig: Die Einschränkung betrifft nur die selbstständige Wiederherstellung. Du kannst die vorhandenen Backup-Stände in JetBackup 5 einsehen und anschließend CURIAWEB mitteilen, welche Daten aus welchem Stand benötigt werden.
Warum ein gezielter Restore oft besser ist #
Stell dir vor, du hast heute versehentlich eine einzelne Datei gelöscht.
Ein kompletter Account-Restore auf den Stand von gestern könnte gleichzeitig andere Daten zurücksetzen, die sich seitdem korrekt verändert haben.
Das kann beispielsweise aktuelle Website-Inhalte oder E-Mail-Daten betreffen.
Wenn technisch möglich und für den konkreten Fall sinnvoll, ist deshalb eine gezielte Wiederherstellung des tatsächlich benötigten Datenbestands vorzuziehen.
Was passiert bei einem vollständigen Restore? #
Bei einer vollständigen Wiederherstellung wird ein größerer Datenbestand auf den Zustand des gewählten Sicherungszeitpunkts zurückgesetzt.
Das bedeutet gleichzeitig, dass Änderungen nach diesem Sicherungszeitpunkt betroffen sein können.
Beispiel:
Backup:
Montag 02:00 Uhr
Restore:
Mittwoch
Änderungen nach Montag 02:00 Uhr
können im wiederhergestellten
Datenbestand nicht enthalten sein.
Vor einem vollständigen Restore muss deshalb genau geklärt werden, welche Auswirkungen die Wiederherstellung auf aktuelle Daten haben kann.
Besonders wichtig bei dynamischen Websites #
Bei einer statischen Website verändert sich zwischen zwei Tagen möglicherweise nur wenig.
Bei dynamischen Systemen können dagegen laufend neue Daten entstehen.
Beispiele sind:
- WooCommerce-Bestellungen
- Kundenkonten
- Formulareinträge
- Kommentare
- neue Beiträge und Seiten
- geänderte Einstellungen
- E-Mail-Daten
Ein vollständiger Restore auf einen älteren Stand kann deshalb wesentlich mehr Auswirkungen haben als die Wiederherstellung einer einzelnen Datei.
Ein Backup verhindert keinen Angriff #
Backups sind kein Ersatz für Sicherheitsmaßnahmen.
Ein Backup verhindert beispielsweise nicht, dass:
ein Passwort gestohlen wird
eine Sicherheitslücke ausgenutzt wird
Schadcode eingeschleust wird
eine Datei gelöscht wird
ein Plugin einen Fehler verursacht
Das Backup kann jedoch bei der Wiederherstellung nach einem solchen Ereignis eine wichtige Rolle spielen.
Ein Backup kann bereits einen Fehler enthalten #
Auch dieser Punkt wird häufig übersehen.
Wenn eine Website beispielsweise bereits seit mehreren Tagen kompromittiert ist, können neuere Sicherungsstände den kompromittierten Zustand ebenfalls enthalten.
Es reicht deshalb nicht immer aus, einfach das neueste Backup wiederherzustellen.
Bei einem Sicherheitsvorfall muss zunächst möglichst genau festgestellt werden, wann das Problem entstanden ist und ob der gewählte Sicherungsstand bereits betroffen sein könnte.
Restore und Fehlerbehebung sind nicht dasselbe #
Wenn eine Website aufgrund einer bestimmten Ursache ausgefallen oder beschädigt wurde, behebt ein Restore nicht zwangsläufig diese Ursache.
Beispielsweise:
unsicheres Plugin
↓
Website kompromittiert
↓
älteres Backup einspielen
↓
unsicheres Plugin weiterhin vorhanden
↓
erneute Kompromittierung möglich
Nach einer Wiederherstellung muss deshalb je nach Ursache zusätzlich das eigentliche Problem behoben werden.
Backups vor größeren Änderungen #
Vor umfangreichen Arbeiten an einer Website ist es sinnvoll, die Wiederherstellungsmöglichkeiten zu berücksichtigen.
Das gilt beispielsweise vor:
größeren WordPress-Updates
Theme-Wechseln
umfangreichen Plugin-Änderungen
Datenbankarbeiten
Website-Migrationen
größeren strukturellen Änderungen
Dabei sollte insbesondere geprüft werden, ob ein geeigneter aktueller Sicherungsstand vorhanden ist und welche Daten sich während der Arbeiten weiter verändern können.
Was solltest du bei einem Restore möglichst genau angeben? #
Wenn du CURIAWEB wegen einer Wiederherstellung kontaktierst, helfen möglichst genaue Angaben.
Wichtig sind insbesondere:
- welcher Hosting-Account beziehungsweise welche Domain betroffen ist,
- welche Daten wiederhergestellt werden sollen,
- welcher Backup-Stand beziehungsweise welches Datum benötigt wird,
- was passiert ist und
- seit wann das Problem besteht.
Bei einer einzelnen Datei solltest du nach Möglichkeit zusätzlich den Dateinamen und den Pfad angeben.
Bei E-Mail-Daten sollte das betroffene E-Mail-Konto genannt werden.
Backup wiederherstellen lassen #
Wenn du Daten aus einem vorhandenen Backup benötigst, kontaktiere den CURIAWEB Support. Teile uns möglichst genau mit, welchen Sicherungsstand und welche Daten du benötigst.
Support-Ticket für eine Wiederherstellung erstellen
Wir prüfen anschließend den gewünschten Restore und führen die Wiederherstellung kontrolliert für dich durch.
Praxis-Tipp: Verändere bei einem Datenverlust möglichst wenig, bis geklärt ist, welche Wiederherstellung sinnvoll ist. Besonders bei dynamischen Websites können nachträgliche Änderungen die Entscheidung zwischen einem vollständigen und einem gezielten Restore erschweren.
Was ein Backup nicht ersetzt #
Auch mit regelmäßigen Backups bleiben weitere Maßnahmen notwendig.
Dazu gehören beispielsweise aktuelle Software, sichere Zugangsdaten, sinnvolle Benutzerrechte, eine gepflegte Website und die Überwachung wichtiger Systeme.
Backups bilden dabei die Wiederherstellungsebene:
Fehler möglichst verhindern
+
Probleme früh erkennen
+
Ursache beheben
+
Daten wiederherstellen können
Erst das Zusammenspiel dieser Maßnahmen ergibt ein belastbares Sicherheits- und Betriebskonzept.
Zusammenfassung #
Ein Website-Backup ist eine Sicherung von Daten aus einem bestimmten Zeitpunkt. Bei einem Hosting-Account können dazu Website-Dateien, Datenbanken, E-Mail-Daten und weitere Account-Daten gehören.
CURIAWEB sichert die Hosting-Daten täglich mit JetBackup 5 und bewahrt die Sicherungsstände rollierend für 30 Tage auf. Die Backups liegen auf separaten Backup-Servern in einem separaten Rechenzentrum und sind damit von der produktiven Hosting-Infrastruktur getrennt.
Kunden können die vorhandenen Backup-Stände in JetBackup 5 einsehen. Wiederherstellungen werden bewusst durch CURIAWEB durchgeführt. Dadurch kann je nach Situation gezielt entschieden werden, ob beispielsweise einzelne Dateien, E-Mail-Daten oder ein kompletter Hosting-Account wiederhergestellt werden sollen.
Ein Backup ist jedoch weder ein unbegrenztes Archiv noch ein Ersatz für Sicherheitsmaßnahmen. Außerdem ist nicht automatisch das neueste Backup der richtige Wiederherstellungspunkt. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem die benötigten Daten noch im gewünschten Zustand vorhanden waren.
Je genauer du bei einer Wiederherstellung angeben kannst, was benötigt wird und aus welchem Zeitraum die Daten stammen sollen, desto gezielter kann der passende Backup-Stand ausgewählt werden.